Heile Welt im "Garten Eden"

Um den mustergültig renovierten Pfarrhof in der Urpfarrei See (Lupburg) erstreckt sich auf 2600 Quadratmetern ein grünes Paradies mit zahlreichen Gartenzimmern. Scheune und alter Pferdestall bieten Platz für Technik und die Sammlung historischer Gerätschaften. Bilder: Portner
Lokales
Lupburg
20.07.2015
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Am Anfang war der denkmalgeschützte Pfarrhof inmitten einer Obstwiese. 26 Jahre lang setzte das Heilpraktiker-Ehepaar viel Kreativität und handwerkliches Geschick ein und schuf ein Mekka der Sinnesfreuden. Jetzt begleitet ein Gefühl für das Schöne beim Spaziergang durch die Gartenzimmer.

Es ist ein Garten, der keine Wünsche offen lässt. Alte Rosen und Staudenrabatten, Kräutergarten und Weiherlandschaft harmonieren mit mediterranem Pool, Weinlaube und Outdoor-Küche. Beim Rundgang fallen die vielen Sitzplätze ins Auge, aber ebenso das schwimmende Entenhaus, der Buddha beim Quellstein oder der goldene Engel im Gebüsch. Das Reich von Sonja Lein und Hans W. Molitor-Schleyerbach versteckt sich im Kirchweg von See bei Lupburg (Kreis Neumarkt). Das Ziel, rund um den ehemaligen Gutshof der Urpfarrei einen Wohlfühlgarten anzulegen, ist mehr als gelungen.

Entstanden ist eine Oase, die alle Sinne anspricht und die heuer beim "Tag der offenen Gartentür" etwa 3500 Gäste begeisterte. "Es ist eine geordnete Wildnis", sagt der Hausherr und verweist auf das Wechselspiel von Sonne und Schatten, auf das faszinierende Element Wasser und den grünen Pflanzenhimmel, der sich über Wege und Plätze neigt. Nadelbäume sucht man vergebens, stattdessen setzen sich Birnenquitte, Strauchkastanie oder Drachenweide in Szene. Eine Passionsblume schmiegt sich an das Geländer, während die vielen verschiedenen Strauchpäonien, denen man überall im Garten begegnet, im Juli verblüht sind. Das gilt auch für die erste Blüte der Rosenbüsche vor der Haustüre.

Am Anfang war der denkmalgeschützte Pfarrhof inmitten einer Obstwiese. 26 Jahre lang setzte das Heilpraktiker-Ehepaar viel Kreativität und handwerkliches Geschick ein und schuf ein Mekka der Sinnesfreuden. Bilder von Gertraud Portner


Vom Gemüsegarten - gestaltet als barocker Klostergarten - geht es durch ein Hainbuchentor zum oberen Seerosenteich, dem höchsten Punkt des Hanggrundstücks. Über Treppen und eine den Bachlauf überspannende Rundbrücke führt der Weg zum Entenweiher. Am auslaufenden Holzsteg endet der Blick bei der Frühstücks-Terrasse mit Morgensonne. Geranien in Töpfen sowie Hortensien setzen bunte Akzente. Nur wenige Stufen entfernt zieht der acht Meter tiefe Grundwasser-Brunnen die Aufmerksamkeit auf sich. Dieser "speist" die Teiche und auch die mächtigen Stein-Futtertröge, die sich in ein plätscherndes Wasserspiel verwandeln. Von hier geht es zum alten Pferdestall, der jetzt als Lager und Werkstatt genutzt wird.

Statt Bildern sammelt das Ehepaar Pflanzen und alte landwirtschaftliche Gerätschaften. Letztere zieren Boden und Wände der Scheune: Raritäten, wie eine hölzerne Pflugschar, lassen nicht nur Oldtimer-Freunde staunen. In den Nebengebäuden des alten Pfarrhofes ist auch Platz für Rasenmäher und Technik. Das gesamte Grundstück ist mit Leitungen und Kabeln durchzogen. "Am Abend wird der Garten illuminiert", erklärt Hans Wilhelm Molitor-Schleyerbach - und erst jetzt fällt ein dezent platzierter Scheinwerfer auf.

Hinter dem Haus erstreckt sich der mediterrane Garten mit Schwimmbad, südländischen Kübelpflanzen und Laubengang. "Alles Rotwein-Reben", erklärt der Hausherr und setzt sich auf die Steinquader aus Altmühltaler Jurakalk. Ein guter Platz zum "Batterie-Aufladen". "Wir brauchen den Garten zur Erholung von den Praxistagen", sagt der Heilpraktiker. Urlaub im Sommer? "Nein, wo es doch hier so schön ist!", ruft Sonja Lein und ihre Augen strahlen mit den Blumen-Arrangements um die Wette. Dafür geht es im Winter - wenn der Garten ruht - "in die ganze Welt".
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