"Das Kreuz ist Leben"

Kunstmaler Emil Schicker hatte eines seiner Gemälde mitgebracht, die das ursprüngliche Feldkreuz an seinem Standort vor der Flurbereinigung zeigt. Bilder: wg
Lokales
Mähring
08.07.2015
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Immer wieder finden sich in der Flur herrliche Feldkreuze. Nicht immer sind sie in einem guten Zustand. Der Heimatverein hat sich jetzt vorbildlich um das "Binnerferes-Kreuz" auf der Schanz gekümmert.

Sehr gut angenommen wurde die Weihe des Feldkreuzes am Schanzweg. Seit Herbst hatte der Heimatverein viele Stunden in die Restaurierung investiert. Den kirchlichen Segen erteilte Pfarrer Ludwig Steinhauser. Der Gottesdienst wurde von Konrad Weis und Joachim Breusch musikalisch umrahmt, Josef Wagner sorgte beim anschließenden Einweihungsfest für Unterhaltung.

Albert Schicker, Vorsitzender des Heimatvereins, begrüßte die vielen Mähringer zur Einweihung des Feldkreuzes. "Die Schanz geht zurück bis Napoleon, der hier mit seinen Truppen eingefallen ist", wusste Albert Schicker aus seinen Recherchen für die Mähringer Chronik. "Zwei Jahre lang herrschte danach Hungersnot in Mähring!" Er wusste auch einiges zum "Binnerferes-Kreuz", das vor der Flurbereinigung unten beim Feld von Karl Schneider stand.

Viele Helfer

Dem inzwischen verstorbenen Anton Durst, Hausnummer 2, hatte das Feld hinter dem Kreuz gehört "und wahrscheinlich auch dieser Grund". 1893 erbte sein Großvater Xaver Durst das Anwesen. Der Hausname von Xaver Durst war "Fere". Er war Bindermeister, was im Volksmund "Binner" hieß. Xaver Durst war von Beruf Fassbinder und hat das Kreuz selber angefertigt und aufgestellt.

Nachdem das Holz im Laufe der Jahrzehnte ziemlich gefault war, baute der Heimatverein es im Herbst ab und nahm sich der Restaurierung an. Albert Schicker dankte allen, die sich daran beteiligten. Die Balken wurden von Peter Zintl organisiert, Manfred Zintl hat ein Kreuz daraus gemacht. Harald Kaiser fuhr es zu Erwin Kaiser, wo die Betty das Anstreichen übernahm (sie streicht auch die Holzbänke in und um Mähring, die der Heimatverein betreut).

Die Figuren von Maria und Jesus hat Emil Schicker schon vor einiger Zeit angefertigt und stiftete sie nun für das Kreuz. "Das Überlackieren übernahm die Firma Schindler aus Tirschenreuth kostenlos", freute sich der Heimatvereinsvorsitzende. Als Dank lud er alle Helfer zu einer kostenlosen Brotzeit beim Einweihungsfest ein, "für euch kostet es heut nix". Ein weiterer großer Dank galt Helmut Schmid, der eine Bank gespendet hat, die vor dem Kreuz aufgestellt wurde. Pfarrer Ludwig Steinhauser segnete das Kreuz als Zeichen, das das Leid Jesu darstellt und für alle, die hier vorübergehen, damit sie im Schutz des Erlösers geborgen sein mögen. "Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben." Er erbat den Segen Gottes und sein Heil für alle. "Seid einander so gesinnt wie es Jesus entspricht."

Herrlicher Aussichtspunkt

Bürgermeister Josef Schmidkonz wusste, dass Feldkreuze früher sehr oft errichtet wurden, um an etwas zu erinnern. "Sie sind überall in der Flur zu finden." Nicht alle hätten heute noch einen Besitzer, die sich darum kümmern. Deshalb sei es wichtig, dass sich jemand dieser Kreuze annimmt, wie in diesem Fall der Heimatverein. Das Kreuz steht auf der Schanz, einem herrlichen Aussichtspunkt für Urlauber und Einheimische. "Wer sich hier ausruht, kann die herrliche Aussicht genießen."

Schmidkonz dankte allen Mitwirkenden für die Erneuerung und dass das Kreuz nun wieder in wunderbarem Glanz erstrahlt. "Dieses Kreuz hat es verdient, erhalten zu werden." Ein Dank galt auch Kunstmaler Emil Schicker, der die Figuren in herrlichen Farben gemalt hat. Da die Gemeinde nicht alle anstehenden Aufgaben schaffe, dankte er dem Heimatverein auch dafür, dass er die Pflege des Standorts übernimmt.
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