Dr. Josef Paukner erläutert Museumskonzept - Lichterkarte von verschwundenen Gebäuden
Moderne Technik "beleuchtet" Geschichte

Wechselnde Ausstellungen werden künftig im "Gelebten Museum" gezeigt, im Bild betrachten einige Besucher eine Ausstellung über die Generalsanierung des ehemaligen Schul- und Rathauses, das sich in ein schmuckes Museum verwandelt hat. Bild: wg
Lokales
Mähring
15.10.2015
15
0
Im Rahmen der Museumseinweihung und Neueröffnung (wir berichteten) stellte Dr. Josef Paukner aus Regensburg den vielen interessierten Zuhörern auch das neue Museumskonzept vor, das er ausarbeitete und mit den drei Museumsbetreibern in die Tat umsetzte.

Der Leitgedanke: Die Integration von Flüchtlingen - so wie die Heimatvertriebenen nach dem 2. Weltkrieg integriert wurden und was alles geklappt hat. Bayern hätte sich nicht so entwickelt, wenn die Vertriebenen nicht ihren Anteil dazu beigetragen hätten, war Dr. Paukner überzeugt.

Das Museum der Plan-Weseritzer Heimatvertriebenen: Es habe sich eine Gedenkkultur entwickelt. "2005 zum 60. Jahrestag des Kriegsendes war es vielen erstmals möglich, auch über das Leid zu reden, das die Deutschen erlebt hatten. Als Kinder mussten sie hilflos erleben, wie Grauenhaftes passierte, aber sie mussten es beiseite schieben und ihr Leben meistern. Erst in der Rente haben viele wieder darüber nachgedacht, was damals war", so Paukner. Krieg und Vertreibung hätten die Menschen traumatisiert. Erst durch das Reden könnten sie ihren Frieden finden, können Chancen nutzen zu einem guten nachbarschaftlichen Zusammenleben. "Das Gelebte Museum befindet sich noch im Aufbau", betonte Paukner. Die Fülle an Material im Museum unterzubringen, war ein großes Problem. Durch Wechselausstellungen sollen die Leute immer wieder ins Museum kommen, so sein Gedanke.

Zeitzeugenberichte

Medial habe sich einiges getan. So können nun auch Zeitzeugenberichte angeschaut und angehört werden. In den vier Räumen sind wesentliche Bereiche enthalten. Im ersten Raum wird die Grenze dargestellt - einmal wie es früher war, als die Grenze noch offen war, aber auch, wie es wieder sein sollte. Es hatte über Jahrhunderte hinweg eine gedeihliche Nachbarschaft gegeben. Im zweiten Raum sind Mähring und Lohhäuser zusammengefasst. "Die Grenze war früher wenig existent für die Leute", es gab rege nachbarschaftliche Kontakte, gemeinsam wurden Veranstaltungen besucht. "Jetzt sind sie wieder benachbart." Auch hier findet sich neueste Medientechnik. In einem Relief, das das "verschwundene Dorf" darstellt, wurden Lichter an jedem Haus bzw. Gebäude, am Kriegerdenkmal und am Reitstall oder der Mühle angebracht. Auf Knopfdruck können die einzelnen Häuser ausgewählt werden - und über Kopfhörer bzw. Bildschirm können die Besucher mehr zur Geschichte der Familien und des ehemaligen Wald- und Straßendorfes erfahren.

Der dritte Raum ist der "Plan-Weseritzer Raum". Hier ist eine Fülle von Bildmaterial zu sehen über die Geschichte des Heimatkreises. Seit 63 Jahren bereits sind die Plan-Weseritzer eng mit Mähring verbunden, kommen noch heute alle Jahre zum Anna-Fest in ihre dritte Heimat, wo sie seit Jahrzehnten eine Foto-Ausstellung präsentierten, die nun in neuem modernen Outfit glänzt.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.