Nach der Messe Knödel und Kolatschen

Eine kleine Premiere gab es beim Jubiläumsgottesdienst in Bruck am Hammer: Neben den Zelebranten Vikar Vladimir Born und Pater Klaus Kniffki (von rechts) stand zum ersten Mal in 25 Jahren ein deutscher Ministrant am Altar, Peter Stier aus Bärnau. Bild: hfz
Lokales
Mähring
31.07.2015
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Vier Kilometer südlich von Plan steht ein barockes Kleinod, das mit Mitteln ehemaliger Einwohner aus Deutschland restauriert wurde. Nun war das Gotteshaus zum 25. Mal Ziel einer Jakobiwallfahrt mit deutsch-tschechischem Gottesdienst.

Ein Vierteljahrhundert ist es her, dass Deutsche und Tschechen es wagten, in der kleinen Gemeinde Bruck am Hammer (Brod nad Tichou) zum Kirchenfest am Jakobitag einen gemeinsamen Gottesdienst zu feiern. Der inzwischen verstorbene Pater Anton Schuch vom Tirschenreuther Missionshaus St. Peter und Vikar Vladimir Born feierten damals diese Messe und weihten anschließend noch eine kleine, durch die Tschechen renovierte Wegkapelle ein.

Vor 25 Jahren war es für keine Seite leicht, diesen Schritt nach den schrecklichen Wirrungen des Zweiten Weltkriegs und der daraus resultierten Vertreibung der Deutschen zu tun. Doch sehr schnell entwickelte sich eine gute Zusammenarbeit auf privater und offizieller Ebene. Schon nach der ersten Begegnung wurde beschlossen, die herrliche Kirche mit einem wertvollen Barockbild und wunderbaren Fresken des Tirschenreuther Kirchenmalers Maurus Fuchs wenigstens an den notwendigsten Punkten zu sanieren und die Substanz zu erhalten.

Zum 25. Mal nach der Wende trafen sich jetzt am Jakobitag Deutsche und Tschechen zum Patroziniumsfest. Wie 1990 war Vikar Born dabei und wiederum ein Pater vom Missionshaus St. Peter, Pater Klaus Kniffki, der das Messgewand von Pater Schuch trug. Kniffki ging in seiner Predigt auf des Leben des Apostels Jakobus ein. Seinen unerschrockenen Mut, Christus zu folgen und den Glauben zu verteidigen, habe er mit dem Leben bezahlen müssen. Auch heute gebe es Menschen, die es wagten, furchtlos im festen Glauben dazustehen und auch einmal gegen das allgemeine Meinungsbild zu sprechen.

Der Pater freute sich, dass so viele Menschen immer wieder in überzeugtem Glauben in ihre Heimatkirche zurückkehren. In den Fürbitten waren auch die Kriegsprobleme, Terror und Flucht in der heutigen Zeit Thema. Nach dem Gottesdienst gedachten die Besucher auf dem Friedhof der dort ruhenden deutschen und tschechischen Verstorbenen.

Dankbrief für die Treue

Im Dorfgasthof tischten die Frauen von Brod dann Schweinebraten mit böhmischen Knödeln und Kraut auf. Zum Kaffee gab es die typischen Kolatschen. Als Stellvertreter des Bürgermeisters überreichten Milan Seidler aus Bruck einen Dankbrief für 25 Jahre Treue zur Partnerschaft und Blumen an Hildegard und Ingrid Leser sowie Anne Buchner und Hans Stöckl. Im Gegenzug bedankte sich die Interessengemeinschaft, vertreten durch Ingrid Leser, bei den Damen von Brod mit einem deutsch-tschechischen Kochbuch für die jahrelange liebevolle Bewirtung.

Milan Seidler erhielt für die Gemeinde den frisch im Buch- und Kunstverlag Oberpfalz erschienenen Band "Maurus Fuchs - der vergessene Tirschenreuther Kirchenmaler". Schließlich gab es noch einen Geldbetrag für Reparaturen an der Kirche.
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