Nächstes Jahr wieder in Mähring

Angeführt von den Trägern der "Mutter Anna" und den Fahnen zogen die Heimatvertriebenen, zum Teil in Tracht, gemeinsam mit vielen Gästen den Pfaffenbühl hinauf zu ihrer Wallfahrtskirche. Bilder: wg (3)
Lokales
Mähring
28.07.2015
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Noch heute erheben die Juden überall auf der Welt am Ende des Pessach-Mahls ihr Glas und wünschen einander: "Nächstes Jahr in Jerusalem!" Bei den Planern und Egerländern hat der Festprediger ein Leben lang eine andere Melodie vernommen: "Nächstes Jahr in Mähring!"

Gemeinsam mit Prälat Helmut Wanka, der 1946 in Plan geboren wurde, zogen Hunderte Gläubige auf den Pfaffenbühl zur St. Anna-Kirche. Die 63. Wallfahrt war wieder der Höhepunkt des Plan-Weseritzer Heimattreffens. Der Ehrengast aus Limburg zelebrierte die Messe mit dem Mähringer Pfarrer Ludwig Steinhauser. Die beiden, die in diesem Jahr auf jeweils 40 Jahre priesterliches Wirken zurückblicken, baten die Mutter Anna um ihren Schutz und ihre Fürsorge.

Aus ganz Deutschland und darüber hinaus, zum Teil mit Kindern und Enkelkindern, kamen die Heimatvertriebenen an den Grenzkamm. Für viele gehört nach der Messe für die Toten in der Pfarrkirche Mähring der beschwerliche Weg hinauf auf den Pfaffenbühl einfach dazu. Zu den Klängen des St. Anna-Liedes marschierten die Wallfahrer, teilweise in ihren Original-Trachten, zu ihrer Wallfahrtskirche.

Begleitet wurden die Landsleute aus dem Kreis Plan-Weseritz von zahlreichen Ehrengästen, den politischen Vertretern aus Tirschenreuth und Mähring, den Vereinen, einem Filmteam von der Universität Mainz, Matthias Dörr vom deutsch-tschechischen Gesprächsforum der Ackermann-Gemeinde und vielen Bürgern. Bei kühlen 12 Grad ging es am Morgen mit der Großkonreuther Blasmusik los.

"Mähring klingt bei den meisten ein Leben lang nach", betonte der Geistliche aus Limburg aus eigener Erfahrung. "Am 26. Juli ist Anna-Tag, da war zu Hause immer Wallfahrtstag und Annafest." Auf dem Pfaffenbühl habe man sich versammelt, um sich miteinander im Glauben der Vorfahren einzureihen. "Das ist die Fortführung des Glaubens, den uns Mütter und Väter geschenkt und gelehrt haben." Sie hätten fest auf Mutter Anna vertraut und dass Gott ihnen niemals die Liebe entziehen wird.

"Jesus pilgerte als Kind mit seinen Eltern und später mit seinen Jüngern zum Pessach-Fest nach Jerusalem", so Wanka. Die Sehnsucht, zumindest einmal im Leben das Fest in Jerusalem zu feiern, sei ungebrochen. Bei den Planern und Egerländern heiße es indessen: "Nächstes Jahr in Mähring!" Heimatkreis-Vorsitzende Regine Löffler-Klemsche erinnerte an Jan Hus, der am 6. Juli vor 600 Jahren als Ketzer verbrannt wurde. Bei den folgenden Hussitenkriegen seien ganze Landstriche verwüstet worden. Im Zweiten Weltkrieg seien 70 Millionen Menschen getötet worden. Die Sprecherin erinnerte auch an die Zehntausende, die durch die Atombomben von Hiroshima und Nagasaki starben. "Seit 70 Jahren schätzen wir nun den Frieden und danken mit dieser Messe dafür. Wir bitten auch, dass dieser Frieden allen Menschen zuteil wird."
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