Tränen in den Augen

Karl Schneider und Bürgermeisterin Eva Prohazkova hielten bewegende Reden und freuten sich, dass es gelang, Brücken zu bauen. Bild: wg
Lokales
Mähring
26.07.2015
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Brücken werden meist aus Steinen und Zement gebaut. Beim Lohhäuser-Treffen taucht ein neuer Baustoff auf: Verzeihung, Verständnis, Toleranz und Freundschaft.

Am ehemaligen Kriegerdenkmal trafen sich die "Lohhäuserer" bei Kaffee und Kuchen, Gegrilltem und Musik. Auch die zuständige Bürgermeisterin von der Gemeinde Stara Voda (Altwasser), Eva Prohazkova, und 2. Bürgermeister, Josef Peterik mit Frau, sowie Bürgermeister Josef Schmidkonz und Marktrat Franz Schöner von der Gemeinde Mähring waren anwesend.

Professor Dr. Karl Schneider erinnerte daran, dass heuer gleich drei Jubiläen gefeiert werden könnten: Vor 25 Jahren wurde die Grenze geöffnet, fiel der "Eiserne Vorhang" und eröffnete neue Chancen und Möglichkeiten. Vor 90 Jahren wurde das Kriegerdenkmal errichtet und feierlich eingeweiht. Außerdem ist es jetzt 180 Jahre her, dass Lohhäuser das Recht auf eine eigene Schule erhielt. "Von der Wanderschule zum eigenen Schulhaus war ein langer Weg."

Für Karl Schneider war dieses Treffen am Kriegerdenkmal auch Brückenbau zwischen den Völkern. "Ich freue mich sehr, dass wir die Begegnungen vertiefen und im kleinen Kreis auf deutscher und tschechischer Seite dazu beitragen konnten, Vorbehalte abzutragen und ein freundschaftliches Verhältnis zu schaffen." Auch ein nicht unwesentliches Verdienst von Rosa und Franz Schöner aus Mähring.

Eine bewegende Rede hielt Bürgermeisterin Eva Prohazkova. "Es freut mich sehr, dass wir uns hier in Lohhäuser wieder nach einem Jahr treffen können. In diesem Moment bin ich hier Gast und Sie sind hier zu Hause. Im letzten Jahr hat Herr Pfarrer in Meiersgrün darüber gesprochen, dass wir eine Brücke bauen. Die Grenze aus Stacheldraht zwischen unseren Ländern zu beseitigen, das ging schnell und leicht. Aber die Grenze in unseren Herzen abzubauen, das war viel, viel schwerer. Jetzt denke ich, bauen wir eine Brücke und der Baustoff ist Verzeihung, Verständnis, Toleranz und Freundschaft.

Nach dieser sehr beeindruckenden Begrüßung, bei der so mancher Tränen in den Augen hatte, ging man zum gemütlichen Teil über, der sich bei herrlichem Sommerwetter bis in die Abendstunden hinzog. Für Unterhaltung sorgte eine Musikgruppe, die im letzten Jahr das erste Mal dabei war und auch heuer wieder "im unteren Dorf" - gegenüber dem Kriegerdenkmal - aufspielte.
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