Von Zwergen und Edelsteinen

Rund 30 Teilnehmer waren beim Ausflug der CSU Mähring auf den Tillenberg dabei. Mit im Bild 2. Bürgermeister Josef Peterik aus Stará Voda (Altwasser) und CSU-Vorsitzender Franz Schöner. Bild: wg
Lokales
Mähring
11.09.2015
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Interessante Ausblicke bieten sich vom Gipfel des Tillenberges. Zusammen mit der CSU machten sich auch einige Auswärtige mit auf den Weg zur Aussichtsplattform. 2. Bürgermeister Josef Peterik (Altwasser) konnten den Gäste allerhand erzählen, auch über die Zeit des "Kalten Krieges".

Im Rahmen der "CSU Mähring on Tour" nutzten am Samstag rund 30 Teilnehmer die Möglichkeit zu einem Ausflug auf den Tillenberg. Vorbei am ehemaligen Zollhaus ging es hinauf auf den 940 Meter hohen Gipfel, von wo aus man bei schönem Wetter beste Fernsicht genießen kann. Auch am Samstag konnte man bis in den Bayerischen Wald hinein schauen, so war der Turm auf dem Hohen Bogen mit Fernglas gut erkennbar. Aber auch die Orte in der näheren Umgebung waren bestens zu sehen. Ein Höhepunkt war der Aufstieg auf den Turm. 2. Bürgermeister Josef Peterik aus Stará Voda (Altwasser) erzählte einiges über die Geschichte des 939 m hohen "Dylen" (Tillenberg), der die zweithöchste Erhebung des Oberpfälzer Waldes ist. Er befindet sich zum Teil auf den Fluren der tschechischen Gemeinde Stará Voda östlich von Neualbenreuth. Die bayerisch-tschechische Grenze verläuft nordwestlich 500 m entfernt und ca. 100 m unterhalb des Gipfels.

Österreichische Geographen haben zur Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie den Tillen als den geographischen Mittelpunkt Europas errechnet. Sie dokumentierten dies auf einer Kupferplatte, die auf dem Gipfel angebracht wurde. 1926 hatte der Deutsche Alpenverein (Sektion Eger) ein Schutzhaus (Tillenschutzhaus) auf dem Berg errichtet, das allerdings von tschechischer Seite nach dem zweiten Weltkrieg wieder abgebaut wurde. 1960 errichtete die Tschechoslowakei auf dem Gipfel eine militärische Aufklärungsstation, die 1989 - nach dem Fall des Eisernen Vorhangs - ihre Bedeutung verlor. Heute befinden sich auf dem Gipfel Sendeantennen tschechischer Fernseh- und Rundfunkstationen. Die große Sendeanlage mit Radarstation wurde Anfang der 90er Jahre teilweise abgebaut.

Uranförderung

"1964 wurde Uranerz entdeckt und im Tagebau mit Sucharbeiten begonnen", wusste Peterik. Ab 1966 bis 1991 wurde Uran gefördert. "Hier sind große Stollen gewesen", so Peterik. Zahlreiche Sagen ranken sich um den Tillenberg, angefangen vom "Berggeist" über die "versunkene Tillenstadt" bis hin zu den Zwergen, die hier nach Granaten und Edelsteinen suchten. CSU-Vorsitzender und 3. Bürgermeister von Mähring, Franz Schöner, bedankte sich herzlich bei Josef Peterik für die Führung und versicherte, dass dies nicht die letzte Fahrt hierher sein werde.
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