Aus dem Gemeinderat Mähring
Breitband ja, Windräder nein

Politik
Mähring
04.01.2016
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Eine durchaus positive Bilanz zog Bürgermeister Josef Schmidkonz bei der Abschlusssitzung des Mähringer Gemeinderates. In seinem Ausblick nannte er den weiteren Ausbau des Breitbandnetzes als eine der wichtigsten Maßnahmen.

Eine große Rolle habe 2015 in der öffentlichen Diskussion die Windkraft gespielt, auch wenn es durch die neue Abstandsregelung etwas ruhiger geworden sei, sagte Schmidkonz. Er informierte darüber, dass noch im Januar in Regensburg die Verhandlungen wegen geplanter Windkraftanlagen in Asch stattfinden. "Fünf Windräder wurden beantragt, zwei genehmigt. Dagegen gehen wir gerichtlich vor. Auch in Laub wurden fünf Anlagen beantragt und zwei genehmigt. Wir planen, auch dagegen vorzugehen."

Unrentable Anlage


Eine Windkraftanlage sei 2014 von einem Münchener Gericht für Redenbach genehmigt worden. "Gebaut ist aber noch nichts", so Schmidkonz. Die Anlage dürfe nur im Winter ganztägig und im Sommer nur nachts laufen und sei deshalb unrentabel, war sich der Redner sicher. "Wir brauchen die Windräder nicht, wir erzeugen 7,3 Millionen Kilowatt Strom mit Biogas, Photovoltaik-Kleinanlagen und Wasserkraft. Und wir verbrauchen nur 4,2 Millionen Kilowatt."

Im Jahr 2015 gab es im Gemeindebereich 13 Geburten, im Vorjahr waren es noch 15 gewesen. Dem stehen 14 Sterbefälle gegenüber (Vorjahr 17). 72 Personen sind zugezogen, im Vorjahr waren es 44. Weggezogen sind 82 Personen (Vorjahr 56). Durch den Wechsel bei den Asylbewerbern habe es mehr Bewegungen als im Vorjahr gegeben. Kurz vor Weihnachten seien noch einige Asylbewerber angekommen, die in der Statistik noch nicht erfasst seien. Innerhalb der Gemeinde gab es 14 Umzüge. Nach einem Rekordvorjahr mit 15 Eheschließungen sah es 2015 "mau" aus: Nur 5 Paare ließen sich standesamtlich trauen. Die Einwohnerzahl bezifferte Schmidkonz mit 1828 Menschen.

Beim Haushalt verwies Bürgermeister Schmidkonz auf die wichtigsten Einnahmen und Ausgaben. Positiv: Eine geplante Darlehensaufnahme in Höhe von 300 000 Euro sei nicht nötig geworden, so dass die Gemeinde zum Jahresende anstatt einer Million nur 700 000 Euro Schulden habe. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 450 Euro. Vergleichbare Gemeinden lägen bei durchschnittlich 730 Euro.

Der Kindergarten wurde 2015 umfangreich für rund 80 000 Euro renoviert. Er wird nun - wie die Krippe, das Feuerwehrhaus und die Sakristei - über die Hackschnitzelheizung der Schule beheizt. "Die beste Investition, die wir damals gemacht haben", resümierte der Bürgermeister. 54 Kinder besuchen den gemeindlichen Kindergarten, hinzu kommen 10 betreute Schulkinder. In der Krippe werden vier Kinder betreut. "Wir haben noch Platz, auch für auswärtige Kinder." Erstmals besuchen laut Schmidkonz zwei Asylbewerberkinder aus Griesbach den Kindergarten. Die Kosten für ein Kindergartenkind bezifferte das Gemeindeoberhaupt auf 2560 Euro.

Die Grundschule hat insgesamt noch drei Klassen. Ein Grundschulkind koste rund 1160 Euro, für Mittelschüler (inklusive Beförderung nach Tirschenreuth) würden 1800 Euro fällig. 23 Kinder aus der Gemeinde besuchen die Kreismusikschule, wobei Kosten von 153,39 Euro pro Kind zu Buche schlagen. 95 Kinder nutzen die musikalische Ausbildung der Blaskapelle Großkonreuth, die für Anschaffungen von der Gemeinde mit Zuschüssen in Höhe von 10 Prozent unterstützt wird.

Junge Dolmetscherin


Seit Dezember 2014 leben in Griesbach Asylbewerber, seit Dezember 2015 auch in Mähring. "Sie sind sehr entgegenkommend und die Kinder lernen sehr schnell." Es seien überwiegend Menschen aus dem Iran und aus Syrien. Ein Mädchen, das die Mittelschule in Tirschenreuth besucht und schon gut deutsch spreche, unterstütze den Bürgermeister inzwischen als Dolmetscherin. Die Asylbewerber bedeuteten auch für den Kindergarten und die Grundschule eine Umstellung, sagte Schmidkonz. Die Volkshochschule biete kostenlose Deutschkurse an. Die Asylbewerber würden hingefahren und auch wieder abgeholt. Ab Januar gibt es in Mähring eine neue Unterkunft für etwa 50 Menschen.

Markus Söder kommt


Nachdem Minister Markus Söder aus terminlichen Gründen zur Einweihung des neuen Museums hatte absagen müssen, wolle der Heimatminister nun am 11. Januar in den Landkreis kommen und die Silberhütte und das Museum in Mähring besuchen. "Das wäre der höchste politische Besuch, den wir je in der Gemeinde hatten." Dank sagte Schmidkonz Franz Schöner, der das Museum betreut, sowie allen Mähringer Bürgern und Vereinen für deren Arbeitseinsätze und Spenden.

Als wichtige Maßnahmen für 2016 nannte Schmidkonz den Ausbau der Breitband-Versorgung, die Verbesserung der Wasserversorgung und der Abwasserbeseitigung sowie den geplanten grenzüberschreitenden Radweg von Tirschenreuth über Mähring nach Tschechien.

2. Bürgermeister Walter Frank bedankte sich im Namen aller Markträte beim Bürgermeister, der das ganze Jahr über sehr engagiert sei, viele Termine wahrnehme und viel zu tun habe. Frank wünschte sich mehr Toleranz und Respekt gegenüber Ämtern und Behördenvertretern. Dies sei scheinbar etwas verloren gegangen.
Wir brauchen die Windräder nicht.Bürgermeister Josef Schmidkonz
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