3.Markus-Gedächtnisprozession
Mit Hoffnung unterwegs

Rund 50 Pilger waren bei der 3.Markus-Gedächtnisprozession von Griesbach nach Marchaney unterwegs. Bild: wg
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Mähring
29.04.2016
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Bei einer Wallfahrt im April ist der Grenzkamm kein einfaches Terrain. Null Grad und Schnee erlebten die Pilger bei der 3. Markus-Gedächtnisprozession nach Marchaney.

Griesbach . Seit Ludwig Gradl anlässlich der 725-Jahrfeier die Idee hatte, die historische Markus-Prozession wieder aufleben zu lassen, pilgern die Griesbacher alle drei Jahre nach Marchaney. Am Sonntag schlossen sich rund 50 Fußwallfahrer der 3. "Markus-Gedächtnisprozession" an, weitere 50 Bürger, zum Teil aus Großkonreuth und Dippersreuth, kamen mit dem Auto zur Kirche, um gemeinsam den Familiengottesdienst in Erinnerung an den Großbrand vom 25. April 1800 zu feiern, bei dem der Ort während der Prozession fast gänzlich niederbrannte.

Wind und Graupelschauer


Bei winterlichen Null Grad marschierten die Pilger die rund sechs Kilometer auf dem OWV-Wanderweg nach Marchaney. Auf den Höhen des Grenzkamms - wie bei Asch - lag sogar etwas Schnee. Bei der Ankunft in Marchaney waren die Temperaturen auf plus drei Grad geklettert, doch Wind und Graupelschauer ließen die Pilger die Kälte deutlich spüren. Pfarrer Dr. Charles Ifemeje, der sich beim Mesner der Kirche bedankte, dass die Griesbacher die Wallfahrer-Saison eröffnen durften, hieß die rund 100 Mitfeiernden am fünften Ostersonntag zum Familiengottesdienst herzlich willkommen. Ein besonderer Dank galt Organist Johann Spindler aus Luhe, der die Feier musikalisch umrahmte. Der Pfarrer war erfreut, dass das Kirchlein bis auf den letzten Platz belegt war, viele nahmen Stehplätze in Kauf oder verfolgten die Eucharistiefeier von der Empore aus.

Mit dem 5. Ostersonntag würden mehr als die Hälfte der 50 Tage bis Pfingsten hinter den Menschen liegen, betonte der Geistliche. Es bleibe eine Herausforderung, uns die Freude darauf zu erhalten - auf das Wunder. Diese 50 Tage seien mehr als eine Vorfreude auf den Himmel, wo wir Christus begegnen werden, sie seien der Vorgeschmack auf ein neues Leben. Diesen Vorgeschmack sollte die Eucharistiefeier in Marchaney wecken. Im Evangelium nach Johannes ging der Geistliche darauf ein, dass Jesus ein neues Gebot ausgegeben habe: "Liebet einander, wie ich euch geliebt habe. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid."

Ausdruck der Hoffnung


Das Leben sei auch Leid und Tod, es gebe viele Erfahrungen dazwischen, Freude, Hoffnung, Liebe. Mit Hoffnung hätten sich die Pilger auf den Weg nach Marchaney gemacht zu dem, von dem alles Gute kommt. Die Gedächtnisprozession erinnere an den Großbrand vor 216 Jahren. "Die Prozession ist Ausdruck dafür, dass wir für unser Dorf Hoffnung haben und seine Zukunft mitgestalten wollen", so Ifemeje. "Die Menschen brauchen Gottes Hilfe, ohne ihn geht es nicht, auch wenn das manche meinen." Gott helfe den Menschen mit seinem Beistand. "Ihm bringen die Menschen ihre Sorgen vor, die Sorgen und Nöte des Dorfes." Bei jedem Schicksalsschlag werde sofort gefragt, warum, wieso, womit habe ich das verdient. Diese Frage sei uralt und beschäftigte schon die Propheten. In solchen Situationen werde mit Gott gerungen. Doch Hilfe komme von Gott, es ist das Geheimnis der Wirklichkeit.
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