Aufeinander zugehen

Bei dem Treffen in Lohhäuser bedankte sich Karl Schneider (Zweiter von links) bei 2. Bürgermeister Josef Peterik von Stara Voda (links) für das Modell der ehemaligen Schule. Wolfgang Wortmann (mit Kamera) vom NDR hat einen QR-Code dazu kreiert, der Bilder und Texte auf das Smartphone liefert. Bild: wg
Vermischtes
Mähring
29.07.2016
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Der Besuch in der alten Heimat ist fester Bestandteil des Lohhäuser-Treffens. Neben dem Totengedenken wollen die ehemaligen Bewohner aber auch feiern, zusammen mit den Tschechen.

/Lohhäuser. Am wieder aufgestellten Kriegerdenkmal in Lohhäuser wurde am Wochenende allen Verstorbenen der Heimat gedacht. In diesem Jahr gedachte man aber auch den Opfern von Nizza, Würzburg und München.

Viele der ehemaligen Lohhäuserer, meist mit der Familie, aber auch viele Mähringer, wanderten auf dem ehemaligen Kirchsteig von Mähring nach Lohhäuser, wo sie sich mit den anderen trafen. Am ehemaligen Ortseingang, wo früher einmal die Schule stand, erlebten die Fußgänger eine Überraschung: Die Bürgermeister von Stara Voda, Eva Prochazková und Josef Peterik, haben im Namen der Gemeinde ein Modell der Schule aufgestellt. Dazu gibt es eine Beschriftung und Bilder, wie das Gebäude einmal ausgesehen hat. "Wir als Gemeinde wollten Karl Schneider und allen ehemaligen Lohhäuser-Bewohnern eine Freude machen", beschrieben die Bürgermeister ihre Absicht. Das Modell hat Jan Chabicovksý aus Stara Voda hergestellt. Laut Josef Peterik ist für nächstes Jahr ein Modell der ehemaligen Wirtschaft geplant. Wolfgang Wortmann hat inzwischen dazu einen QR-Code kreiert. Riesig war die Freude bei Karl Schneider, dass auch Eugen Dokoupil - er war Abschnittskommandant bei der Grenzöffnung am 1. Mai 1990 - zum Gedenken zum Kriegerdenkmal gekommen war. Dokoupil hatte den ehemaligen Lohhäuserern den Besuch ihrer alten Heimat - im Sperrgebiet - ermöglicht.

Beim Kriegerdenkmal hielt Schneider eine kurze Ansprache. Das Denkmal sei auch Anlass, um in die Zukunft zu blicken. Das Totengedenken galt in besonderer Weise allen, die im vergangenen Jahr verstorben sind, unter anderem Maria Pikal mit 102 Jahren (sie war die Frau des Försters), seinem Bruder Josef Schneider und Richard Svandrlik, der zusammen mit Zdenek Buchtele das Relief von Lohhäuser baute. Bezogen auf die Vorjahresansprache von Eva Prochazkova versicherte Schneider, dass man eine Brücke baue und weiter daran arbeite. "Die Brücken der Begegnung heißen Miteinander!" Man müsse aufeinander zugehen, dann sei das keine Einbahnstraße.
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