Die Narren kommen in Scharen
Tausende Zuschauer beim Faschingszug der "Rosamunde" in Mähring

Auch bei Temperaturen um die Null Grad ist den Mähringern nicht kalt. Die Gardemädchen heizten den Zuschauern so richtig ein. Da wurde auch dem Eisbär warm ums Herz. Bilder: wg (5)
Vermischtes
Mähring
31.01.2016
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Neben den vielen lokalen Themen nehmen die Faschingsfreunde am Grenzkamm auch gerne die große Politik mit auf die humoristische Schippe. Sei es VW-Abgas-Skandal oder Asyl-Politik - nichts und niemand bleibt verschont.

Wenn die Faschingsgesellschaft "Rosamunde" zum Faschingszug lädt, dann steppt der Bär am Grenzkamm. Auch am Sonntag wieder. Und die Besucher erlebten eine Gaudiwurm vom Feinsten.

"Ausnahmezustand" herrschte am Sonntag wieder in der Faschingshochburg Mähring. Der 46. Gaudiwurm des Faschingsvereins "Rosamunde" zog wieder tausende Zuschauer aus allen Himmelsrichtungen an den Grenzkamm, wo sie den Straßenrand säumten und sich prächtig amüsierten. Die rund 500 Aktiven nahmen so manches Ereignis "auf die Schippe". Unter den 42 Gruppierungen waren auch 21 Themenwagen. Und da ging es vom VW-Abgas-Skandal über "Schwarze Kassen" im Vatikan bis hin zu lokalen Ereignissen.

Bei nur einem Grad über Null bewiesen die Zuschauer Durchhaltevermögen. Nicht einmal der einsetzende Schneeregen konnte bei der humorvollen Vorstellung der Gruppierungen vor dem "Gelebten Museum" die Stimmung trüben. Ohne Unterlass hallte das kräftige "Mähring helau" durch die Straßen.

Schon über eine Stunde vor dem Start des "Gaudiwurms" wälzten sich "Autoschlangen" gen Mähring. Die Freiwillige Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun mit der Parkplatzeinweisung, der Absperrung des Ortskerns und der Absicherung des Zuges. Alleine der Faschingsverein "Rosamunde" war mit über 100 Aktiven am Spektakel beteiligt.

Dazu kamen noch die Prinzenpaare mit Garden und großen Abordnungen von fünf weiteren Faschingsvereinen ("Tursiana" Tirschenreuth, "Gaudiwurm" Mitterteich, TSV Krummennaab, "Weiß-Blau" Wiesau und Schlüsselclub Münchenreuth) sowie zwei Blaskapellen, die für die richtige Stimmung beim Marschieren sorgten. Die Stadtkapelle Mitterteich war ebenso kostümiert wie die Großkonreuther Blasmusik, die mit rund 100 Männer, Frauen und Kindern bzw. Jugendlichen aus den neuen Bläserklassen, der Big Band und der Stammkapelle eindrucksvoll ihre "Stärke durch Kultur" bewiesen.

Stark vertreten waren natürlich die örtlichen Vereine aus der gesamten Großgemeinde. Eine Augenweide waren die Buben und Mädchen des gemeindlichen Kindergartens, die heuer als "Piraten der Karibik" mitmarschierten. Die Garden in ihren feschen Gardeuniformen legten auch so manche akrobatische Einlage auf den kalten Teer. Auf dem großen Elferratswagen waren die Ehrengäste (Bürgermeister Josef Schmidkonz und Pfarrer Dr. Charles Ifemeje sowie Ehrenpäsident Herbert Rath) mit vollen Händen dabei, das Wurfmaterial zusammen mit Präsidium, Vorstand und Elferrat sowie dem Prinzenpaar Julia I. und Danny I. unters Volk zu bringen.

Das Männerballett fuhr mit einem Piratenschiff mit. Einen Themenwagen hatte "Rosamunde" Kardinal Müller und der "Würstldose" gewidmet. Mafia im Vatikan? 2 Auch der VW-Skandal wurde derbleckt: Um die Abgaswerte zu verbessern, werden jetzt die "Abgase" der Mitarbeiter genommen! Der Faschingsverein hatte außerdem noch einen Wagen zum Thema "Asylpolitik" gebaut. "Angela Merkl schafft uns" war da zu lesen und passend zu ihrer Aussage "Ihr schafft das! - Sie schafft uns!"

Für Stimmung sorgte außerdem Büttenrednerin Lise Mayer, deren große Leidenschaft das Shoppen ist und die nicht nur "Shopping Queen" bei Guido Maria Kretschmer wurde, sondern am Grenzkamm als "Krapfenkönigin" mobil unterwegs war. Für die Verpflegung der Zuschauer war aber auch an der Nepomuk-Brücke mit Bratwürsten und Steaks, Kaffee, Glühwein und kühlen Getränken bestens gesorgt.

VW war gleich mehrmals auf den Themenwagen zu finden: Mit neuem "Nachrüstsatz" oder, wenn was nicht passt, wird es eben passend gemacht. Die Soldatenkameradschaft Mähring wunderte sich, dass es in Bayern seit 500 Jahren ein Reinheitsgebot gibt, aber man in Mähring sogar mit dem Wasser schon seine Not hat. Der Sportclub gehört - wie der HSV - zu den "Unabsteigbaren". "D 'Hordecker" waren als Tillenzwerge unterwegs und erinnerten an den Vulkanausbruch 200 000 Jahren.

Piratinnen waren zu sehen, aber auch Hippies, Zombies und Kannibalen - frisch aus der Karibik eingetroffen - oder "Las Vegas in der Bergstraße", den "Fifa-Geldtransporter" und die "WM 2022 am Weihnachtsmarkt" waren ebenso zu sehen. Der Wagen von den "Linda"-Schützen befasste sich mit Schafbock Günther (und dass der Pfarrer seine kirchlichen Aufgaben lieber an andere weitergibt, um ihn zu streicheln). Die Feuerwehr Dippersreuth war ebenso auf VW "eingeschossen" wie der "Haisl"-Wagen der Großklenauer. In Wild-West-Manier unterwegs war eine Fußgruppe zum Thema "Schuh des Manitu". Weitere Wagen waren "Die Zöllner vom Grenzkamm" und der "Spezialistenstammtisch" aus Großkonreuth.

Nach dem rundum gelungenen Faschingszug, bei dem heuer die Politik aus der Region etwas kurz kam, ging es weiter zur "After-Zug-Party" und zum Kinderfasching ins Pfarr- und Jugendheim. Der nächste Faschingstermin ist dann der große Faschingstanz am Samstag, 6. Februar, ab 20 Uhr im Jugendheim.
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