Die Türe zweimal zusperren

Kriminalhauptkommissar Dieter Melzner hatte für die Senioren auch Broschüren zum Thema "Sicher leben" dabei. Bild: wg
Vermischtes
Mähring
15.11.2016
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In der "dunklen Jahreszeit" sind auch zwielichtige Gestalten unterwegs. Damit Betrüger gerade bei Senioren kein leichtes Spiel haben, ist Polizeihauptkommissar Dieter Melzner zu Gange.

Großkonreuth. Auf Einladung von Seniorenbeauftragter Heidi Gradl war der Mitarbeiter der Kriminalpolizei Weiden mit seinen "Sicherheitstipps für Senioren" ins Feuerwehrhaus gekommen. Bei Kaffee und Kuchen informierte Melzner über viele Themen, vom "Enkel-Trick" bis hin zu Haustürgeschäften und Bandenkriminalität.

"Die Eintrittspforte ins Leben ist die Haustür", warnte Melzner vor Menschen, die läuten und behaupten: "Mir geht's nicht gut, kann ich ein Glas Wasser haben". Denn so kämen mitunter Trickbetrüger ins Haus. Melzner empfahl: Tür zulassen, 110 anrufen, auf keinen Fall Geld geben. Sollte sich der Fremde als Kontrolleur der Gaswerke oder als Polizist ausgeben: Immer den Dienstausweis zeigen lassen, bei der Polizei nachfragen, ob es sein kann, dass ein Polizist vor der Tür steht. Denn: "Beamte kommen nie unangemeldet." Wer aus dem Haus geht, sollte die Tür am besten immer zweimal zusperren - auch wenn man nur kurz zum "Ratschen" zur Nachbarin geht, dies verlange auch die Versicherung. Gekippte Fenster seien eine Einladung - sie können von Profis geöffnet werden, ohne Spuren zu hinterlassen. "Kennst me nu?" sei ein weiterer Trick von Betrügern, die eine persönliche Bindung aufbauen - etwa ein vorgegaukelter gemeinsamer Krankenhausaufenthalt - um ihnen Geld aus der Tasche zu ziehen, indem das Opfer bei Geldproblemen aushelfen soll. "Sie brauchen sich nicht zu schämen, wenn Sie nicht wissen, wer da vor Ihnen steht!"

Kein Geld geben


Anrufe von Telefongesellschaften oder Zeitschriftenwerbern seien mit Vorsicht zu genießen. "Sie schließen einen rechtsgültigen Vertrag, kündbar innerhalb zwei Wochen - aber dazu müssen Sie die Unterlagen erst mal haben." Auch bei Haustürgeschäften gilt: Widerruf innerhalb von zwei Wochen. Der Trick: Es muss ein Datum drauf stehen, sonst kann der Vertrag rückdatiert werden und "dann zahlen Sie und kommen nicht mehr raus aus dem Vertrag." Wichtig sei ein Widerruf per Einschreiben. Bei Bettlern an der Haustür empfahl der Polizeibeamte: "Geben Sie kein Geld, lassen sie sie nicht in die Wohnung und rufen sofort die Polizei." Zu den "Schockanrufen" gehört etwa der "Enkeltrick". Die Polizei hat auch die Banken sensibilisiert, besonders aufzupassen, wenn jemand plötzlich eine größere Menge Geld abhebt oder sein Konto leer räumt. "Bitte, rufen Sie uns sofort an, sonst werden Sie innerhalb von wenigen Stunden um ihre Lebensersparnisse gebracht!" Bei "Gewinnversprechen" per Mail oder Telefon auf keinen Fall Geld überweisen, um den Gewinn ausbezahlt zu bekommen. Bei Gewinnen werde nie eine Vorauszahlung gefordert. Und "wer an keinem Gewinnspiel teilnimmt, kann auch nichts gewinnen."

Zum Abschluss teilte Dieter Melzner Broschüren aus zum Thema "Sicher leben", diese liegen auch in der Musterwohnung zum barrierefreien Wohnen in Tirschenreuth aus.
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