Erich Arnold erstellt aus Erinnerungen seines Vaters Wolfgang das Buch "Herbstlaub" - Ein ...
Eine Hommage an Lohhäuser

Karl Schneider (rechts) freute sich riesig über das Erinnerungsbuch "Herbstlaub", das der Sohn von Wolfgang Arnold (links) aus den Erinnerungen seines Vaters zusammengestellt hat. Mit im Bild Professor Wollenberg aus Schleswig-Holstein. Bild: wg
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Mähring
03.08.2016
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Mit einer Zusammenkunft im Gasthof "Rosenbühl" ging der offizielle Teil des Lohhäuser-Treffens über die Bühne. Dr. Peter Zwerenz bedankte sich bei allen für die Teilnahme. So waren Lohhäuserer und ihre Nachfahren aus Bremen, Berlin oder Reith im Winkel gekommen, um mehr über die alte Heimat zu erfahren. Diesmal gab es gleich zwei Highlights: das Buch "Herbstlaub" und zwei Feldpostkarten von 1917 fürs Museum!

Rosa Schöner, Verwalterin des Lohhäuser-Kontos, informierte unter anderem über die Reparaturkosten für das Lohhäuser-Relief. Weniger erfreulich als der Kassenstand war das Totengedenken, das Karl Schneider übernahm. Jedem Einzelnen der namentlich genannten Verstorbenen galten ein paar persönliche Worte der Erinnerung. Ein besonderer Gruß galt Helga Feiler, der ältesten noch lebenden Lohhäuserin, die mit ihren Kindern kam, aber auch seiner Schwägerin Ilona Schneider, die den Brüdern beim Übersetzen half und die Brücken zu Tschechien mit gebaut hat.

Schneider hielt einen kurzen Rückblick, wie alles entstand: "Rosa Schöner war um die Jahrtausendwende mein erster Kontakt in Mähring." 2002 habe man sich erstmals in Mährig getroffen. Nachdem Bürgermeisterin Eva Prochazková von Stara Voda im Vorjahr am Kriegerdenkmal in Lohhäuser Verzeihung und Versöhnung als Baustoff von Brücken nannte, hat Karl Schneider diesen Spruch auf einer Tafel verewigt, die er Josef Schmidkonz von der Patengemeinde Mähring überreichte. "Wir bauen die Brücke - der Baustoff sind Verzeihung, Vergebung, Verständnis und Toleranz", lautet die Inschrift.

Romantische Schilderung


Wolfgang Arnold war von 1903 bis 1908 Lehrer in Lohhäuser, sein Sohn Erich hat viele Fotos von Lohhäuser gemacht und seinem Vater ein Buch gewidmet. "Herbstlauf" ist eine Hommage an Lohhäuser, "Prosa pur", schwärmte Karl Schneider von der romantischen Schilderung des Dorfes. Der Autor, der das Buch eigentlich nur für die Familie erstellen ließ, hatte ein Exemplar mitgebracht, das er für das Museum überreichte und ein weiteres für Karl Schneider. Erich Arnold sagte dazu: "Der Vater hat es auf der Schreibmaschine geschrieben." Die Sehnsucht nach dieser Zeit schwinge darin mit - etwas zwischen Dichtung und Wahrheit.

Zwei Feldpostkarten


Eine besondere Freude war es Schneider, dass ihm ein Nachfahre (Fam. Dierl) zwei Feldpostkarten seines Großvaters aus russischer Gefangenschaft von 1917 mitgebracht hat, die nun als Exponate ins Museum kommen. "In zwei Jahren sind es 100 Jahre Ende des 1. Weltkriegs, wir wollen eine Sonderausstellung machen aller Dörfer und Bewohner und auch der Mähringer, die alle darunter gelitten haben." Vor zwei Jahren hat Schneider in Eger die alte Schulchronik von Lohhäuser gefunden. Dank 2. Bürgermeister Josef Peterik von Altwasser konnten beiden Bände digitalisiert und an ihn verkauft werden. Der erste Band sei inzwischen abgeschrieben worden. "Und es gibt auch neue Funde im Archiv von Eger", freute sich Schneider, der die "Zeittafel" von Lohhäuser aktualisiert hatte mit Abläufen von früher bis heute. Dazu teilte er auch einen Ortsplan an alle aus.
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