Gott findet einen Ausweg

Die Mähringer Vereine marschierten auch heuer wieder mit ihren Fahnenträgern bei der Wallfahrt mit. Bild: wg
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Mähring
02.08.2016
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Hauptzelebrant der 64. St. Anna-Wallfahrt war Weihbischof Herwig Gössl aus Bamberg. Aufgrund des schlechten Wetters fand der Gottesdienst erstmals in der Kirche auf dem Pfaffenbühl statt. Bild: wg

"Der Sinn des Lebens ist Gott", brachte es Weihbischof Herwig Gössl auf einen Nenner. Und aus dem christlichen Glauben schöpfen die Menschen Mut, Kraft und Hoffnung.

Weihbischof Gössl aus Bamberg ging in seiner Festpredigt bei der 64. St. Anna-Wallfahrt der Plan-Weseritzer auf die Sinn-Suche Kohelets, König von Jerusalem, ein. Und der Sinn des Lebens sei eben Gott, alles andere "nur Windhauch". Dabei erinnerte Gössl, dass die Menschen vor 70 Jahren bei der Vertreibung alles verloren hätten. "Die Heimatvertriebenen standen mit leeren Händen da. Das einzige, was ihnen geblieben war, war ihr Glaube." Er gab den Menschen Mut und Kraft und Hoffnung. Dies sei auch in Mähring zu sehen auf dem Pfaffenbühl, wo die Heimatvertriebenen des Heimatkreises Plan-Weseritz eine Kapelle auf dem Berg errichtet haben.

Erstmals in Pfarrkirche


Regine Löffler-Klemsche, die Vorsitzende des Heimatkreises Plan-Weseritz, konnte in der Pfarrkirche St. Katharina neben dem Weihbischof auch Prälat Helmut Wanka aus Limburg und Regionaldekan Georg Flierl willkommen heißen. Wetterbedingt mussten die Teilnehmer an der Wallfahrt zum ersten Mal in der Pfarrkirche den Gottesdienst feiern. Dass die Kirche übervoll war (viele standen draußen und hörten die Predigt nur über Lautsprecher), zeige auch die Verbundenheit mit der Marktgemeinde Mähring, so die Heimatkreis-Vorsitzende. Bürgermeister, Vertreter der Patengemeinde Tirschenreuth, die Fahnenabordnungen der Vereine, die Blaskapelle Großkonreuth und natürlich viele Landsleute konnte Regine Löffler-Klemsche zur Wallfahrt begrüßen. Über 1,3 Millionen Menschen, so erinnerte die Vorsitzende, seien aus ihrer Heimat vertrieben worden. Vor 70 Jahren sei es wenigen bewusst gewesen, dass es ein Abschied für lange Zeit war. Am 24. Juli 1966, 20 Jahre nach der Vertreibung, wurde in Mähring der Grundstein für die Heilige Kapelle gelegt. 1982 ist durch die Erweiterung eine stattliche Kirche daraus geworden, "in der wir seitdem unsere Wallfahrt und unsere Messe feiern", so Regine Löffler-Klemsche. Mit der Schubert-Messe, gespielt von Organist Gottfried Staufer, und dem Lied "Lasst euch nicht trennen" wurde der Festgottesdienst eröffnet.

Jeden Tag neu umkehren


Weihbischof Herwig Gössl, dessen Vater aus Graslitz (Kraslice) stammt, wusste, dass sich Pläne nicht immer umsetzbar seien. "Das erinnert uns daran, dass unser Christsein oft nicht dem entspricht, was wir oder Gott geplant haben." Darum müssten wir immer wieder - jeden Tag neu - umkehren. "Das soll uns nicht niederdrücken." Sünder bräuchten eine Umkehr und dürfen auch umkehren. Gott finde einen Ausweg, er geht mit uns und führt uns auf den rechten Weg zurück.

Regionaldekan Georg Flierl erinnerte mit dem Evangelium nach Lukas daran, dass man sich hüten soll vor Habgier. Der Sinn bestehe nicht darin, dass der Mensch im Überfluss lebt."Wozu sind wir, was sind wir, warum sind wir", fragte dann Weihbischof Gössl. Dabei warnte der Geistliche, dass "intellektuelle Habsucht" auch zu ideologischer Verblendung führen könne. Die Habsucht nach Macht zeige sich an den Diktatoren, aber auch dem sogenannten Islamische Staat." Dabei zähle am Ende zählt nur, was vor Gott Bedeutung hat. "Der Sinn des Lebens ist Gott." Wichtig sei es, Gott kennen und lieben zu lernen, auch für junge Menschen.

Die Fürbitten übernahmen Regine Löffler-Klemsche und Hans Stöckl. "Vor 70 Jahren haben wir bei der Vertreibung ein Trauma erlitten, aber dann wir eine neue Heimat gefunden. Hilf uns, nicht verbittert zurück zu schauen." Weltweit seien Menschen auf der Flucht oder werden vertrieben, für sie wurde gebetet, dass sie ein neues Zuhause finden, wo sie leben, beten und arbeiten können. "Lass die Politiker erkennen, dass Machtmissbrauch kein gutes Ende nimmt." Auch in Europa würden Intoleranz und Gewalt gegen andere Menschen, Nationalitäten, Religionen zunehmen. "Der Respekt gegenüber den anderen und die Einhaltung der Menschenrechte sind unverzichtbare Grundlagen, lass sie das erkennen." Gebetet wurde für die Opfer der Amokläufe in den letzten Wochen ebenso wie für die Menschen, die täglich weltweit sterben.

Lass die Politiker erkennen, dass Machtmissbrauch kein gutes Ende nimmt.Regine Löffler-Klemsche und Hans Stöckl in den Fürbitten bei der St. Anna-Wallfahrt der Plan-Weseritzer.
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