Heimatliches Lesebuch

Raimund Keis ist einer der Autoren des Buches über die Kleindenkmäler in der Pfarrei. Bild: wg
Vermischtes
Mähring
20.10.2016
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Kleine Denkmäler - große Arbeit. Auf 231 Seiten hat der Waldverein nicht nur ein Buch über Flurkreuze geschrieben.

Vor sechs Jahren begannen die Recherchen und Arbeiten, viele Gespräche mit Zeitzeugen und unzählige Nachforschungen in Archiven. Jetzt ist es "druckreif": Das Buch "Kleindenkmäler im Gebiet und an den Grenzen der Pfarrei Griesbach". Beschrieben werden darin Flurdenkmäler, Hausheilige, religiöse und weltliche Kleindenkmäler, aber auch Landesgrenzsteine. Damit ist das Buch nicht nur ein interessantes Nachschlagewerk, sondern bietet sich auch als originelles Weihnachtsgeschenk an.

In Archiven "gewühlt"


Bereits 1982, drei Jahre nach der Wiedergründung des OWV-Zweigvereins Griesbach, unternahmen Mitglieder erste Versuche, Kleindenkmäler der Pfarrei zu fotografieren und die Hintergründe zu erforschen. OWV-Vorsitzender Ludwig Gradl und Mitglied Raimund Keis haben die vergangenen sechs Jahre recherchiert, Gespräche geführt, in Archiven "gewühlt" und alle Informationen über Flurdenkmäler in der alten Gemeinde Griesbach gesammelt.

"Gerade die Gespräche mit den Zeitzeugen waren sehr interessant", sagt Raimund Keis. Rund 20 Leute seien seitdem schon verstorben. Ihr Wissen wäre für immer verloren. Ursprünglich sollte sich das Buch auf die Flurdenkmäler der alten Gemeinde Griesbach beschränken. Doch schnell war für Gradl und Keis klar: Das ist so nicht machbar. Also wurde die Forschung ausgeweitet auf die Hausheiligen und auf einheimische Denkmäler auch außerhalb der Gemeinde. Da auch die Ahornberger die Kirche in Griesbach besuchen, wurden Kleindenkmäler auch von dieser Gegend aufgenommen. Danach haben die beiden die alten Landesgrenzsteine entdeckt. "Alles Unikate, von Hand gemeißelt." Auch sie kamen in das Buch.

122 Kleindenkmäler


Insgesamt werden 122 Kleindenkmäler erwähnt. 75 davon sind Flurdenkmäler, die ausführlich auf etwa jeweils zwei Seiten beschrieben werden. Dazu kommen 11 Hausheilige, 11 Wappensteine (eigenes Kapitel), außerdem 24 Denkmäler sowie ein Unfallkreuz. Das Untersuchungsgebiet wurde in vier Bereiche eingeteilt. Beschrieben werden Flurdenkmäler im Bereich Ahornberg-Asch, Griesbach, Laub, Lauterbach, Groppenmühle und Redenbach, bevor es zu den historischen Landesgrenzsteinen übergeht.

Dabei wollten die Autoren keinen "Katalog" verfassen. Neben Bildern und Daten wird auch über den Stifter, den Anlass, das Material und den Denkmaltyp geschrieben. Entstanden ist ein "heimatliches Lesebuch" mit Hauptaugenmerk auf die Entstehungsgeschichte. Ludwig Gradl hofft, dass dieses Buch die Leute dazu anregt, hinauszugehen in die Fluren rund um Griesbach, um sich die Kleindenkmäler und Feldkreuze anzuschauen. Deshalb wurden auch Kartenausschnitte zur Lokalisierung der Denkmäler sowie die GPS-Daten mit angegeben. Im Text befindet sich zusätzlich eine Beschreibung des Standortes. Historische Karten sind ebenso enthalten wie eine Beschreibung der Auffälligkeiten, der Optik und der Zeichen, die auf den Denkmälern zu sehen sind. So fanden die beiden Heimatforscher etwa heraus, dass "die weiße Marter" aus dem Jahre 1720 stammt. Wichtige Hinweise fanden sie auch immer wieder in dem Buch von Karl Bach über den Oberpfälzer Wald (von 1980). Bei der "weißen Marter" fanden sich die Buchstaben "C.G.". Sie ließen Keis und Gradl solange suchen und recherchieren, bis sie auf die Jahreszahl und so auf den Errichter stießen.

Gradl bedankt sich bei der Raiffeisenbank Stiftland für die finanzielle Unterstützung und allen, die auf irgendeine Weise zum Gelingen des Buches beigetragen haben, nicht zuletzt den OWV-Mitgliedern, die ihre Freizeit dafür einsetzten, Flurdenkmäler zu renovieren sowie allen, die sich um die Pflege der Denkmäler kümmern und so den Nachkommen einen Teil ihrer eigenen Geschichte erhalten.

Beim OWV melden


Der OWV bittet die Bevölkerung und alle am Kauf Interessierten, sich baldmöglichst (spätestens bis 25. Oktober) telefonisch unter 09639/408 oder 09639/919570 zu melden, um im Vorfeld die Höhe der Auflage planen zu können. Um die Kosten zu decken, wird der Preis pro Buch ca. 25 Euro betragen.
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