Integrationshilfe formiert sich

Dritter Bürgermeister Franz Schöner übernahm die Gesprächsleitung beim Treffen der Integrationshilfe. Bild: wg
Vermischtes
Mähring
23.02.2016
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Wer Flüchtlingen vor Ort konkret helfen will, kann schon mal seinen Kleiderschrank durchforsten. Gefragt ist warme Kleidung, vor allem für Männer - in schlanken Größen.

Zum Treffen der neu gegründeten "Integrationshilfe Mähring" am Freitag waren rund 30 Personen ins Schützenheim gekommen. Kreisgeschäftsführerin Angelika Würner und Pflegedienstleiterin Maria Siller von der Arbeiterwohlfahrt sowie die ehrenamtliche Asylhelferin Inge Kellner aus Bärnau informierten sehr detailliert und kompetent über die wichtigsten Fragen im Umgang mit den Asylsuchenden. Sie boten auch für die Zukunft ihre Hilfe im Gemeindebereich an. Derzeit befinden sich in der Gemeinschaftsunterkunft, der ehemaligen Volksschule in Mähring, etwa 40 Asylsuchende. Die genaue Zahl schwankt durch Zu- und Abgänge immer etwas. Die Menschen kommen überwiegend aus Syrien, auch aus Irak, Iran und Afghanistan. Es handelt sich meist um Muslime, aber auch fünf Christen sind dabei.

65 im Gemeindegebiet


Die meisten Asylbewerber sind jüngere Männer. Auch einige wenige Frauen sowie Kinder im Alter zwischen 10 und 15 Jahren und ein Baby haben in der alten Schule Unterschlupf gefunden.

In sogenannten dezentralen Unterkünften sind im Gemeindegebiet weitere 20 Personen in Griesbach untergebracht, eine fünfköpfige Familie wohnt in Mähring. In der intensiven Debatte über sinnvolle und notwendige Projekte erörterten die Helfer Schwerpunkte wie Kleidersammlung, Sprachunterricht mit Hausaufgabenhilfe für die schulpflichtigen Kinder, sportliche Aktivitäten, Hilfe im Krankheitsfall, oder auch die Frage einer Versicherung für die ehrenamtlich Tätigen. Dazu hieß es, dass das Ehrenamt in Bayern sowohl haftpflicht- als auch unfallversichert sei. In diesem Zusammenhang plädierte Angelika Würner nachdrücklich dafür, dass staatlicherseits auch eine allgemeine Haftpflichtversicherung für die Asylsuchenden geschaffen werden sollte, damit Geschädigte nicht auf ihren Kosten sitzen bleiben müssten - zum Beispiel bei Unfällen mit Fahrrädern oder als Fußgänger, wie dies schon vorgekommen sei.

Ansprechpartner bereit


Personell übernahm die leitende Koordination der künftigen Aktionen der "Integrationshilfe Mähring" Bettina Weis mit Unterstützung durch Franz Schöner. Es wurden auch Ansprechpartner für die einzelnen Themenbereiche gefunden: für sportliche Aktivitäten Rudi Kraus, für die Organisation eines freiwilligen ehrenamtlichen Sprachunterrichts Konrad Weis mit Unterstützung durch Daniela Zimmermann und Yvonne Kraus, für Hausaufgabenhilfe Bettina Weis sowie für Fragen der medizinischen Versorgung Franz und Monika Prell.

Helfer willkommen


Zum Schluss des Abends bedankte sich dritter Bürgermeister Franz Schöner, der auch die Gesprächsleitung übernommen hatte, für das ehrenamtliche Engagement eines jeden Einzelnen. Er hoffte, dass sich im Lauf der Zeit noch weitere Hilfsbereite anschließen.

Donnerstag Abgabe von KleiderspendenAls besonders vordringlich beschloss der Helferkreis eine gezielte Kleidersammlung, weil die meisten Asylsuchenden keine geeigneten Sachen für die kalte Jahreszeit haben und frieren. Es wird vor allem warme Kleidung gebraucht, also Jacken, Pullover, Hosen, Mützen, Schals, festes Schuhwerk und ähnliches. Bei Männerkleidung sind nur schlanke Größen sinnvoll. Aber auch Biberbettwäsche ist gefragt. Die Bevölkerung kann geeignete Kleiderspenden am Donnerstag, 25. Februar, im Mähringer Pfarr- und Jugendheim zwischen 17 und 19 Uhr abgeben. Für diese Aktion haben sich Bianca Reinold, Bettina Weis und Brigitte Breusch-Veittinger zur Verfügung gestellt. (wg)
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