Kapelle in Großkonreuth
Immer wieder Land unter

Das Höhenniveau der Kapelle liegt unterhalb der Straße. Deshalb wird das Areal bei Starkregen zuerst überschwemmt. Bilder: tr (2)
Vermischtes
Mähring
22.08.2016
118
0
 
Eingetrockneter Schlamm und schmutzig braune Ränder, die zeigen wie hoch das Wasser stand, zeugen von den Überflutungen.

"Im Moment habe ich schon Abschied genommen", sagt Robert Marx, Besitzer der Kapelle an der Abzweigung der Ortsdurchfahrt nach Griesbach. Seit zwei Jahren säuft das Flurdenkmal immer wieder ab. Und niemand fühlt sich zuständig, um Abhilfe zu schaffen.

Großkonreuth. Robert Marx hat die Kapelle vor sieben Jahren für 4000 Euro aus einem Nachlass erworben. Etwa genauso viel hat er investiert, um das kleine Bauwerk auf Vordermann zu bringen. "Bis vor zwei Jahren ging auch alles gut", sagt der 69-jährige aus St. Wendel, der seit vielen Jahren in Weiden lebt. Dann kam das Wasser und alles war Land unter.

Marx geht davon aus, dass ein großes Maisfeld am gegenüberliegenden Hang der eigentliche Übeltäter ist. Bei Starkregen, wie er in letzter Zeit immer häufiger auftrete, verstopfe der abgeschwemmte Ackerboden das Rohr im Straßengraben. Deshalb könne das Wasser nicht schnell genug abfließen und setze die Kapelle unter Wasser.

Robert Marx kümmert sich hobbymäßig um Flurdenkmäler in der Oberpfalz. Besonders die Gegend zwischen Mähring und Waldmünchen hat es ihm angetan, weil es da so manchen "Schatz" zu entdecken gäbe. Nach mehreren Überschwemmungen räumte der Kapelleneigentümer sämtliche Gegenstände heraus und deponierte sie bei sich zu Hause.

Gemeinde nicht in der Pflicht


Auf seiner Suche nach Hilfe wandte er sich zuerst an die Gemeinde in Mähring. In einem Schreiben teilte die mit, dass sie sich außerhalb der Pflicht sehe. Es seien keine gemeindlichen Grundstücke betroffen, von denen wild abfließendes Wasser in die Kapelle eindringe. Das Problem liege darin, dass die Kapelle tiefer liege als das umliegende Gelände. Man sehe eher den Landkreis in der Pflicht, weil die Kreisstraße direkt an der Kapelle vorbeiführe.

Die Tiefbauabteilung im Landratsamt antwortete in ihrem Schreiben, dass nach entsprechenden Recherchen die Überflutung der Kapelle durch ein Starkregenereignis verursacht wurde. Durch die auftretenden großen Wassermassen seien unter anderem auch der Oberboden von den umliegenden Feldern (zum Teil mit Mais bepflanzt) abgespült worden.

Dadurch sei der straßenbegleitende Entwässerungsgraben verlandet und die ableitende Rohrleitung teilweise verstopft worden. Deshalb sei eine geregelte Wasserableitung nicht mehr möglich gewesen. Unwetter seien nicht vorhersehbar und die Folgen für den Landkreis nicht abwendbar. Im Herbst stünden wieder turnusmäßige Überprüfungen der kreiseigenen Entwässerungsanlagen an. Sollten dabei Mängel festgestellt werden, würden diese umgehend behoben.

Marx setzt auf Landkreis


Für Robert Marx ist es logisch, dass ihn der Landkreis beim Schutz der Kapelle unterstützen müsse. Sollte ein positiver Bescheid ins Haus flattern, will er noch einmal in das Gebäude investieren, das durch die Hochwasser sehr gelitten hat.

Neben der Säuberung und einem neuen Anstrich würde er auch das Inventar wieder in die Kapelle zurückbringen und mit Accessoires aus seiner Antiquitätensammlung ergänzen. Passiere nichts, werde er das Flurdenkmal weiterveräußern.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.