Kein neuer Kommandant für Feuerwehr Griesbach
Erster Anlauf ohne Erfolg

Bürgermeister Josef Schmidkonz überreichte ein Buch über den Heiligen Florian an den aus dem Amt scheidenden 1. Kommandanten Thomas Gradl. Der Bürgermeister bedankte sich für mehr als 15 Jahre hervorragende Arbeit und bat, auch weiter bei Fragen oder Notfällen zur Verfügung zu stehen. Bild: wg
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Mähring
02.03.2016
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Im ersten Anlauf haben die Brandschützer den Einsatz abblasen müssen: Die Suche nach einem Kommandanten ist im Sande verlaufen. In drei Monaten soll ein neuer Versuch gestartet werden.

Griesbach. Nachdem 1. Kommandant Thomas Gradl vor drei Monaten seine Amtsniederlegung zum 1. März angekündigt hatte, stand bei der Jahreshauptversammlung der Griesbacher Feuerwehr (ausführlicher Bericht folgt) eine außerordentliche Neuwahl an. Bürgermeister Josef Schmidkonz als Wahlleiter gab sein Bestes, doch auch er hatte - wie die Führungskräfte vor ihm - keinen Erfolg. Das Amt konnte nicht neu besetzt werden. Nun soll in drei Monaten nochmals eine Versammlung einberufen werden, um einen Nachfolger zu finden.

Arbeit geht vor


Normalerweise werden die Führungskräfte für sechs Jahre gewählt. Thomas Gradl gab sein Amt nach 15 Jahren zwei Jahre vor Ablauf der regulären Zeit auf beruflichen Gründen ab. Bürgermeister Josef Schmidkonz bedauerte dies, zeigte aber auch Verständnis dafür, da die Arbeit nun einmal vorgeht. Vom Beruf müsse man leben, "die Feuerwehr hier ist ein Ehrenamt, von dem man nicht leben kann." Mit einem Buch über den Heiligen Florian bedankte sich Schmidkonz bei Thomas Gradl, der jahrzehntelang hervorragende Arbeit geleistet hat. Mit einem letzten Versuch wollte er den langjährigen Kommandanten überreden, es sich doch noch mal zu überlegen, doch dessen Entscheidung war unwiderruflich. Das Gemeindeoberhaupt bat Gradl, der Wehr bei Fragen oder einem Notfall weiter zur Verfügung zu stehen.

Da das Feuerwehrwesen eine gemeindliche Pflichtaufgabe ist, erklärte der Bürgermeister die Regularien, wer stimmberechtigt bzw. wahlberechtigt ist. Wie Vorsitzender Adalbert Sporrer ausführte, hätte man einen Nachfolger gefunden, der allerdings erst in einem Jahr und sieben Monaten das Amt übernehmen könnte (aus Altersgründen) - die notwendigen Lehrgänge könnten in der Zwischenzeit abgelegt werden.

Somit bräuchte man nur übergangsweise jemanden, der solange das Amt übernimmt. Er sprach namentlich alle Kameraden an, die die entsprechenden Kurse und Ausbildungen sowie das Alter und die Erfahrung hätten, doch kein einziger war bereit, das Amt zu übernehmen. Nachdem die Gemeinde zwar die Möglichkeit hat, einen neuen Kommandanten zu bestimmen, dies aber nicht zielführend sei, wurden alle Möglichkeiten durchgesprochen, die der Gemeinde bzw. der Wehr bleiben. Es soll nun ein zweiter Wahltermin stattfinden. Sollte sich wieder niemand finden, kann jemand berufen werden - die letzte Möglichkeit wäre die Abmeldung, dann müsste eine andere Wehr das Gebiet mit abdecken, was aber beschämend für Schmidkonz wäre.

Keine Vertretung


"Die Feuerwehr braucht eine Führung, damit der Einsatz gewährleistet werden kann." Normalerweise müsste bis zu den nächsten Wahlen 2. Kommandant Michael Schweimer die Vertretung übernehmen, doch der wohnt nicht mehr in der Gemeinde und arbeitet zu weit weg, so dass er dies nicht machen kann und will. Notgedrungen stimmte Schmidkonz einer Vertagung zu. Nun soll ein neuer Termin gesucht werden - in der Zwischenzeit sollen weitere Gespräche geführt werden. "Die Feuerwehr ist seit 140 Jahren in Griesbach! Nicht mehr einsatzfähig zu sein wäre beschämend!"
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