Mähring empfängt neuen Pfarrer
Wie Feuerwehr immer bereit

Die kirchlichen und weltlichen Vereine bereiteten dem Mähringer Seelsorger einen gebührenden Empfang.
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Mähring
07.09.2016
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Pfarrer Armin Maierhofer bedankte sich für das herzliche Willkommen.

Angeführt wurde der stattliche Kirchenzug von der Blaskapelle Großkonreuth. Die Vertreter der Marktgemeinde reihten sich ebenso ein wie die Kindergartenkinder mit ihren Erzieherinnen und die örtlichen Vereine, sogar die Vertreter des Plan-Weseritzer Heimatkreises waren extra aus Hessen angereist. Auch einer der in Mähring lebenden Flüchtlinge, der Christ ist und ebenfalls schon sehr gespannt war auf den neuen Geistlichen, besuchte den Gottesdienst.

Beim Festgottesdienst hieß dritter Bürgermeister Franz Schöner den Pfarrer herzlich willkommen. "Für Sie beginnt heute ein neuer Abschnitt Ihres Lebens in unserer schönen, vielfältigen, aber auch herausfordernden Gemeinde." Schöner verwies auf die unterschiedlichsten Veranstaltungen und Kontakte nach Tschechien. "Die Pfarrgemeinde sehnt sich nach einem Seelsorger, der Ansprechpartner ist und greifbar, da der bisherige Pfarrer schon längere Zeit krank war." Er überreichte dem Priester eine "Gemeindeuhr" mit allen drei Kirchen der Gemeinde.

Reinhard Beer hieß den Pfarrer im Namen aller Vereine willkommen: "Wir hoffen auf eine gute Zusammenarbeit bei allen kirchlichen und weltlichen Veranstaltungen und wünschen Ihnen Gottes Segen und eine glückliche Hand." Im Namen der Kirchenverwaltung, des Pfarrgemeinderates und der Pfarrgemeinde begrüßte Kirchenpfleger Franz Freundl den Seelsorger: "Ich hoffe, dass Sie sich bei uns gut einfinden."

Das ganze Dorf war auf den Beinen, um dem neuen Seelsorger die Ehre zu erweisen. Mit einem stattlichen Kirchenzug geleiteten die Mähringer Armin Maierhofer in die Pfarrkirche St. Katharina.

Den Begrüßungsreigen in der voll besetzten Kirche eröffneten die Buben und Mädchen des gemeindlichen Kindergartens mit Liedern. Organist Gottfried Staufer und der Männerchor des Heimatvereins sorgten für die musikalische Gestaltung des ersten "offiziellen" Gottesdienstes. Seit 1. September betreut Armin Maierhofer die Pfarrgemeinde Mähring und übernimmt die Nachfolge von Pfarrer Ludwig Steinhauser.

Da die Freiwillige Feuerwehr am Wochenende ihr Wein- und Gartenfest feierte, bezog sich Pfarrer Maierhofer in seiner Predigt auch auf die Brandschützer und ihre wichtige Aufgabe. "Es gibt einige Gemeinsamkeiten zwischen Gott und der Feuerwehr: Beide haben Dauerberereitschaft - die Feuerwehr über die 112, Leitstelle und Melder; Gott, der immer nur ein Gebet weit entfernt ist und bei dem man sich mit Freud und Leid melden kann."

Feuer und Wasser


Sowohl Gott als auch die Feuerwehr würden von vielen nur im Notfall wahrgenommen, sagte der Geistliche. Dabei arbeiteten sie das ganze Jahr und hielten für das Allgemeinwohl vieles in Gang, was manchem gar nicht bewusst sei. "Beide dienen und helfen anderen gern und investieren dafür Zeit, Kraft und Einsatz." Beide hätten unter anderem mit Feuer und Wasser zu tun. "Bei der Feuerwehr ist es offenkundig, wenn sie mit Hilfe von Wasser rettet. Bei Gott ist es vielleicht nicht ganz so ersichtlich - Gott schenkt uns Rettung durch das Wasser der Taufe."

Auch das Feuer habe in der Kirche eine große Bedeutung. Der Heilige Geist sei in Feuerzungen auf die ersten Jünger herabgekommen. "Durch die Firmung haben wir dieses Feuer empfangen. Das Feuer des Heiligen Geistes darf nicht gelöscht werden", betonte der Prediger. Zum Festgottesdienst hätten sich Feuerwehr und Kirche zusammengetan, und das nicht nur, um die Gemeinsamkeiten von Gott und Feuerwehr anzudenken oder weil man mal einen Spaziergang in Kirche machen wollte.

Erlebte Not


Der Grund dieses Gottesdienstes sei viel tiefer: "Mancher kommt ins Fragen nach Gott und ins Bitten um seine Begleitung, bei dem, was er als Mitglied der Feuerwehr erlebt", erinnerte der Pfarrer an Unfälle und die Not anderer sowie die Gefahr, in die man sich selbst begebe. "Erlebte Not lehrt vielleicht nicht automatisch das Beten - aber sie wirft Lebensfragen auf: Was trägt, hält und wer die so verletzliche Pflanze des eigenen Lebens eigentlich schützt."

Keine Garantie


Pfarrer Maierhofer wünschte allen, dass der Kontakt zu Gott intensiver wird: "Dass wir das, was gelingt, und das, was misslingt, vertrauensvoll in Gottes Hände legen können." Er zitierte aus dem Paulus-Brief: "All eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch!" Ein Gottesdienst sei sicher keine Garantieveranstaltung nach dem Motto: "Ende Mai dagewesen, jetzt habe ich bis zur Herbstinspektion Mobilitätsgarantie auf Motor, Getriebe und alle Einzelteile." In einem Gottesdienst hörten die Menschen aber Gottes Versprechen, dass keiner allein sei. Und wer wisse, dass er im Tiefsten versorgt sei, habe Raum, sich um andere zu sorgen - ob bei der Feuerwehr oder an vielen anderen Stellen.

Erst Kaufmann, jetzt PriesterArmin Maierhofer, geboren 1995 als erstes von acht Kindern in Altendorf bei Nabburg, lernte zunächst den Beruf des Kaufmanns im Groß- und Außenhandel. 1997 begann er sein theologisches Studium in Heiligenkreuz bei Wien. 2005 wurde er zum Priester geweiht. Nach zwei Jahren als Kaplan in Waldmünchen wirkte er sechs Jahre in der niederbayerischen Pfarrei Hainsbach-Haindling. Im September 2013 folgte der Wechsel nach Kastl bei Kemnath. Nun wurde er als Pfarrvikar nach Mähring und zur Mithilfe im Dekanat Tirschenreuth entsandt.
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