Mähringer Bürger besuchen Flüchtlinge
Mit Gebäck und Gesprächen

Begeistert waren die Syrer, Iraner, Iraker und Afghanen, dass so viele Leute gekommen waren, um sie kennenzulernen. Im Hintergrund die Mähringer Bürger, die "hinter den Flüchtlingen" stehen und sich zu einem Helferkreis formiert haben, um den Neubürgern die Integration zu erleichtern. Bild: wg
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Mähring
08.03.2016
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Der Betrieb im alten Schulhaus hat doch etwas mit Lernen und Neues kennenlernen zu tun. Immerhin leben hier jetzt Flüchtlinge. Die freilich wollten auch die Mähringer Bürger näher kennenlernen.

Die neuen Bewohner des alten Schulhauses und die Integrationshilfe Mähring hatten am Wochenende alle interessierten Bürger der Gemeinde zu einem Treffen zum gegenseitigen Kennenlernen eingeladen. Mehr als 50 Besucher nahmen die Gelegenheit wahr. Mit Tee und Gebäck wurden die Gäste durch die Flüchtlinge bewirtet. Aber auch ein Eindruck in fremde Kulturen und Religionen wurde geboten.

Unter den Flüchtlingen finden sich auch zwei Christen, die bereits die Gelegenheit nutzten, die Gottesdienste zu besuchen. Einer von den beiden will sich taufen lassen. In seiner Heimat hatte er dazu keine Gelegenheit, da Christen eine Minderheit sind und ihren Glauben nur "im stillen Kämmerlein" ausüben konnten.

Nach der Begrüßung durch 3. Bürgermeister und Integrationshilfe-Mitglied Franz Schöner sowie Integrationshilfe-Sprecherin Bettina Weis war das Eis schnell gebrochen, auch wenn nur wenige der Flüchtlinge etwas Deutsch sprechen. Die meisten können Englisch und so wurde "mit Händen und Füßen" geredet und gefragt und erklärt. Unter den rund 40 Flüchtlingen sind zwei Familien, zwei Babys und vier Kinder.Eine tolle Idee hatte Rudi Kraus vom Sportclub Mähring, der einige Bälle als Geschenk mitbrachte, so dass Kinder und Männer jetzt draußen ein bisschen "kicken" können, sobald es das Wetter erlaubt. Er lud die Neuankömmlinge außerdem ein, zum Fußball-Training zu kommen.

Vorurteile abbauen


Bettina Weis lud die Mähringer ein, das Gespräch mit den Neubürgern zu suchen. Die Integrationshilfe wollte mit der "Kennenlern-Einladung" eventuell vorhandene Vorurteile abbauen und vor allem den Kontakt zur Bevölkerung herstellen, damit auch die Flüchtlinge sehen, sie gehören dazu. Ein Anliegen war es den Bewohnern der Sammelunterkunft, ob jemand unter den Besuchern ist, der den DVD-Rekorder reparieren könnte. Da sie noch keine Arbeit haben, werde der Tag lang. Das weiß auch Faisal Churky. Der 65-Jährige kommt aus Syrien. Er ist mit seiner Familie geflohen. Mit seinen beiden Kindern (29 und 30 Jahre) kam er vor zwei Monaten über die Balkanroute nach Deutschland. Seine 54-jährige Ehefrau und zwei weitere Frauen stecken noch im Libanon fest - das Geld reichte nicht mehr, erzählt Faisal Churky mit Tränen in den Augen.

Der Syrer ist so etwas wie ein Vater für die anderen Bewohner, vor allem für die jungen Männer. Faisal Churky ist begeistert von Deutschland und vor allem von den Mähringern. "Jeder kommt und fragt, ob er helfen kann. Die Leute hier sind alle sehr nett!" Natürlich will Faisal Churky, der in Syrien Mechaniker war, in Deutschland eine Arbeit finden. Der erste Schritt ist jetzt der Deutsch-Unterricht, den die Integrationshilfe aus Eigeninitiative anbietet. Diesen Freitag geht es los. Zweimal die Woche werden Konrad Weis, Yvonne Kraus, Daniela Zimmermann und Claudia Wimmer Deutsch-Unterricht geben, bis ein VHS-Kurs angeboten wird.

Wintersachen gesucht


Nachdem die Integrationshilfe eine Kleidersammlung organisiert hat, wurde die erste Kleiderausgabe bereits vergangenen Samstag durchgeführt. Was noch dringend gesucht wird, sind schmale Jeans, Anoraks und Winterjacken sowie Winterschuhe. Die Mitglieder der Integrationshilfe wollen Fahrdienste anbieten, damit die Neubürger bei den Fahrtkosten nach Tirschenreuth entlastet werden. Es werden Fahrten zu Ärzten und medizinischen Diensten übernommen (mit Dolmetscher aus Tirschenreuth). Wer mitarbeiten möchte, kann sich an Bettina Weis vom Helferkreises wenden.
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