Nur die Investoren verdienen

Bürger und Politiker durften MdL Hubert Aiwanger (links) ihre Sorgen vortragen. Auch Landrat Wolfgang Lippert (rechts) wusste von Beschwerden von Menschen, die massiv unter Windrädern leiden. Bild: wg
Vermischtes
Mähring
03.07.2016
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Viel Zeit hatte Hubert Aiwanger am Donnerstag mitgebracht. Und das hörten seine Gesprächspartner gerne. Sogar unter vier Augen durften sie ihre Anliegen dem Bundesvorsitzenden der Freien Wähler schildern.

Auf Einladung des Kreisverbandes der Freien Wähler war Aiwanger, MdL sowie Fraktionsvorsitzender der FW im Bayerischen Landtag, ins Stiftland gekommen. Im Blickpunkt stand das Thema Windkraft. Bei den Besuchen an den Anlagen und geplanten Standorten, hörte sich Aiwanger auch die Sorgen der Bürger an. Den Abschluss des Aufenthaltes bildete eine Diskussion mit den Freien Wählern im "Gelebten Museum" in Mähring.

Der Bundesvorsitzende war mit MdL Dr. Karl Vetter, dem Sprecher des Gesundheitsausschusses, einem "Aufschrei" von Bürgermeister Josef Schmidkonz gefolgt, der ein bekennender Windrad-Gegner ist und seit Jahren gegen mehrere Projekte in der Gemeinde Mähring ankämpft. Beim Besuch mit dabei waren noch Kreisräte und Ortsvorsitzende "von Ost bis West". Mehr als 40 Personen bildeten eine stattliche Runde - und viele hatten etwas zu erzählen. "Die Politik muss für die Menschen arbeiten, muss wissen, was die Menschen brauchen", betonte Kreisvorsitzende Gisela Kastner. "Als Landrat werde ich immer wieder mit Beschwerden konfrontiert", schilderte Wolfgang Lippert.

Den Fuß in der Tür


Bürgermeister Josef Schmidkonz berichtete, dass im Gemeindebereich drei Windräder genehmigt wurden. Drei verschiedene Firmen würden Windparks im gesamten Gemeindegebiet planen. "Und das sogar, wenn gerichtliche Auflagen den Betrieb unwirtschaftlich machen, nur um den Fuß in der Tür zu haben"! Schmidkonz beklagte vor allem die Standorte, zum Teil nur 400 Meter von einer Wohnbebauung entfernt. Zudem stellte Schmidkonz heraus, dass in der Gemeinde 9,2 Millionen Kilowatt Strom ohne Windkraft erzeugt, aber nur 4,3 Millionen verbraucht würden. Das müssten andere halt auch machen. "Stattdessen zahlen die Bürger mit dem EEG-Beitrag alles mit, um den Strom nach München zu bringen." Verdienen würden nur die Investoren, die Verlierer seien die Menschen vor Ort, die den Lärm und die Auswirkungen ertragen müssen.

"Wir sind keine blinden Befürworter von Windenergie. Die Mischung macht's", betonte Aiwanger. Zudem sollte der Strom in der Region verbraucht oder gespeichert werden. Entschieden würde die Freien Wähler die Stromtrassen ablehnen. Dies sei keine Lösung.
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