Söder löst Versprechen ein
Heimatminister im Heimatmuseum Mähring

Sehr angetan war Minister Markus Söder (Zweiter von links) vom Engagement der Mähringer Bürger beim Heimatmuseum. Mit im Bild MdL Tobias Reiß, Landrat Wolfgang Lippert und sein Stellvertreter Roland Grillmeier sowie Bürgermeister Josef Schmidkonz. Bild: wg
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Mähring
12.01.2016
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Da war die halbe Grenzgemeinde auf den Beinen, als Markus Söder am Montag Mähring besuchte. Passte ja auch: der Heimatminister im Heimatmuseum. Da durfte dann auch ein Seitenhieb auf den Breitbandausbau nicht fehlen.

Eigentlich wollte der Gast aus Nürnberg ja bereits zur Eröffnung des "Gelebten Museums" vergangenen Oktober kommen, musste dann aber wegen der akuten Flüchtlingssituation damals kurzfristig absagen. Sein Versprechen aber löste Söder jetzt ein.

Bürgermeister Josef Schmidkonz hatte eigens die Amtskette angelegt, als er seine Gemeinde mit insgesamt 19 Ansiedlungen vorstellte, die in den letzten 14 Jahren zehn Prozent ihrer Einwohner, also gut 200 Personen, verloren hat. Da war es Schmidkonz schon wichtig, dass es bei der Breitbandversorgung keine Bürger 1. und 2. Klasse gebe. Der Bürgermeister bedauerte, dass Mähring nicht in den Genuss der Höchstförderung kommt. "Das sind 120 000 Euro, die uns fehlen."

Die 80 Prozent waren für den Finanzminister gar nicht mal so schlecht. "Andere bekommen Null." Andererseits bekannte sich Söder zum flachen Land. "Wir geben uns Mühe, den Gemeinden Hilfe zu leisten und die Heimat zu stärken. Wir dürfen nicht zulassen, dass das Land entvölkert wird."

Für die Mähringer war es seit der Gebietsreform 1989 das wichtigste Projekt, das denkmalgeschützte Schul- und Rathaus zu sanieren. Es hat 25 Jahre gedauert, um die Maßnahmen finanziell auf die Reihe zu bringen. Die 800 000 Euro Gesamtkosten waren für die kleine Gemeinde schon ein riesiges Projekt.

Und da lobte Schmidkonz seine Bürger. Die gesamte Bevölkerung habe sich mit insgesamt rund 7000 Stunden Eigenleistung eingebracht. "Wir wollen nicht jammern, sind aber nicht abgeneigt, wenn wir weitere Gelder bekommen."

Vor einem Rundgang durch die Museumsräume erläuterte 3. Bürgermeister Franz Schöner, der das Museum auch betreut, das museale Konzept, das auch auf die besondere Situation beim Leben an der Grenze eingeht und auch das verschwundene Dorf Lohhäuser thematisiert. Der Heimatverein stellt Exponate aus, der Fremdenverkehrsverein präsentiert Sehenswürdigkeiten der Region. Außerdem ist der Heimatkreis Plan-Weseritz mit Foto- und Dokumentenausstellung integriert. Geschaffen wurde auch eine Begegnungsstätte im Erdgeschoss, die auch für die Bewirtung der Museumsbesucher genutzt wird. Deutschkurse für die Asylbewerber sollen hier stattfinden. Franz Schöner hob auch die gute Zusammenarbeit mit der Mikroregion Marienbad hervor und lud den Minister abschließend zum Anna-Fest der Heimatvertriebenen und zum Lohhäuser-Treffen ein.

"Die Mitte Europas entscheidet, ob Europa eng zusammenwächst oder nebeneinander herlebt", sagte Markus Söder. Die Menschen an der Grenze hätten schon immer die schwierigste Situation in ganz Deutschland gehabt. Deshalb sei es schwer für die Region, genauso erfolgreich zu sein wie andere. Ihn beeindrucke, dass die Menschen hier nicht jammern, sondern sich mit Engagement und guten Ideen und viel Herzblut an die Arbeit machen und etwas daraus machen. "Das wollen wir unterstützen mit viel Geld."

Gerade im ländlichen Raum seien die geschichtsträchtigen Orte mit tollem Bürgerengagement zu finden. Es sei ein gegenseitiges Befruchten. Dankbar war Söder, dass die Grenzöffnung damals so friedlich ablief. "Bayern und Tschechien haben eine gute Zukunft, sie haben auch eine gemeinschaftliche Region und Geschichte. Meine Unterstützung habt ihr", versprach der Gast.

"Mit guten Ideen findet man einen Weg zum Geld", sagte MdL Tobias Reiß. Strategien würden auch für den ländlichen Raum benötigt, um etwas auf den Weg zu bringen - die Ideen sind da."
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