Von Landschaften und Leuten

In der Plan-Weseritz-Stube ist auch eines von drei Modellen von Anton Schneider aufgebaut, das die Egerländer Fachwerkkunst zeigt. Vorsitzende Regine Löffler-Klemsche (links) bedankte sich besonders herzlich bei den Mähringer Bürgern für ihre Bemühungen um das Museum. Bild: wg
Vermischtes
Mähring
04.08.2016
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Tausende Bilder aus der alten Heimat haben die Plan-Weseritzer gesammelt, ein eindrucksvolles Bauernhof-Modell gebaut und schmuckvolle Trachten gepflegt. Vieles davon ist in der Plan-Weseritzer-Stube im "Gelebten Museum" zu sehen.

Aktuell findet sich in dem Museum eine Fotoausstellung der Plan-Weseritzer. Nach der Museums-Einweihung im Vorjahr traten sich nun die Plan-Weseritzer zu ihrer eigenen Eröffnungsfeier. Museumsleiter Franz Schöner stellte dabei heraus, dass im Museum die ganze Region diesseits und jenseits der Grenze dargestellt werde, das Leben zu Zeiten des "Eisernen Vorhangs", aber auch die guten Beziehungen mit den Sudetendeutschen und den jetzigen Bewohnern aus dem Nachbarland.

Die erste Sonderausstellung befasste sich mit "25 Jahre Grenzöffnung", heuer gehe es um "70 Jahre Flucht und Vertreibung", schilderte Schöner. Auch für Mähring sei das Thema "Vertreibung" von großer Bedeutung - aktuell leben 45 Flüchtlinge aus dem Iran, Irak und Syrien im Ort. Bürgermeister Josef Schmidkonz erinnerte an die Leistungen der Bürger, auch der Plan-Weseritzer, bei der Gestaltung Museums. Die Heimatvertriebenen seien aber auch in Zukunft immer wieder gefordert, die Stube zu pflegen und die Ausstellung aktuell zu halten.

Regine Löffler-Klemsche, Vorsitzende des Heimatkreises, freute sich, mit den Landsleuten nach einigen Jahren der Restaurierung jetzt die Fotoausstellung für die Plan-Weseritzer eröffnen zu dürfen. Die Vorsitzende dankte Franz Schöner, der sich unermüdlich für die Renovierung des Rathauses eingesetzt hat, sowie Dr. Josef Paukner für die konstruktive Zusammenarbeit bei der Gestaltung. Ein "herzliches Vergelt's Gott" galt den Mähringer Bürgern und Vereinen, die über 7000 Stunden Eigenleistung erbrachten.

Gebetsbücher und Trachten


Franz Valenta hatte vor 30 Jahren die Idee zur Fotoausstellung. 2840 Fotos kamen zusammen, sie zeigen Häuser, Landschaften und Leute. Seit zwei Jahren sind die Bilder digitalisiert. Bei den ausgestellten Bildern handle es sich um Reproduktionen. Zu sehen ist auch eines der drei Bauernhof-Modelle, die Anton Schneider gebaut hat. Gezeigt würden außerdem Bildbände, Gebetsbücher, Weiheurkunden, aber auch ein Trachtenpaar. Nach dem Internet-Anschluss des Museums können weitere Bilder - darunter Fotos von allen Heimattreffen ab 1953 bis 2013 - über Touchscreen angeschaut werden.

Professor Michael Simon von der Uni Mainz und sein Team (Johanne Lefeldt und Thomas Schneider) waren angereist zum Heimattreffen, um den mit tschechischen Untertiteln versehenen Film "Lass dir die Fremde zur Heimat, aber nie die Heimat zur Fremde werden" zu zeigen, der beim 62. St.Anna-Fest in Mähring entstand. Sie verteilten außerdem einen Sonderdruck zur filmischen Dokumentation über das historische Anna-Fest.
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