Vortrag über Arthrose
Nicht immer gleich Operation

Robert Drechsel freute sich über das große Interesse am Vortrag. Der Orthopäde und Unfallchirurg ist seit 2014 von Montag bis Mittwoch beim MVZ Stiftland tätig und wird ab Mai die ganze Woche über in Waldsassen und in der Filialpraxis in Mitterteich tätig sein. Bild: wg
Vermischtes
Mähring
19.04.2016
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"Jeder bekommt Arthrose - er muss nur alt genug werden". Dr. Torsten Friese und Facharzt Robert Drechsel stellten Behandlungsmöglichkeiten mit und ohne Operation vor.

Großkonreuth. Sehr gut besucht war der Vortrag über "Arthrose, Behandlungsmöglichkeiten mit und ohne Operation", den Seniorenbeauftragte Heidi Gradl im Gasthof Scharnagl organisiert hatte. Als Referenten hatte sie die Fachärzte Dr. Torsten Friese und Robert Drechsel eingeladen, die auch die vielen Fragen der Besucher zu dieser schmerzhaften Gelenkerkrankung gerne beantworteten.

Änderung des Lebensstils


In seinem Vortrag hatte Robert Drechsel die Themen Rückenschmerzen und Osteoporose als Schwerpunkte gewählt. "Rückenschmerzen sind sehr häufig, rund 70 Prozent der Erwachsenen hat mindestens einmal im Jahr Rückenschmerzen." Immer Rückenschmerzen zu haben, deute auf Abnutzung hin. Akute Rückenschmerzen könnten unterschiedliche Ursachen haben, etwa einen osteoporotischen Bruch. Wichtig sei es immer, zuerst schlimme spezifische Dinge auszuschließen, weshalb eine Anamnese-Untersuchung gemacht wird: seit wann, wie oft, wie lange, welche Symptome. Zur Diagnose sind weitere Untersuchungen nötig, wie eine Beweglichkeitsprüfung. Dabei müsste für die Schmerzen nicht immer der Rücken verantwortlich sein. Mögliche Ursachen seien auch Gallenkolik, Nierenkolik oder Gefäßverengungen. Weitere Themen waren Osteoporose und verschiedene Bruch-Formen, Schutz durch Änderung der Ernährungsgewohnheiten oder des Lebensstils. Das Ziel sei immer die Schmerzlinderung und die Wiedererlangung der Mobilität. Primär erfolge die konservative Behandlung, bevor operative Möglichkeiten in Betracht kommen.

Dr. med. Torsten Friese informierte schwerpunktmäßig über Behandlungsmethoden bei Kniegelenksarthrose, wovon rund 75 Prozent der über 50-Jährigen betroffen sind. "Arthrose kann jedes Gelenk befallen", so der Facharzt. Dr. Friese zeigte die drei Bewegungsachsen der Kniegelenksarthrose auf und wie Schmerzen entstehen (durch Knorpelverlust verändert sich der Knochen unterhalb und so reibt Knochen auf Knochen). Breiten Raum nahmen die Ursachen und Risikofaktoren ein, abhängig von Alter und Geschlecht. Ursachen können unter anderem Stoffwechselerkrankungen (z.B. Gicht) sein. Als mechanische Ursachen nannte der Mediziner etwa Übergewicht, Arbeit oder Sport. Nicht immer müsste gleich operiert werden, zuerst wird konservativ und gelenkerhaltend therapiert. "Das A und O ist Gewichtsreduktion!" Bei einem BMI von 35 bis 40 sei die Gefahr einer künstlichen Knieprothese um das 18,7-fache erhöht, wusste der Mediziner bei seinem Vortrag.
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