Zusätzlicher Rettungswagen in Griesbach
Wieder ein Stück sicherer

(Foto: dpa)
Vermischtes
Mähring
17.02.2017
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BRK-Kreisvorsitzender Franz Stahl (links) und der Vorsitzende des Verbands ZRF Nordoberpfalz, Andreas Meier, unterzeichneten das Vertragswerk. Ab 1. Juli ist Griesbach, vorerst befristet auf 18 Monate, ein RTW-Standort. Bild: tr

Zwölf Minuten: Länger dürfen die Rettungskräfte bis zum Einsatzort nicht brauchen. Am Grenzkamm war das nicht immer der Fall. Mit der Stationierung eines Rettungswagens in Griesbach wird Abhilfe geschaffen. Zumindest für die nächsten 18 Monate.

Alfred Rast vom Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Nordoberpfalz erklärte bei der Vertragsunterzeichnung die Notwendigkeit eines zusätzlichen Rettungswagens (RTW) am Standort Griesbach. Das Fahrzeug samt Mannschaft wird am 1. Juli vorerst für 18 Monate zwischen 8 und 20 Uhr in Dienst gestellt.

Gleiches Recht für alle


Mit der Neuregelung des Rettungsdienstes gelten jetzt landesweit einheitliche Fahrzeiten. Nämlich exakt diese zwölf Minuten. Bisher gab es für ländliche Gebiete Ausnahmen, waren dort bis zu 15 Minuten erlaubt. "Wir überprüfen kontinuierlich, wo Probleme auftreten, um sie schnellstmöglich in den Griff zu bekommen", so Rast.

Bisher sei es kaum möglich gewesen, von Tirschenreuth aus Einsatzorte innerhalb der geforderten Zeit in den Bereichen Bärnau oder Mähring zu erreichen. Deshalb habe man sich für Griesbach entschieden. Der Standort fungiere zusätzlich auch als "Backup" für Tirschenreuth. Ob er sich für unbefristete Zeit etablieren kann, wird in etwa einem Jahr überprüft. "Da müssen dann die Zahlen sprechen, ob sich die Situation verbessert hat oder nicht."

Dass das BRK den Zuschlag für den Betrieb des neuen Standortes bekommen hat, begründete Rast mit dem "besten Preis-Leistungs-Verhältnis". Nachdem der Zweckverband Zugriff auf alle relevanten Daten hat, soll auch die Situation zwischen Waldsassen und Neualbenreuth im Auge behalten, wo es ähnliche Probleme gebe.

Der ZRF-Vorsitzende und Neustädter Landrat Andreas Meier ergänzte, dass Standortentscheidungen kein willkürliches System darstellten, sondern auf fundierten Analysen und objektiven Gutachten basierten. Diesen Empfehlungen müsse man nachkommen, nicht zuletzt auch aus rechtlichen Aspekten. "Wenn sich etwas Grundlegendes ändert, werden wir nachsteuern."

Entschleunigung


Der Tirschenreuther Landrat Wolfgang Lippert verwies auf die steigenden Tourismuszahlen. "Wir punkten da mit Entschleunigung." Trotzdem setzten die Urlauber natürlich zurecht voraus, dass sie im Notfall auf die gleiche gute medizinische Versorgung wie zu Hause zurückgreifen können. "Mit der 12-Minuten-Regelung ist der Landkreis wieder ein wenig sicherer geworden."

BRK-Kreisvorsitzender Franz Stahl unterstrich die Wichtigkeit eines funktionierenden Rettungsdienstes. "Bildung und medizinische Versorgung spielten eine wichtige Rolle. "Letzteres könne das BRK hervorragend abdecken. "Wir stellen die Fachkompetenz vor Ort und sind auch international eine anerkannte Marke."

Der Mähringer Bürgermeister Josef Schmidkonz zeigte sich besonders erfreut, dass das Vertragswerk per Unterschrift jetzt unter Dach und Fach ist. Untergebracht ist die kleine Rettungswache im ehemaligen Gemeindehaus. AOK-Direktor Klaus Lill lag die Notfallversorgung besonders am Herzen. "Das ist sehr gut angelegtes Geld." Beim BRK seien die Menschen im Notfall immer in den besten Händen.

Die Rettungswagen im LandkreisEin Rettungswagen kostet rund 120 000 Euro. Beschafft werden sie zentral für alle Rettungsdienste in Bayern. Damit werden eine einheitliche Ausstattung und ein sehr hoher Qualitätsstandard sichergestellt. Rettungswagen dieser Art hat der BRK-Kreisverband derzeit in den Rettungswachen Erbendorf, Kemnath, Mitterteich und Tirschenreuth im Einsatz sowie zusätzlich einen Ersatzwagen. In Griesbach wird dann das sechste Fahrzeug der sogenannten öffentlich-rechtlichen Vorhaltung (von den Krankenkassen finanziert) stationiert. Daneben hält das BRK selbst noch weitere fünf Fahrzeuge vor, die zusätzlich die Notfallsicherheit bei einem Massenanfall von Verletzten unterstützen. Daneben gibt es noch zwei Krankentransportwagen aus der Katastrophenschutzvorhaltung. In Griesbach werden, nach heutiger Planung 80 Prozent der Zeit mit hauptamtlichen Einsatzkräften abgedeckt. Der Kreisverband rechnet derzeit mit einem Mehrbedarf von fünf hauptamtlichen Mitarbeitern für den Standort Griesbach. (tr)
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