Lieb und teuer
Hermann Wild erklärt Rabusky-Werke in der Moritzkirche

Hermann Wild stellte Thaddäus Rabusky vor. Bild: sei
Kultur
Mantel
22.04.2016
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Kunstlehrer Hermann Wild erklärte bei einem Vortrag des Moritzkirchen-Fördervereins im Gasthaus "Hauptmann", dass ein Großteil der Bilder in der Manteler Kirche wahrscheinlich von Thaddäus Rabusky aus Neustadt stammt. Der Zustand lässt allerdings schwer zu wünschen übrig.

Die Verbindung zu Rabusky würden Vergleiche mit Werken in Neustadt, Wurz, Störnstein und anderen Kirchen nahelegen. Eines ist sogar signiert und mit Jahreszahl versehen. Rabusky kam am 9. Mai 1776 in Neustadt zur Welt und starb am 15. Juni 1862. Mit 54 Jahren heiratete er die 30-jährige Barbara Vogenauer aus Neustadt. "Zu der Zeit war das dann schon eine etwas ältere Jungfer", sagte Wild. Sie habe ihren Mann aber beim Mischen der Farben und beim Aufziehen der Leinwände unterstützt.

Auf dem Höhepunkt seines Schaffens war der Maler und Restaurator etwa 65 Jahre alt. Hermann Wild kam auf Vermittlung seines Freundes Hans Klemm, der ihn auf Rabusky-Bilder in St. Moritz aufmerksam gemacht hatte, nach Mantel.

Das Bild des linken Seitenaltars ist vom Meister signiert und auf 1838 datiert. Ein Merkmal der Rabusky-Werke sind die interaktiven Engel. Sie sind in Bewegung, haben eine hohe Stirn und immer eine Locke. "An den Engeln kann man Rabusky gut analysieren", betont Wild.

Maroder Mauritius


Nur mit Architektur hatte der Maler wohl wenig am Hut. Auf einem Bild in St. Moritz befindet sich das Wappen der Familie Forster, die vermutlich das Bild bezahlt hat. Den Forsters gehörte das Gasthaus "Zur Post". Sie kauften später auch das Gut Untermantel. Das Bild des heiligen Mauritius, das leider in sehr schlechtem Zustand ist, stammt wohl ebenfalls von Rabusky, nicht aber das Hauptaltarbild in der Moritzkirche. Interessant sind die Kreuzwegdarstellungen. Darauf ist Pilatus als türkischer Sultan dargestellt. "Zur damaligen Zeit war der Türke das Böse", erklärte der Kunstlehrer. Wer wissen will, wie Rabusky ausgesehen hat, muss nur seine verschiedenen Kreuzwegstationen in den Oberpfälzer Kirchen ansehen. Bei der Station "Simon von Cyrene hilft Jesus, das Kreuz zu tragen" hat er sich selbst dargestellt. Faszinierend ist, dass man dabei sein Altern beobachten kann.

Viele Kreuzwege


Auf dem Bild in Störnstein ist Rabusky mit 52 Jahren abgebildet und in Mantel erst im hohen Alter. "Ich weiß nicht, ob es etwas zu bedeuten hat, ich kenne keinen Künstler der nach seiner Heirat so viele Kreuzwege gemalt hat", merkte Wild süffisant an.

Leider sind die Rabusky-Bilder in St. Moritz in sehr schlechtem Zustand. "An die Restaurierung des Kreuzweges geht Ihnen keiner unter 30 000 Euro ran", machte Wild wenig Hoffnung. Nicht die kalten Wintermonate schaden den Gemälden, sondern die feuchte, warme Luft im Sommer. Am meisten hätte die Mauritius-Darstellung eine Überarbeitung nötig. Das hörte Pfarrer Armin Spießl gar nicht gerne. "Wie sollen wir das finanzieren? Wir haben schon das Problem, dass sich in Steinfels das marode Schloss in die Kirche frisst."
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