Die Hundert fest im Blick

Der Jubilar (Vierter von links) freute sich über die Glückwünsche von (von rechts) Angelika Kasseckert, Ludwig Kasseckert, Erhard Kleber, Franz Kasseckert, Stephan Oetzinger und zwei Enkeln. Bild: sei
Lokales
Mantel
02.01.2015
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So möchte man alt werden: Fit und agil feierte Franz Kasseckert 95. Geburtstag.

(sei) Er kam am 22. Dezember 1919 in Paulusbrunn im Sudetenland zur Welt, wo er mit fünf Geschwistern in der elterlichen Landwirtschaft aufwuchs. Die Kriegswirren verschlugen ihn nach Russland, Italien und Frankreich.

"Dann ging alles schief", erinnert er sich noch. "Die Alliierten landeten ganz woanders, als dort, wo wir sie erwartet hatten." Franz Kasseckert wurde durch einen Granatsplitter verwundet. Seitdem ist der rechte Ellbogen steif. Schwiegertochter Angelika erzählte bei der Geburtstagsfeier, dass die Familie in diesem Jahr in der Normandie im Urlaub war. Für den Kriegsveteranen war "das schon alles noch sehr bedrückend".

In seiner neuen Heimat Flossenbürg lernte er seine spätere Frau Käthe kennen, die er 1951 heiratete. Da seine Frau bereits mit 50 Jahren erblindete, kümmerte er sich neben der Arbeit als Formenpfleger bei der Firma Nachtmann auch noch um den Haushalt.

1991 zog die Familie nach Mantel zu Sohn Ludwig und Schwiegertochter Angelika. "Ich war mit meinem Sohn auf der Altglashütte beim Skilanglauf, da erzählte er mir, dass er in Mantel baut. Da sagte ich, dass er doch für mich und meine Frau auch eine Wohnung mit bauen soll. Seitdem bin ich in Mantel."

Leider starb die Frau des Jubilars bereits 2009, aber vier Enkel bringen Leben ins Haus. "Ich fühle mich in Mantel sehr wohl und gut aufgenommen. Ich gehe täglich länger spazieren. Alle Leute sprechen mich an und grüßen freundlich." 2015 wird er vom VdK für 65 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Ortsvorsitzender Erhard Kleber wünschte auch zum Geburtstag schon mal alles Gute.

Die Glückwünsche des Marktes überbrachte Bürgermeister Stephan Oetzinger, der sich augenzwinkernd auch schon zum 100. Geburtstag in fünf Jahren angekündigt hat. "Mir wurde im Leben nichts geschenkt, ich hatte einige Schicksalsschläge zu verkraften und man möchte nicht glauben, dass man so alt werden kann" erklärte der Jubilar. "Aber ich arbeite daran, den Hundertsten zu erleben", erklärte Kasseckert dem Rathauschef.
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