Duschbad statt Presssack

Beim Frauen-Preisschafkopf erreichte Evi Einöder aus Weiden (links) den ersten Platz. Platz zwei ging an Hilde Schuller (Zweite von links), Rang drei blieb dank Dorothea Friedrich (Dritte von links) in Mantel. Den Trostpreis erhielt Erika Kuschidlo (Dritte von rechts). Kerstin Janner (Zweite von rechts) verlas die Spielregeln, Elisabeth Graßler (rechts) hatte die Teilnehmerinnen begrüßt. Bild: sei
Lokales
Mantel
27.10.2015
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Die Zeiten sind vorbei, in denen nur Männer einen zünftigen Schafkopf geklopft haben. Die Manteler Frauen bewiesen, dass sie beim Karteln genauso auftrumpfen können - Herren unerwünscht.

Das Team der Marktbibliothek organisierte den ersten Preisschafkopf für Frauen. Das Spiel sei längst keine Männerdomäne mehr, meinten Elisabeth Graßler, Liane Schmid und Kerstin Janner. Sie glaubten aber, dass Frauen Hemmungen hätten, an einem Preisschafkopf teilzunehmen, aus Angst, mit den Profis nicht mithalten zu können.

Rita Steiner ein Profi

Das galt zumindest für die Anfängerinnen, die erst vor einiger Zeit in der Bücherei das Spiel in einem Kurs erlernt hatten, und für die, die sich nur selten an den Kartentisch setzen. Sie alle trafen sich in der Bibliothek, um eine Runde mit 30 Spielen zu absolvieren. Darunter gab es auch Profis wie zweite Bürgermeisterin Rita Steiner. Sie hat schon als Kind das Schafkopfen von Mutter Erika und Vater Erhard erlernt.

Die jüngsten Starterinnen waren die 15-jährige Franziska Friedrich und die 14-jährige Judith Grill. Franziska lernte das Spiel zu Hause, ihre Schwester Rebecca beim Kurs in der Marktbibliothek. Rosa Schober aus Weiden kartelte schon als Schulkind. "Bei uns hat die ganze Familie immer einen zünftigen Schafkopf geklopft", erzählte sie. Evi Einöder aus Weiden vertrieb sich im "Schülercafé" Schaller die Zeit mit Schafkopf. Die älteste Dame an den sechs Tischen war Hilde Schuller. Ihr Mann habe ihr das Spiel beigebracht, berichtete die 79-Jährige.

Nachdem Kerstin Janner die Regeln verlesen hatte, ging es los. Im Unterschied zu den Preisschafkopfabenden in den Gaststätten stand bei den Damen anstelle von Bier meistens Mineralwasser auf dem Tisch. Es ging zwar fröhlich zu, aber keineswegs laut. Nach gut einer Stunde waren die 30 Spiele beendet. Es war keine Startgebühr erhoben worden, somit gab es auch keine halben Schweine oder einen Presssack zu gewinnen.

Kleine Geschenke

Jede Teilnehmerin hatte ein Geschenk im Wert von zehn Euro mitgebracht, und nach der Gewinnfolge durften die Sieger unter den Päckchen wählen. Darin verbargen sich Bücher, Kerzenleuchter, Duschbäder, Gutscheine für Pizza, Bäckerei oder ähnliches. Platz eins belegte mit 58 Punkten Evi Einöder aus Weiden. Platz zwei ging mit 53 Punkten an Hilde Schuller aus Weiden, Rang drei errang Dorothea Friedrich mit 46 Punkten. Der Trostpreis ging an Erika Kuschidlo, die sich zwar mit 15 Punkten begnügen musste, aber trotzdem Riesenspaß hatte. Von ihrer Familie saßen drei Generationen an den Tischen: von Oma über Mama bis hin zu den Enkeln (Dorothea Friedrich sowie Rebecca und Franziska Friedrich).

Ein Teil der Damen ging nach der Preisverleihung nach Hause. Andere setzten sich bis kurz nach Mitternacht wieder an die Tische und kartelten weiter. Und da wurde dann doch das eine oder andere Bierchen getrunken.
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