Hohe Verwertungsquote

Lokales
Mantel
08.10.2015
2
0

Wird der gelbe Sack recycelt, oder landet er in der Müllverbrennung? Die ÖDP informierte sich bei der Firma Bergler über Sinn oder Unsinn des grünen Punktes.

Mit Mitgliedern und Interessierten fuhr die ÖDP zur Besichtigung der Kunststoff-Recycling-Firma Bergler nach Mantel. Dabei stand im Vordergrund, ob die Sammlung im gelben Sack Sinn macht, wie gut die Wiederverwertung ist oder ob doch - wie oft behauptet - alles in die Müllverbrennung nach Schwandorf geschafft wird.

Bergler sortiert gelbe Säcke aus Nürnberg, Fürth, Bamberg und aus der Oberpfalz. Das Aufkommen des Landkreises Neustadt macht mit 3200 Tonnen im Jahr gerade einmal zehn Prozent aus .

Aufgeteilt werden verschiedene Kunststoffarten, Tetrapack, Pet, Folien allgemein, PP, Aluminium und Blech. Laut Bergler wird eine Sortierreinheit von 80 bis 90 Prozent erreicht. Der überwiegende Teil des Kunststoffs werde in der EU verwertet, nur Pet gegebenenfalls noch nach China geliefert.

Ersatz für Öl

Insgesamt werden drei Viertel der Inhaltsstoffe aus den gelben Säcken verwertet, der Rest geht in die Müllverbrennung nach Schwandorf. Die Plastikbeutel werden somit nicht einfach komplett verbrannt. Damit werde die Mindestverwertungsquote von 60 Prozent, wovon nochmal 60 Prozent werkstofflich zu verwerten sind (also 36 Prozent vom Gesamtaufkommen), in unserer Region überschritten. Allerdings sei keine genaue Auskunft möglich, wie die werkstoffliche Verwertung im Detail aussehe.

Zusätzlich betreibt Bergler noch eine Anlage zur Zerkleinerung von Restkunststoffen, die nur schwer recycelt werden können. Diese werden als Ersatzbrennstoff für Zementwerke verwendet, wodurch diese weniger Öl benötigen.

Ein Problem: Seit zehn Jahren gibt es kein einheitliches Duales System (DSD) mehr. Zwölf verschiedene Firmen dürfen den grünen Punkt lizensieren. Das führt dazu, dass der grüne Punkt auch auf Verpackungen gedruckt wird, für die keine Lizenzgebühren bezahlt werden. Mitarbeiter für die Sortieranlage sind nach Angaben der Firma Bergler in der deutschen Bevölkerung so gut wie nicht zu finden, und das obwohl höhere Bezüge als der Mindestlohn bezahlt werden. Die Konsequenz: Bergler rekrutiert sein Personal weitestgehend aus Polen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.