KAB beschäftigt sich mit drei bayerischen "Propheten"
Legendäre Seher

Lokales
Mantel
02.10.2014
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Der KAB-Nachmittagstreff hatte die Altphilologin Anita Weichselmann aus Eslarn zu Gast. Sie referierte über sogenannte bayerische Propheten wie Matthias Stormberger, den Mühlhaisl und Alois Irlmeier. Menschen mit Visionen, die vorausgesagt haben, dass es eines Tages Wagen ohne Pferd und Deichsel geben werde.

Wissenschaftlich seien ihre Äußerungen jedoch nicht nachweisbar, sie können nur gedeutet werden. Der Ruf dieser Seher sei darin begründet, dass die Vorhersage zu Lebzeiten vieler Menschen eingetroffen sei - mal früher, mal später. Matthias Stormberger aus dem Bayerischen Wald sagte man Ende des 18. Jahrhunderts nach, er könne Schicksale anderer Leute erkennen und sogar herbeiführen. In Rabenstein bei Zwiesel erzählt ein Museum über sein Leben.

"Der eiserne Vogel wird über den Bayerischen Wald fliegen" ist seine berühmteste Prophezeiung. Nun ja, irgendwann gab es Flugzeuge.

Der Mühlhiasl, bürgerlich Matthäus Lang, lebte von 1753 bis 1805. "Es wird ein großer Krieg kommen. Ein Kleiner fängt ihm an, und ein Großer, der übers Wasser kommt, macht ihn aus." Oder: "Alles nimmt seinen Anfang, wenn ein großer weißer Vogel oder Fisch über den Wald fliegt, wenn d'Leut in der Luft fliegen können." Diese Sätze werden dem Mühlhiasl zugeschrieben.

Einmal soll er prophezeit haben: "Ich komm euch als Toter noch aus!" Als er gestorben war und sein Leichenwagen über die Regenbrücke in Zwiesel fuhr, soll die Deichsel des Fuhrwerks gebrochen sein, weshalb der Sarg des Mühlhiasl herunterfiel, der Deckel sich löste und sein ausgestreckter Arm herausragte und dabei Richtung Himmel zeigte.

Alois Irlmaier, der Brunnenbauer, konnte angeblich Visionen bewusst herbeiführen. Die Leute sind scharrenweise zu ihm gekommen und baten um Hilfe, auch bei Kriminalfällen. Irlmaier wird zugeschrieben, während des Zweiten Weltkriegs die Orte von Bombeneinschlägen und den Aufenthaltsort von Vermissten vorausgesagt zu haben. Alois Irlmaier hatte viele Visionen, die ähnlich wie ein Film in allen Einzelheiten vor seinen Augen abliefen. Er sah Männchen und Landschaften. Ruckartig sollen die Bilder erschienen und gleich wieder verschwunden sein.

Es gab ihm, wie er sagte, einen "Riss". In der Nachkriegszeit suchten viele Menschen Rat bei Irlmaier über den Verbleib ihrer vermissten Angehörigen. Er starb am 26. Juli 1959.
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