"Mantel-Tatort" ein Kracher

Lokales
Mantel
30.04.2015
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Was die vom Franken-Tatort können, können die "Manteler Noofrösch" auch - nur ohne Tote und viel, viel komischer. Sie kommen mit ihrem neuen Stück rasant auf der kriminalistischen Schiene daher. Donnernden Applaus gab es für ein gut aufgelegtes Ensemble.

"Dümmer als die Polizei erlaubt", heißt der originelle Dreiakter von Markus Schebele und Sebastian Kolb. Und mit "dümmer als die Polizei erlaubt" beschimpft auch Oberkommissar Posch (Frank Borchardt) seine Untergebenen Stubert (Alfons Lebegern) und Haller (Carmen Stubenvoll). Am Ende stehen diese aber gar nicht so dumm da, und der Schuss geht für den Chef sozusagen nach hinten los.

Weit weg vom klassischen Bauerntheater bringen die "Noofrösch" in diesem Jahr ein Lustspiel auf die Bühne der TSG-Turnhalle, das eher einer Kriminalkomödie gleicht. Nach dem "Franken-Tatort" nun also ein "Mantel-Tatort" - mit einem "Special effekt" im dritten Akt, der das Publikum regelrecht rasen lässt. Denn drei Akteure verlassen die berühmten Bretter und zeigen ihre Schauspielkunst auf sehr überraschende Weise.

Lustiger Dienstsport

Dienststellenleiter Posch, von der Münchner "Bronx" zur Manteler Marktpolizei (MP) versetzt, versucht alles, um von dort wieder wegzukommen. Seine beiden Uniformierten sowie Teilzeitsekretärin Gabi Stöckl (Britta Heger) und Putzfrau Ayshe (Birgit Gebhard) bilden aus seiner Sicht auch nicht gerade ein traumhaftes Kollegium. Zu tun gibt's wenig. Querulantin Elfriede Moser (Martina Bösl) und "Saubauer" Oskar (Manfred Hartung) sorgen für eher lästige Abwechslung im Arbeitsalltag. Ein "dienstliches Vergehen" führt dazu, dass Posch Stubert und Haller zum Dienstsport verdonnert, zwei urkomische Szenen, die das Publikum zu Bravo-Rufen animieren. Und die beiden gemütlichen Beamten haben auch mit Verkehrsrecht, Selbstverteidigung und Waffengebrauch so gar nichts am Hut.

Als nun Polizeipräsident Hrdlicska (Manfred Kraus) eine Inspektion ankündigt, sieht Posch seine Chance gekommen und will mit einer raffinierten Intrige seine Versetzung in die Wege leiten. Natürlich kommt alles ganz anders. Stress bricht aus. Mit polizeilichem Halali, sprich "ÄüÄüÄü", geht's auf Verbrecherjagd, die für heftige Heiterkeitsausbrüche im Saal sorgt. Im letzten Akt spitzt sich alles so richtig, die Lachmuskeln des Publikums kommen nicht zur Ruhe.

Wenige Restkarten

Nach dem rauschenden Schlussapplaus, Szenenbeifall gab es immer wieder, stellte Spielleiter Bernd Bösl sein Team vor. Den Part der Souffleuse hatte wieder Evi Lebegern übernommen, Birgit Hümmer sorgte für die bühnenreife Maske. Werner Blendl, Stefan Pinske und Heribert Ficker wirkten als unverzichtbare technische Helfer. Wirtin Margit Forster sorgte für das leibliche Wohl. Die Premiere am Freitag sowie die Vorstellungen am Samstag und Sonntag waren ausverkauft. Für diesen Samstag (19.30 Uhr) und Sonntag (18.30 Uhr) gibt es noch wenige Restkarten an der Abendkasse.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.noofroesch-mantel.de
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