Sommernachtsfest mit Schnee

Lokales
Mantel
27.01.2015
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Zusammen mit den Akteuren hatten 200 Gäste einen Sitzplatz ergattert. Einige Konzertbesucher saßen noch auf den Heizungsbänken oder standen an den Stehtischen.

Übervoll war die Aula der Grundschule beim Jahresanfangskonzert. Bürgermeister Stephan Oetzinger und Organisatorin Conny Gurdan bedauerten sehr, dass trotzdem über 30 Musikbegeisterte weg geschickt werden mussten. "Der Markt startet nicht mit einem Neujahrsempfang sondern seit dem Jubiläumsjahr 2012 mit einem Neujahrskonzert und seit 2013 ausschließlich mit Künstlern aus Mantel", sagte der Rathauschef.

Seit 25 Jahren auf Bühne

"Ich heiße Conny Gurdan, geborene Kraus, und dou bin e dahoam", stellte sich die Hauptakteurin vor. Zum Beginn ihres 25-jährigen Bühnenjubiläums plauderte sie über Privates. Sie ist stolz auf ihre Enkel und die drei Kinder. Zwei davon waren überraschend aus München und Nürnberg zum Konzert gekommen.

Die gemütliche Atmosphäre der guten Stube transportierte Gurdan mit der Oberpfälzer Grenzgangmusik mit dem Stück "Bei uns dahoam" in die Schulaula. "Ich hätte damals nie dran gedacht, dass ich heute, 25 Jahre später, mit einem Packen eigener CDs in der Hand hier stehe. Nichts davon war geplant. Nichts beabsichtigt. Es kam einfach", berichtete die Hackbrettspielerin.

Sie dankte der Mama, die mit den Kindern viel gesungen hat. Vater Herbert, der auch Slavko Avsenik der Oberpfalz genannt wurde, starb vor fünf Jahren. Ihm zu Ehren gab es die drei Stücke "Schön Gmüatlich", "Auf der Kreuzalm" und die "Löffelpolka". Michael Bertelshofer und Franz Schön unterstützten dabei die Geschwister Kraus. In die Fußstapfen ihres Vaters sei nun Bertelshofer, ebenfalls ein Tastenmeister am Akkordeon getreten, sagte Gurdan. Bertelshofer erfüllte erntete erste Bravo-Rufe, als er ihr mit der "swingenden Harmonika" einen Wunsch erfüllte.

Leise rieselt der Zauber

"Wir haben Glück gehabt, dass Friedl Janner in den 80er Jahren die OWV-Volksmusikgruppen gründete, dass die Gemeinde die Räume der alten Schule zur Verfügung stellte und wir Lehrerinnen wie Helga Bradatsch hatten", dankte Gurdan. Mit dem nach ihren Worten einzigen Hackbrettorchester Nordbayerns "Gute Saiten - schlechte Saiten" beschwor sie dann den Zauber der "Mittsommernacht" herauf. Sinnigerweise fiel draußen der Schnee.

Jörg Lanzinger vom Baden-Württemberger Hackbrettorchester "Gelbe Saiten" hatte Gurdan bei einem Gastspiel vor einiger Zeit die "Mantel-Polka" übergeben, die in der Aula erneut zu hören war. Die Vokalgruppe "Siyahamba" besteht zum Großteil aus den Geschwistern Kraus und wird verstärkt durch Franz Schön, Budi Beierl und Johanna Wohlfart. Zum Andenken an Udo Jürgens sangen die Damen und Herren "Die Sonne und du" sowie "Ohne Krimi geht die Mimi nicht ins Bett" von Bill Ramsey.

Der Titel "Always look on the right Side of Life" schrieb Beierl um in "Immer sei dir dein Glück im Leben bewusst". Das Publikum pfiff zum Refrain begeistert mit. Nach der Pause ging es mit entspannender Bayerischer Loungemusik mit Hackbrett und Gitarre (Hubert Gleissner und Conny), über Folklore und Flamenco (Caballos Blancos - Bravour Stückl von Hubert Gleissner) bis hin zu lustigen und zeitkritischen Couplets oder dem "Weizen Paruzi" Zwiefachen weiter. Es kamen beinahe alle Bandbreiten der Hackbrett- und Volksmusik sowie Evergreens und Schlager zum Klingen. Den Leuten gefiel es.

Reise nach Irland

Besonders nach dem "Tango Tschango" mit der Grenzgangmusik gab es lange anhaltenden begeisterten Zwischenbeifall. "Siyahamba" setzte mit "Heimweh" und "Gute Nacht Freude" zwei einfühlsame Schlusslieder drauf und brachte die aufgekochte Stimmung wieder etwas zur Ruhe. Nach Irland entführte die Grenzgang-Saitenmusik die Gäste mit "Wearing of the green". Bei "Drunt in da greana Au" sang auch das Publikum mit.

Nach begeisterten Schlussworten des Bürgermeisters gab es für Lokalmatadorin Gurdan einen großen Blumenstrauß auf zwei Beinen. Dahinter steckte Enkelsohn Manuel.
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