Ukrainer gegen die Azubi-Krise

Chef Anton Forster, Kreishandwerksmeister Karl Arnold und Thomas Würdinger von der Arbeitsagentur (von rechts) staunen, wie gut Georg Beer (links) schon im zweiten Lehrjahr die computergesteuerten Anlagen bei Metallbau-Forster bedienen kann. Doch leider ist das selbst in gesunden Betreiben oft eher die Ausnahme als die Regel, weil einfach zu wenige Bewerber auf dem Markt sind. Bild: sbü
Lokales
Mantel
19.03.2015
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Metallbauer Anton Forster zieht weltweit Aufträge an Land. Einen geeigneten Lehrling zu finden, fällt ihm jedoch schwerer, obwohl er sehr viel versucht hat. Jetzt setzt er seine Hoffnung auf Bewerber aus Rumänien und anderen Ländern.

(sbü) "Viele wollen sich einfach die Hände nicht mehr schmutzig machen", seufzt Forster. Er könnte sieben Lehrlinge brauchen, Metallbauer der Fachrichtung Konstruktionstechnik und technische Systemplaner. Bewerbungen gingen 2014 nur sehr spärlich ein.

Kreishandwerksmeister Karl Arnold und der Chef der Arbeitsagentur Weiden, Thomas Würdinger, wollen helfen. In der "Woche der Ausbildung" soll verstärkt für Handwerksberufe geworben werden. OB es etwas hilft? Forster und sein Verkaufsleiter Josef Maier haben schon viel versucht. An der Bezahlung kann es kaum liegen. "Wir zahlen freiwillig den Metalltarif." "Werbefilm bei OTV, Schulklassenbesuche und Praktika, Stände bei einer Ausbildungsmesse und intensiver Kontakt mit der Arbeitsagentur", zählt der Chef auf. Forster überlegt ferner, wie sein Betrieb für Auszubildende noch attraktiver werden könnte. Unter anderem denkt er darüber nach, Azubis täglich am Bahnhof in Weiherhammer abholen zu lassen. Zudem sei der Job sicher und die Atmosphäre im 65-Mitarbeiter-Betrieb familiär.

Internationales Flair

Wer Auslandserfahrung suche, könne sie bei der Montage in vielen Ländern gewinnen. "Wir bauen und vertreiben weltweit modernste Produkte im Hallenbau, Apparatebau, Behälterbau, Stahl-und Anlagenbau." Auch ausländische Kräfte hätten Chancen. Bei Forster arbeiten Polen, Russen, Vietnamesen, Ukrainer und Tschechen. "Sprachdefizite gleichen wir immer irgendwie aus" sagt Forster. So hofft er, dass die Öffnung der Ukraine ihm hilft, von dort neue Auszubildende zu bekommen. Auch gegenüber anderen ausländischen Bewerbern zeigt sich Forster sehr aufgeschlossen. "Die Motivation muss stimmen, auf die Schulnoten kommt es nicht so sehr an." Würdinger will versuchen, die Forster GmbH in Ausbildungsprogramme für rumänische Jugendliche oder auch tschechische Praktikanten mit einzubeziehen. Eventuell kämen auch junge Asylbewerber in Betracht.

Noch könnten die meisten Aufträge mit dem vorhandenen Personal erledigt werden, sagt Forster. "Wir sagen einem Auftraggeber ungern ab, sondern geben den Auftrag dann lieber an ein Partnerunternehmen weiter."
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