Wer bezahlt, wenn die Rente die Heimkosten nicht deckt? - Beunruhigende Informationen für ...
Wer zu viel spart, ist der Dumme

Lokales
Mantel
28.11.2014
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Wer bezahlt für den Heimaufenthalt der Eltern, wenn die Rente nicht reicht? Dieser Frage gingen die Landfrauen bei der Gebietsversammlung im Gasthaus "Hauptmann" nach. Viele Zuhörerinnen fanden es beunruhigend, was Hermann Schopf, Anwalt des Bayerischen Bauernverbandes, dazu sagte.

92 Euro Taschengeld

Wenn jemand ein Pflegefall wird und ins Heim kommt, seien 4000 Euro Heimkosten monatlich nicht ungewöhnlich, erklärte der Referent. Zunächst springe der Staat mit Sozialhilfe ein. Dann prüfe er, welches Vermögen vorhanden sei. Am erschreckendsten war für die Zuhörerer, dass dem Ehepartner, der nicht ins Heim geht, nur der Sozialhilfesatz von etwa 350 Euro, zuzüglich Miete und Wohnungskosten und besonderen Aufwand für Diäternährung oder ähnliches, gelassen wird. Die Heimkosten werden gedeckt durch die Leistung der Pflegeversicherung, das Einkommen und Vermögen des Bedürftigen, die Überleitung von sonstigen Ansprüchen des Patienten wie Schenkungsrückforderung und die Inanspruchnahme Unterhaltspflichtiger, dazu gehören die Ehepartner und Verwandte ersten Grades, also die Kinder.

Beim Vermögen bleibt ein Freibetrag von 2600 Euro, plus 614 Euro für den Ehepartner. Ein angemessenes Grundstück und angemessener Hausrat würden nicht herangezogen. Wenn der Ehegatte des Heimbewohners eine Landwirtschaft betreibt, die der Existenzsicherung dient, bleibt das Grundvermögen von der Sozialhilfebehörde unangetastet.

Dem Heiminsassen bleiben 92 Euro Taschengeld. Hat der Bedürftige in den vergangenen zehn Jahren Vermögenswerte verschenkt, hat er gegenüber den Beschenkten einen Rückforderungsanspruch in Höhe der ungedeckten Heimkosten. Die Mindestfreibeträge für unterhaltspflichtige Kinder sind 1400 Euro, dazu kommen, wenn sie verheiratet sind, 1050 Euro für den Ehegatten und nochmal ein Freibetrag für Kinder. Auch für die Berechnung des Vermögens gibt es Mindestfreibeträge,. "Wer seinem Kind das Haus übergibt und meint, nach zehn Jahren seien Sohn oder Tochter aus dem Schneider, unterliegt einem Trugschluss", betonte Schopf.

Vermögen und Haus

Wenn Vermögen oder Haus noch da seien, würden sie zum Unterhalt mit herangezogen. Wer also zu viel spart und sich nichts gönnt, ist, sollte er als Pflegefall ins Seniorenheim kommen, der Dumme. Darum ein ernst gemeinter Rat von Anwalt Schopf: "Leben Sie gut, geben Sie Ihr Geld aus, machen Sie Reisen und schauen Sie sich die Welt an, dann haben Sie wenigstens was von Ihrem Leben gehabt."
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