Zeichen gegen Gleichgültigkeit

Lokales
Mantel
25.06.2015
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Die 134 Jahre alte Fahne der Krieger-, Soldaten- und Reservistenkameradschaft (KRSK) Mantel ist ein Zeichen gegen Gleichgültigkeit gegenüber den Kriegsverbrechen in der Welt. Das betonten die Redner bei der Nachsegnung.

Pfarrerin Kim Kießling, Pater Alexander Prosche und Pfarrer Armin Spießl zelebrierten gemeinsam den ökumenischen Feldgottesdienst. Im Mittelpunkt stand die Traditionsfahne der KSRK. Die politischen Vertreter der Gemeinde sowie die Vereine und befreundeten Kameradschaften aus Kohlberg würdigten mit Fahnenabordnungen die von Reinhold Deglmann und seinem Team vorbereitete Feier.

Großer ideeller Wert

Vor dem eigens angefertigten Birkenkreuz und dem geschmückten Altar mahnte der Militärgeistliche Kießling mit dem Psalm, "Herr, lehre uns zu bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden", dass der Mensch dazu neige, leichtfertig mit seinem Leben umzugehen. Er laufe Gefahr, Werte des gemeinschaftlichen Zusammenlebens aus den Augen zu verlieren. "Wir Menschen sollten vorbereitet sein, selbst wenn ein überraschender Schicksalsschlag einen geliebten Menschen von uns nimmt." Der Pater besprengte die erneuerte Fahne mit Weihwasser und segnete sie. Bürgermeister Stephan Oetzinger betonte, dass die Fahne an das Ende des Zweiten Weltkriegs erinnere, der mehr als 150 Soldaten der Marktgemeinde das Leben gekostet und schreckliches Leid über Familien und Angehörige gebracht habe. "Sie mahnt uns zu bedenken, dass ein Leben in Frieden und Sicherheit selbst 70 Jahre nach dem Krieg keine Selbstverständlichkeit ist."

Bezirksvorsitzender Horst Embacher lobte die gut funktionierende KSRK in Mantel und verwies auf den großen historischen und ideellen Wert der Fahne. "Mit der Aussetzung der Wehrpflicht ist es noch wichtiger geworden, uns für die Erhaltung des Friedens in unserem Land einzusetzen", forderte Embacher.

Vorsitzender Deglmann rief: "Wir leben nicht auf einer Insel der Glückseligen. Leid, Terror, Kriege und Gewalt sehen wir täglich in den Medien und müssen wohl oder übel zugeben, dass auch wir davon getroffen werden könnten." Er bemängelte, dass sich eine allgemeine Gleichgültigkeit in das Gedankengut einschleiche. Berichte über das Vorgehen der Dschihadisten oder der Terrormiliz im Nahen Osten würden verharmlost oder gerieten schlichtweg in Vergessenheit.

"Was geht mich das an?"

Die Grundhaltung, "Was geht das mich an?", sei zu oft anzutreffen und verdeutliche die politische Gleichgültigkeit vieler Mitbürger. Deglmann: "Wir sollten uns alle unserer Mitverantwortung am gemeinschaftlichen Leben bewusst sein und für die Werte unserer Gesellschaft einstehen." Die Besucher gedachten der Opfer von Kriegen und Terrorismus sowie der gefallenen Soldaten. Bürgermeister Oetzinger und Vorsitzender Deglmann legten am Kriegerdenkmal Kränze nieder.
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