Kinder schreiben für Kinder
Gürtel um Gürtel immer besser

Sofia ist aktive Judosportlerin. Für unsere Leser hat sie ihren Trainer Stefan Bolleininger interviewt. Bild: hfz
Sport
Mantel
17.05.2016
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Seit vielen Jahren wird in der Judoabteilung des Turnerbund Weiden hart trainiert. Auch Sofia, eine Schüler-Reporterin aus der Klasse 3 der Grundschule in Mantel, ist aktive Judoka beim TB Weiden.

Der erfahrene Abteilungsleiter Stefan Bolleininger aus Mantel bei Weiden trägt den schwarzen Gürtel (vierter Dan). Sofia sprach mit ihm über die Judoabteilung und die Faszination Judo.

Stefan Bolleininger macht seit 1974 Judo. Viele Jahre leitet er nun erfolgreich die Abteilung des TB Weiden. Unterstützt wird er von seiner Frau Angelika und den beiden Töchtern Eyleen und Christine. Die Trainingshallen der Judoabteilung, welche in Japan als "Dojo" bezeichnet werden, befinden sich in der Grundschule Mantel und in der Turnhalle des Elly-Heuss-Gymnasiums in Weiden.

Nicht schlagen


Alle Trainer tragen den schwarzen Gürtel, dieser wird im Judo als Dan (Stufe) bezeichnet. "Was ist Judo? Kann man da auch kämpfen, treten und schlagen?" - dies ist eine Frage, die jeder Judotrainer in ähnlicher Weise schon einmal zu hören bekam. Die Antwort ist kein eindeutiges "Ja" oder "Nein"! Es wird gekämpft, aber nicht getreten und geschlagen. Dies ist beim Judo strengstens verboten. Es gibt nämlich Regeln und Tabus wie bei anderen Sportarten auch. Wenn man diese Regeln nicht beachtet, bekommt man sogar Strafen für sein Vergehen.

Judo ist japanisch und heißt zu Deutsch "Der Weg der dynamischen Flexibilität". Man versucht die Kraft des Gegners oder Partners durch eigenes Nachgeben so umzulenken, dass man als Angreifer im Vorteil ist. Das wird dann mit Wurftechniken, Haltegriffen, Hebeln und Würgetechniken umgesetzt. Im Vergleich zu anderen Sportarten waren Verletzungen beim Judo in den letzten Jahren ziemlich selten.

Gut aufwärmen


Die Erwärmung vor dem Training, spielte immer eine große Rolle. Sie sollte nicht nur den Kreislauf in Schwung bringen, sondern auch die Muskulatur aufwärmen sowie Sehnen, Bänder und Gelenke auf die Belastung vorbereiten. Sonst wären Verletzungen vorprogrammiert, sagt Stefan Bolleininger. Je nach Ziel knüpfen sich die verschiedensten Trainingsinhalte an eine allgemeine oder spezielle Erwärmung an.

Aber das Judotraining besteht nicht nur aus Aufwärm- und Techniktraining. Judo ist heute eine olympische Sportart. Das bedeutet, dass sich alle Judoka - so nennt man Judokämpfer - auch in Wettkämpfen oder Turnieren mit anderen messen können. Das war aber nicht immer so. Gründungsvater Jigoro Kano, damals selbst Mitglied im Olympischen Komitee, wollte nie, dass Judo eine olympische Sportart wird. Er war der Ansicht, dass die Konzentration auf den Wettkampf dem Judo schadet. Erst nach seinem Tod erfolgte diese Entwicklung.

Ein technischer Fortschritt der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen ist an der Gürtelfarbe erkennbar. Beginnend beim weißen Gürtel kann man, je nach Alter und Trainingsfortschritt, Gürtelprüfungen ablegen. Alle Schülergrade, vom weißen Grürtel bis zum braunen Gürtel, werden Kyu (Rang) genannt. Was ein Judoka für die nächste Gürtelprüfung können muss, sieht man auf einer Prüfungskarte, die man vom Trainer bekommt.

Auch die japanische Tradition, wie das An- und Abgrüßen bei Trainings- und Kampfbeginn sowie -abschluss symbolisiert Fairness und einen partnerschaftlichen Umgang im Training. Es zeigt, dass man einander akzeptiert und nicht verletzen möchte.

Stefan Bolleininger hat viele Erfahrungen als Wettkämpfer und Trainer im Lehr- und Prüfungsbereich sammeln. Judo war schon immer eine Lebenseinstellung für ihn. Dabei ging es ihm nie um Pokale oder Medaillen, sondern um die persönliche Weiterentwicklung und die Leidenschaft fürs Judo.

von Sofia Prediger, Klasse 3 der Grundschule Mantel
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