Bäume am Lieblingsweiher gerodet
FKK-Anhänger in Mantel enttäuscht

Die Ufer am Gollwitzer-Weiher in Mantel sind seit dem Winter kahl. Nacktbadefreunden geht deshalb viel von ihrem Sommervergnügen verloren. Bild: sei
Vermischtes
Mantel
08.07.2016
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Sie kommen noch, aber nicht mehr so zahlreich. Für viele FKK-Anhänger ist Mantel nicht mehr das Revier, das es noch letzten Sommer war, denn viele Bäume am Ufer ihres Lieblingsweihers sind inzwischen abgeholzt. Das hat aber nichts damit zu tun, dass jemand die Nackten vertreiben will.

Bürgermeister Stephan Oetzinger ist zwar kein Nudist, er wunderte sich aber auch, als am mittleren von drei nebeneinanderliegenden Weihern an der Hüttener Straße im Winter großzügig Bäume gefällt wurden. "Das nimmt dem Ort schon ein bisschen was von seinem Erholungscharakter", bedauert der Rathauschef. Er erkundigte sich bei Revierförsterin Andrea Sauer und dem Landratsamt. Das Ergebnis: Alles hat seine Richtigkeit. Das Gewässer und das umliegende Gelände zwischen dem großen Badeweiher und dem Schwarzen Weiher gehören Beton-Unternehmer Leonhard Gollwitzer. Bereits sein Vater hat dort vor Jahrzehnten Kies abgebaut. Unter anderem sind deshalb die Weiher entstanden. Ende der 80er Jahre hörten die Gollwitzers mit dem Kiesabbau auf. Die Genehmigung dafür haben sie aber immer noch.

Wieder Kiesabbau


2017 möchte Gollwitzer wieder mit dem Nassabbau von Kies beginnen. Das hat mit dem Markt für Baumaterial tun. Unter anderem hätten die Bayerischen Staatsforsten ein Kiesabbaugebiet bei Johannisthal ausgeschöpft. "Wir wollen deshalb wieder dosiert einsteigen", erklärt Gollwitzer.

Dazu wird er seinen Weiher etwas weiter ausbaggern und vergrößern. "Er fällt aber als Bade- und Angelgewässer nicht aus", unterstreicht der Unternehmer. Gegen den inoffiziellen Nacktbadebetrieb auf seinem 25 Hektar großen Gelände habe er nichts. "Deshalb haben wir auch im Winter gerodet, um niemanden zu stören." Aus dem gleichen Grund warte er bis Herbst mit dem Abtragen des Oberbodens und dem Entfernen der Wurzelstöcke.

"Wir wollen das umweltverträglich machen und rekultivieren", sagt der Unternehmer. In zehn bis zwölf Jahren könnte das Kiesvorkommen erschöpft sein. Dann soll dort wieder die Natur die Oberhand haben. Das Baden will der Grundbesitzer weiter erlauben. "Es kann höchstens sein, dass abschnittsweise gesperrt wird, wenn ein Gefahrenbereich entsteht." Gollwitzer will sich rechtlich absichern.

Viele textilfreie Sonnenanbeter, vor allem aus Weiden, bedauern indes, dass ihre Liegeflächen jetzt von der Straße her nicht mehr so gegen aufdringliche Blicke geschützt sind. "Leider gibt es in der weiteren Umgebung keine FKK-Möglichkeit. Das war ein echter Geheimtipp", sagt ein Stammgast.
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