Selbsthilfe Mantel feiert Jubiläum

Die Selbsthilfe Mantel wählte bei der Generalversammlung die Hälfte des Vorstandes neu. Stephan Oetzinger (Zweiter von links) übernimmt das Amt des Vorsitzenden. Evi Jankowski (Dritte von rechts) und Gerhard Seiser (Vierter von links) sind Beisitzer sowie Ulrike Schiller (Fünfte von links) Kassenführerin. Günter Sparrer (Dritter von links), der die Selbsthilfe von 1995 bis 2010 führte, blickte auf die Vereinsgeschichte zurück. Bild: sei
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Mantel
18.02.2016
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Die Selbsthilfe Mantel zahlt zurzeit 1450 Euro Sterbegeld aus. 2015 starben 27 Mitglieder, denen standen zwölf Neuaufnahmen gegenüber.

Mit 1378 Mitgliedern ist die Selbsthilfe Mantel laut Bürgermeister Stephan Oetzinger der größte Verein des Marktes. Seit der Gründung 1926 wurden bis Ende 2015 1075 Sterbefälle betreut und ein Sterbegeld von 659 090,96 Euro ausbezahlt. Der Beitrag für ein Mitglied pro Sterbefall ist 1,20 Euro. Die Mitglieder hielten bereits die 90. Generalversammlung ab und blickten dort auf die letzten Jahre zurück.

Mit 45 Mitgliedern waren bei der Generalversammlung so viele wie schon lange nicht mehr. Zum Jubiläum hielt Günter Sparrer, der viele Jahre selbst leidenschaftlicher Vorsitzender der Selbsthilfe war, einen Vortrag über die Vereinsgeschichte. "Ich kam damals am 3. April 1986 als Kind zur Selbsthilfe und wusste darüber nicht viel", erzählte er. Sparrer zeigte auf einer Leinwand das Gründungsprotokoll und das erste Kassenbuch. Der erste Eintrag in das Buch sei dessen Kauf gewesen, der zweite schon der Tod von Margarete Bärnklau.

"90 ist eine stolze Zahl"


Interessant sei auch ein humorvoller Eintrag über den Gemeindediener Peter Fuhrmann im Protokollbuch gewesen, der in den Gaststätten für die Einhaltung der Sperrstunden sorgen sollte, was aber selten funktioniert habe. Keine Probleme bereitete unter der Führung von Sparrer die Umstellung auf den Euro. "Durch das Umlageverfahren geht uns kein Vermögen kaputt, weil wir ja keines haben", sagte er.

Zweite Bürgermeisterin Rita Steiner gratulierte zum Jubiläum: "90 Jahre ist eine stolze Zahl. Es ist eine großartige Leistung all derer, die zum Erfolg dieser segensreichen Einrichtung beigetragen haben. Das zeigt uns wieder, dass ohne Ehrenamt und Engagement gar nichts mehr geht." Sie bezeichnete die Selbsthilfe Mantel als Glücksfall. Das Duo Rauh-Re gestaltete das Jubiläum musikalisch mit Hackbrett, Gitarre und Gesang.

Geschichte und NeuwahlenAus der Sterbeversicherung der Freiwilligen Feuerwehr Mantel schufen Franz Scharrer und weitere Förderer 1926 ein für alle Mantler geltendes Sozialwerk mit dem Namen "Beerdigungs-Verein Mantel". Die erste Generalversammlung am 8. Januar 1926 wurde durch die Vorbereitung der Gründer ein Erfolg: 307 Bürger der Marktgemeinde traten dem Verein als neue Mitglieder bei. Als 1.Vorstand wurde damals Franz Scharrer gewählt. Bei der letzten Generalversammlung wählten die Mitglieder einen Teil des Vorstandes neu. Sie bestätigten Vorsitzenden Stephan Oetzinger, Kassenführerin Ulrike Schiller und die Beisitzer Evi Jankowski sowie Gerhard Seiser im Amt. (sei)
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