Denkwürdiger Abend für den "King"

"Don"t step on my Blue Suede Shoes": Die "TCB-Band" spielte in Maxhütte-Haidhof etliche Hits von Elvis Presley. Bester Mann dabei war Gitarrist James Burton (2. von rechts), der mit seinen 75 Jahren den Zenit noch längst nicht überschritten hat. Bild: rid
Kultur
Maxhütte-Haidhof
26.01.2015
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Die Gentlemen sind wie der aus ihrer Heimat kommende Bourbon: Je älter, desto besser und gehaltvoller. Im dritten Jahr nacheinander haben die Musiker von Elvis Presley in Maxhütte-Haidhof gespielt. Was sie ablieferten, war ihr bisher bestes Konzert.

Ein paar Kilometer weiter lief in Regensburg eine Veranstaltung ab, die sich "Fest der Feste" nannte. Doch diese Bezeichnung hätte wohl viel eher auf das gepasst, was sich in der Stadthalle von Maxhütte-Haidhof abspielte. Denn dort trat eine Altherren-Mannschaft aus den Vereinigten Staaten zusammen mit jungen Musikern aus Österreich auf. Eine Mischung, die zweieinhalb Stunden lang dafür sorgte, dass das Publikum in euphorische Stimmung geriet. So wie damals, als die Senioren aus der Rock'n'Roll-Riege zusammen mit Elvis Aaron Presley das weltweit ausgestrahlte Konzert "Aloha from Hawaii" gaben und im Las Vegas Hilton Hotel jede Vorstellung für Massenhysterie sorgte.

Keine Hanswursterei

Der "King" ist seit 1977 tot, drei aus seiner "Tafelrunde" sind momentan mit der "Elvis 80"-Show europaweit unterwegs. Gitarrist James Burton, Keyboarder Glen D. Hardin und der die Elvis-Background-Gruppe "The Imperials" einst mitbegründende Terry Blackwood gehen zusammen mit dem Sänger Dennis Jale auf Tour. Wobei dieser Jale keineswegs einer jener Glitzeranzug-Hanswursten ist, die oftmals wie Slapstick-Komödianten zur Heimsuchung geraten. Er hat seinen eigenen Stil, kopiert Elvis nicht, lässt Freiraum für die "TCB-Band" und für Blackwood samt seinen "Imperials."

Elvis, das volle Programm. Diesmal nicht rocklastig. Natürlich gab es Nummern wie "That's allright" und "Blue Suede Shoes", auch "Burning Love" und "I got a Woman" mussten sein. Doch die Schwergewichte dieser bemerkenswerten Show kamen, als Gospelsongs erklangen. "Put your Hand" und "Cryin' in the Chapel", "How great though art" und "Stand by me"- das war Musik vom Allerfeinsten. Schlichtweg unglaublich gut. Allein schon wegen Terry Blackwood und den zwei anderen "Imperials" Lynn Royce Taylor und Darrell Toney.

Ein Jahr lang hatte sich Elvis erfolglos bemüht, den aus Louisiana stammenden Gitarristen James Burton zu verpflichten. Dann kam der heute 75-Jährige zu ihm. Wenn sich Burton die "Fender" umhängt, dann ist das, als ob die Zeit stehengeblieben wäre. Schlichtweg genial, dieser zwar durch mancherlei Zipperlein, aber keineswegs von Arthrose geplagte Amerikaner. Wenn er "Suzie Q." wie ein Filigrantechniker in die Saiten meißelt, wird deutlich, warum ihn damals auch Rick Nelson und Johnny Cash in ihre Bands riefen.

Ed Bonja signiert Fotos

Großartig, dieser Abend! Zum Finale erklang, wie seinerzeit bei Elvis üblich, "Can't help falling in Love". Zugaben waren beim "King" nicht üblich. Jale, Blackwood, Burton, Hardin und ihre Begleiter machten sie und schrieben dann noch Autogramme bis Mitternacht. Draußen im Foyer saß unterdessen einer und signierte seine Bilder: Fotograf Ed Bonja aus Kalifornien, der Presley mit seinen Kameras einst sehr nahe kam und 10 000 Aufnahmen archivierte.
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