Simone Bauer veröffentlicht ihr fünftes Buch
Ganz schön kompliziert

Simone Bauer stammt aus Maxhütte-Haidhof und lebt in München. Vor kurzem hat sie ihr fünftes Buch veröffentlicht. BIld: hfz
Kultur
Maxhütte-Haidhof
05.08.2016
425
0

Simone Bauer, 26, hat ein Buch geschrieben. Klingt wie: Nett, da ist also eine junge Frau, die neben dem Bürojob noch Zeit findet, sich selbst zu verwirklichen. Bloß, die Sache ist ein bisschen komplizierter. Gewaltig komplizierter.

Maxhütte-Haidhof/München. Das fängt schon damit an, wie man die Münchenerin, die in Maxhütte-Haidhof aufgewachsen ist, eigentlich beschreiben soll. Gut, sie macht PR-Arbeit für einen DAX-Konzern. Aber halt auch für eine Band. Dann ist sie noch Chefredakteurin, Video- und Magazinreporterin, schreibt auf vielen Online-Plattformen, schimpft im Radio, hat ein Drehbuch verfasst, ist Japanisch-Schülerin und, und, und. Ach ja, und Buchautorin ist sie eben auch noch. Mehrfache, genaugenommen.

Freundschaft, Liebe


Vier Bücher hat sie seit 2011 herausgebracht. Romane, zuletzt auch noch die "Matsch-Memoiren", in denen sie die Geschichten von Festivalgängern aufgeschrieben hat. Jetzt geht es wieder zurück zur Fiktion. Am 1. September erscheint "Es ist kompliziert, du aber auch" (4,99 Euro) als E-Book bei Thalia. Man kann es sich bei einer der Filialen des Buchhändlers oder im Netz herunterladen. Selbstredend geht es im Roman arg kompliziert zu. Nicht nur, weil sich die 22-jährige Elisa und ihre beste Freundin in denselben Kerl verlieben. Elisa muss sich auch noch zwischen einem soliden Job und ihrer eigentlichen Leidenschaft, dem Schreiben, entscheiden.

Freundschaft, Liebe und Erwachsenwerden - typische Themen aus dem, was sich "junge Literatur" nennt. Bauer selbst hat sie auch schon in ihren früheren Büchern durchgespielt. Diesmal, sagt sie, habe sie das Ganze aber bewusst ein Stück weiter gedreht. Nicht nur leichte Kost nebenbei. "Ich wollte Charaktere schaffen, an denen man sich die Zähne ausbeißen kann."

Drei Jahre hat sie selbst an dem Roman rumgeknabbert. Für ihre Verhältnisse eine lange Zeit. Was teils mit der Abstimmung mit ihrem Agenten und dem Verlag zu tun hatte, wie die 26-Jährige erzählt. Und teils damit, dass sie ja noch anderes zu tun hat. Granteln zum Beispiel.

Gegen den Strich


"Auf Krawall gebürstet - Simone regt sich auf" heißt das dann. In dieser Rubrik des Radiosenders "Ego FM" lässt sie sich regelmäßig über etwas aus, das ihr gegen den Strich geht. Wobei, das ist ihr schon wichtig, so etwas nicht typisch sei. Viel lieber beschäftige sie sich mit Dingen, die sie mag. Indie-Musik gehört dazu. Also drehte sie für "München TV" eine Interview-Reihe mit Bands. Oder die Landeshauptstadt allgemein, in der sie seit ihrem 18. Lebensjahr wohnt und über die sie in Online-Magazinen schreibt. Außerdem in ihrer Vita: Das Skript für das Musik-Video zu "Stranger in this World" von Stefanie Heinzmann. Und neuerdings auch: die Welt ganz weit östlich.

Japanische oder südkoreanische Bands brächten einfach gut produzierte, ganz andere Musik heraus. Und dann noch die Animes, die japanischen Zeichentrickfilme, aber auch die Dramen von dort. Da seien es oft auch die Frauen, die das Böse bekämpfen. "Ich mag Superheldinnen."

Cosplay-Kostüme


Dieses Mögen hat bei ihr allerdings gleich die ganze Bandbreite zur Folge. Als private Chefredakteurin gestaltet sie mit ein paar Gleichgesinnten ein kleines Magazin über die Serie "Sailor Moon", außerdem macht sie die PR-Arbeit für eine Band, die Lieder aus der Serie spielt. Dazwischen fährt sie nach Hause nach Maxhütte-Haidhof und schneidert an Cosplay-Kostümen. Oder sie bespricht japanische Musicals für ein Magazin. Ach so, Japanisch, sagt sie, habe sie inzwischen auch ein wenig gelernt. Schließlich ist sie gerade für ein paar Wochen in dem Land, um dort Schauplätze aus "Sailor Moon" zu besuchen und darüber, versteht sich, in wieder einem anderen Magazin zu berichten.

Das Schreiben, das sich Ausdrücken, das zieht sich schon lange durch Simone Bauers Leben. Als Jugendliche fing sie mit Geschichten für Freunde an. "Es ist mir wichtig, gewisse Dinge zu erzählen." Es helfe ihr ja auch selber, vor allem, weil da dieser Drang sei, die Sachen, die ihr gefallen, zu teilen. Klar, weil das so viel ist, heißt das auch, dass sie sich selber organisieren muss. Dass sie minutengenaue Zeitpläne aufstellt, wann sie was macht. In der U-Bahn oder im Wartezimmer Texte tippt. Und dass es ihr mitunter auch schwer fällt, abzuschalten. Einfach mal langweilen, sagt sie, "das ist hart". Aber sie arbeite daran. Wobei, schiebt sie nach, außerdem arbeite sie noch am nächsten größeren Projekt. Einem Fantasy-Roman. Es kann eben manchmal alles ganz schön kompliziert sein.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.