Festnahme nach tödlichem Streit

Die Polizei nahm in Neunburg vorm Wald die Verfolgung auf. Nach 35 Minuten und 40 Kilometern kam der Polo auf der Kreisstraße SAD 48 bei Thanstein ins Schleudern und überschlug sich. Der 44-Jährige verletzte sich dabei leicht und wurde festgenommen. Bild: Portner
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Maxhütte-Haidhof
01.06.2016
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In diesem Gebäude (rechts, linker Teil) an der Imigstraße in Maxhütte-Haidhof wurde am Dienstag eine 59-jährige Frau Opfer eines Gewaltverbrechens. Die Polizei sperrte den Tatort ab. Bild: Hösamer

Bluttat in Maxhütte-Haidhof: Eine 59-Jährige starb am Dienstag an den Folgen eines Gewaltverbrechens. Die Polizei stellte einen 44-jährigen, bewaffneten Verdächtigen nach einer großangelegten Fahndung.

/Thanstein. In einem Wohnblock im idyllischen Wohnviertel an der Imigstraße müssen sich am Dienstagmorgen gegen 9 Uhr dramatische Szenen abgespielt haben. Nachbarn alarmierten die Polizei wegen eines lautstarken Streits. Nach ersten Meldungen war von Schusswaffengebrauch die Rede. Am Tatort fanden Polizeibeamte eine schwerstverletzte 59-Jährige. Sofort eingeleitete Reanimationsmaßnahmen hatten keinen Erfolg, die Frau starb kurz darauf in der Wohnung.

Sie kannten sich


Erste Hinweise deuteten auf einen 44-Jährigen aus Maxhütte-Haidhof als möglichen Täter hin. Er war ein Bekannter des Opfers. Der Mann war wohl schon unmittelbar nach der Tat mit einem schwarzen Polo geflüchtet. Die Polizei leitete eine Großfahndung ein, Verstärkung aus der ganzen Oberpfalz rückte an. In Burglengenfeld wurde eine Arztpraxis, die als möglicher Anlaufpunkt des Verdächtigen galt, von Beamten mit Maschinenpistolen gesichert.

Gegen 9.40 Uhr wurde der schwarze Polo von einer Streife bei Neunburg vorm Wald entdeckt und die Fährte aufgenommen. Bei der Verfolgungsjagd, an der bis zu 20 Polizeifahrzeuge und ein Hubschrauber beteiligt waren, ging es zunächst durch das Stadtgebiet von Neunburg, weiter nach Rötz und wieder zurück in die Pfalzgrafenstadt, die der 44-Jährige in Richtung Bundesstraße 22/Pillmersried durchquerte. Kurz nach Thanstein (Ortsteil Hebersdorf) gab er Gas und schoss um 10.15 Uhr auf der Kreisstraße SAD 48 zu schnell in eine regennasse Rechtskurve, übersteuerte und kam ins Schleudern. Der Polo überschlug sich und landete total demoliert quer zur Fahrbahn wieder auf den Rädern.

Waffe im Auto


Der Verdächtige wurde leicht verletzt und konnte ohne Gegenwehr von den Polizeibeamten - die alle schusssichere Westen trugen- festgenommen werden. Die Vorsicht war nicht übertrieben, wie sich zeigen sollte: Im Unfallwagen wurde eine Schusswaffe gefunden. Ob sie der Verdächtige rechtmäßig besaß und ob sie tatrelevant ist, war am Dienstag noch unklar. Ein Notarzt versorgte den Verdächtigen am Unfallort ambulant. Wie Werner Schüssel, stellvertretender Leiter des Präsidialbüros des Polizeipräsidiums Oberpfalz, am Unfallort betonte, musste erst noch geklärt werden, ob der Mann ins Krankenhaus muss. Das war nicht der Fall. Der 44-Jährige wurde gleich in Polizeigewahrsam genommen. Er soll am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden. Nach ersten Vernehmungen, teilte das Präsidium am Nachmittag mit, habe sich der Verdacht gegen den 44-Jährigen erhärtet. Die Spurensicherung der Kripo Amberg nahm am Unfallwagen bei Thanstein die Arbeit auf, während die Feuerwehren den Verkehr weiträumig umleiteten. Auch in Maxhütte-Haidhof lief die Ermittlungs-Maschinerie auf Hochtouren. Nachbarn wurden befragt, der Tatort von der Spurensicherung unter die Lupe genommen.

Gegen 12.40 Uhr wurde der Leichnam des Opfers aus der Wohnung getragen und zur rechtsmedizinischen Untersuchung gebracht. Sie dauerte am Dienstag am späten Nachmittag noch an. Was genau zu den tödlichen Verletzungen der 59-jährigen Frau führte, war am Dienstagabend ebenso unklar wie das Motiv für das Verbrechen. (Titelseite/ Im Blickpunkt)
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