Gelebte Integtation bei den Pfadfinderinnen
Aus Damaskus nach Maxhütte

Die Pfadfinderinnen St. Georg hatten Majdoulin Hamza mit ihren Töchtern Mona und Nada zu Gast. Gemeinsam wurden syrische Spezialitäten gekocht. Bild: hfz
Vermischtes
Maxhütte-Haidhof
03.03.2016
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Ein Stück gelebte Integration: Die Pfadfinderinnen St. Georg kochten zusammen mit einer Familie aus Syrien. Natürlich ergab sich zwischen Tabouleh und Schawarma auch Gelegenheit zu Gesprächen.

Die Pfadfinderinnen St. Georg (PSG) empfingen kürzliuch die aus Syrien stammende Majdoulin (Magdalena) Hamza mit ihren Töchtern Mona und Nada in ihrem Gruppenraum der Pfarrei St. Barbara. Die Gäste brachten 17 Pfadfinderinnen Spezialitäten der syrischen Küche näher. Unter Anleitung der drei Frauen durften die Mädchen Tabouleh - einen Salat aus Petersilie und Bulgur - zubereiten, dazu Muhammara - eine Vorspeise aus Walnüssen - sowie Schawarma, eine Art syrischen Döner. Mit Begeisterung wurde geschnippelt, gerührt und schließlich gekostet, vor allem Schawarma - in dünnes Brot gewickeltes, geschnetzeltes Fleisch und Gemüse - wurde mit Begeisterung verzehrt.

Über die Balkanroute


Ganz nebenbei ergaben sich Fragen an die drei Frauen. Sie stammen aus einem völlig zerstörten Vorort von Damaskus und waren Ende vergangenen Jahres zu dritt über die Balkanroute nach Deutschland geflüchtet. Magdalena war einst Lehrerin für Arabisch, spricht aber außerdem englisch, schon ein bisschen deutsch und fließend russisch. So konnte Pfadfinderin Jennifer Kreets, die ebenfalls russisch spricht, den andren Mädchen auch die Koch-Anweisungen übersetzen.

Tochter Mona, die in Damaskus Wirtschaft studierte, spricht englisch und hat schon viele deutsche Worte gelernt, welche sie mit Freude anwendet. Sie zeigte den interessierten Mädchen auch, wie Muslima adrett ihr Kopftuch binden. Die zwölfjährige Nada besucht inzwischen in Neutraubling eine Schule und lernt dort in Windeseile deutsch. Auf Nachfragen der Pfadfinderinnen, was sie denn vor dem Krieg in ihrer Freizeit am Nachmittag gemacht hat, wurde deutlich, dass in Syrien organisierte Freizeitaktivitäten nicht üblich waren, sondern die Freizeit zu Hause im Kreise der Familie verbracht wurde. Sprachbarrieren gab es keine: neben deutsch waren englisch, russisch und arabisch zu hören und natürlich wurde auch gestikuliert.

Gefördert vom Jugendring


Diese Veranstaltung fand im Zuge des Projektes "die Welt fair-ändern" statt, das die Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG) über zwei Jahre hinweg mit vielen verschiedenen Aktionen zum Thema Globalisierung verbindet. Quartalsthema ist momentan "Flucht, Migration und Multikulti". Die Pfadfinderinnen hatten sich vorher bereits mit dem Thema Flucht auseinander gesetzt. Dabei beleuchtete Projektreferentin Gaby Vetter-Löffert spielerisch Fluchtursachen.

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Bayerischen Jugendringes gefördert. Die Zutaten für die Lebensmittel spendierte der Bund der Deutschen Katholischen Jugend im (BDKJ) Diözesanverband Regensburg. Wer Interesse an den wöchentlichen Gruppenstunden bei den Pfadfinderinnen in Maxhütte hat, kann sich bei Gruppenleiterin Ilona Sommer unter Telefon 09621/917887 melden. "Als große Bereicherung sehen es die Pfadfinderinnen, auch Mädchen mit anderer Herkunft in unsere Stämme aufzunehmen" , so Ilona Sommer.
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