"Boomtown" im Landkreis-Süden

Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank markiert auf einem Stadtplan ihre Visionen für die weitere Stadtentwicklung. Dazu zählt es auch, ziemlich in der Ortsmitte ein "Wohnen und Leben am Stadtpark" zu etablieren.
Wirtschaft
Maxhütte-Haidhof
16.04.2016
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Die Entwicklung hält an: Im Ortsteil Stadlhof läuft derzeit die Erschließung von 103 sehr begehrten Parzellen.

Als eine von wenigen Kommunen im Landkreis kann Maxhütte-Haidhof steigende Einwohnerzahlen vorweisen. Die Stadt, die einen wirtschaftlichen Strukturwandel durchmachte und bewältigte, genießt ungebrochene Beliebtheit unter den Häuslbauern. Daraus resultieren aber auch Herausforderungen.

Bei einem Blick auf die Einwohner-Statistik freut sich Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank. Als die promovierte Juristin im Jahr 2008 auf den Chefsessel im Rathaus gewählt wurde, lebten rund 10 400 Menschen in der Stadt. Am Ende des Monats März 2016 waren es 11 027 - also um über fünf Prozent mehr. Von einem solchen Saldo können viele andere Kommunen, vor allem im Norden und Osten des Landkreises Schwandorf, nur träumen. Dass die drittgrößte Stadt des Kreises wächst und wächst, kommt nicht von ungefähr.

Die CSU-Kommunalpolitikerin nennt den Hauptgrund für den extremen Zuwachs: "Vor etwa zehn Jahren hat man in Regensburg entdeckt, dass man den Tunnel auch in Richtung Norden befahren kann", lacht die 48-Jährige. Was sie damit konkret meint: Maxhütte-Haidhof bekommt im positiven Sinne den Siedlungsdruck aus der Bezirkshauptstadt zu spüren. Hier sind die Grundstückspreise - trotz steigender Tendenz - noch immer günstiger als im engeren Gürtel um Regensburg. Und die Infrastruktur gilt ohne Übertreibung als supergünstig: Die Stadt liegt an der A 93, hat einen eigenen Bahnhof, und in 20 Minuten kann Jeder drunten in Regensburg sein - ideal für Einwohner, die zum Beispiel bei Krones, BMW oder Siemens arbeiten.

Mit diesen Pfunden konnte die südlichste Stadt des Landkreises wuchern und einen beachtlichen Aufschwung hinlegen, nachdem dort vor 25 Jahren eher Untergangsstimmung geherrscht hatte. Anfang der 1990er Jahre gingen nach der Stilllegung des Kaltwalzwerkes endgültig die Lichter aus in der Maxhütte - der Stahl-Standort war tot, rund 4000 Arbeitsplätze waren verloren. Doch der Wandel gelang. Heute heißt der größte Arbeitgeber Netto. In seinem Zentrallager im Ortsteil Ponholz beschäftigt der Handelskonzern an die 1000 Personen. Der Werkzeugbauer Läpple ging auf das einstige Maxhütten-Gelände, das zur Hälfte auch auf dem Gebiet der Nachbarstadt Teublitz liegt, und baute ein Werk mit über 700 Mitarbeitern auf. Weitere Firmen siedelten sich in der Folge an, so dass Maxhütte-Haidhof heute wirtschaftlich wieder gut da steht.

Nicht nur zum Schlafen


Diese positiven Entwicklungen geben der Kommunalpolitik immer wieder neue Aufgaben auf. "Wir wollen ja nicht nur Schlafstadt sein, sondern unseren Einwohnern was bieten", betont Dr. Susanne Plank (CSU). Die 380 Kindergartenplätze (2008: 260) in sechs Einrichtungen schlagen sich auch im Haushalt nieder: Innerhalb von acht Jahren verdoppelten sich die städtischen Ausgaben von 400 000 auf inzwischen 810 000 Euro jährlich.

Die beliebte Stadt braucht immer wieder neuen Wohnraum. Sie ist derzeit gerade dabei, im Ortsteil Stadlhof ein neues Baugebiet mit über 100 Parzellen zu erschließen. Ab Mitte des Jahres sollen sie bebaubar sein, verkauft sind sie schon fast alle. Somit ist bereits wieder Vorausschauen angesagt. "Wir haben immer noch Potenzial nach oben", weiß die Bürgermeisterin aus den Nachfragen nach Bauland. Wenn sie auf den Stadtplan in ihrem Amtszimmer schaut, schweben ihr schon die nächsten Projekte vor. "Wohnen und Leben am Stadtpark" heißt eine Idee. Bauland und Einzelhandelszone könnten dort in Kombination entstehen: "Aber das ist Zukunftsmusik."

Dicht besiedeltMit einer Fläche von 34,71 Quadratkilometern und über 11 000 Einwohnern gehört die Stadt Maxhütte-Haidhof zu den Räumen mit der größten Siedlungsdichte im Landkreis Schwandorf. In der Amtszeit der Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank schuf die Kommune 381 neue Bauplätze mit einer Nettobaufläche von 214 332 Quadratmetern. Die Preise liegen aktuell bei 150 Euro pro Quadratmeter (inklusive Erschließung). Sie sind damit nun angestiegen, nachdem sie sich um die Jahrzehntwende noch zwischen 100 und 110 Euro einpendelten. (am)
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