"Bald wieder im Lot"

Fachleute machten sich vor Ort ein Bild über den Ölunfall in Zusammenhang mit Sanierungsarbeiten am Tiefbrunnen. Es bestehe kein Grund zur Besorgnis, erklärte Zweckverbandsvorsitzender und Bürgermeister Peter König. (Sechster von links) Bild: gis
Lokales
Mehlmeisel
07.03.2015
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"Die Situation ist ernst, aber beherrschbar", sagen die Fachleute. Der Ölunfall im Wasserschutzgebiet sei kein Grund zur Hysterie

Es ist der Wunsch von Peter König, Vorsitzender des Wasserzweckverbandes Oberes Fichtelnaabtal und Bürgermeister von Neusorg, offen und transparent mit dem Unglücksfall und seinen möglichen Folgen umzugehen und die Bevölkerung nicht im Unklaren lassen.

Wie berichtet, platzte bei Bohrarbeiten an einem Tiefbrunnen, der derzeit saniert wird, ein Hydraulikschlauch und 100 Liter "Bio"-Öl traten aus. "Aufklärung", sagt König, "ist das große Losungswort, damit keinerlei Hysterie aufkommt."

Deshalb hatte der Vorsitzende am Donnerstag zu einem Fach- und Pressegespräch vor Ort eingeladen, an dem auch die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden sowie Vertreter von Fachbehörden, -büros und der Baufirma teilnahmen. Die gute Botschaft: "Die Situation ist ernst, aber beherrschbar und die Versorgungssicherheit ist gewährleistet." Zweimal täglich werde das Wasser beprobt, informiert Geschäftsführer Helmut Graf.

Dank für rasche Reaktion

Ein Anliegen Königs ist es, allen Beteiligten für den professionellen, schnellen und mutigen Einsatz bei dem Unglück zu danken, den Feuerwehren, die von der örtlichen Bergwacht versorgt wurden und allen, die dazu beitrugen, das alles so gut gelaufen sei. Der Unfall habe auch gezeigt, wie eng bei einer Krise zusammenrückt werde, um zu helfen.

Überzeugt ist König, mit dem Wasserwirtschaftsamt als wichtigen Partner vor Ort, Büros und der Baufirma die Schieflage bald wieder ins Lot zu bekommen. Sachverständiger Walter Piewak vom Ingenieurbüro Piewak & Partner erläuterte im Auftrag der VHV Versicherung Unfallhergang und Situation im Detail: "Der Unfall ereignete sich rein zufällig durch Materialermüdung. Ein menschliches Versagen ist ausgeschlossen. Durch das umsichtige Verhalten der Bohrmannschaft und der Feuerwehren konnte Schlimmeres verhindert werden." Durch die eingeleiteten Sofortmaßnahmen (Feuerwehr, Sachverständiger, Wasserwirtschaftsamt) wurden bereits in der Nacht zum 3. März notwendige Sanierungsarbeiten ausgeführt. Eine detaillierte Schadensanalyse führte zu Sanierungsarbeiten, die bereits am gleichen Tag in der Nacht abgeschlossen wurden. Der Brunnen I wurde vorsorglich außer Betrieb genommen.

Die gesamte Versorgung des Verbandsgebietes kann durch den Tiefbrunnen III gewährleistet werden. Des Weiteren informierte Piewak, dass durch das Gesundheitsamt Bayreuth für den Brunnen III, der die weitere Versorgung des Wasserzweckverbandes sicherstellt, ein Überwachungsprogramm für das Grundwasser festgelegt wurde, um eine Versorgung der Bevölkerung mit einwandfreiem Trinkwasser zu gewährleisten. Gestern wurden an der Bohrstelle auch die weiteren Maßnahmen besprochen, die umgehend fortgeführt werden, um den notwendigen Schutz des Trinkwasser zu erreichen, Nach derzeitigem Kenntnisstand sei auch für die Zukunft ein störungsfreier Betrieb der Trinkwasserversorgung zu erwarten, betonte Piewak.

Einwandfreie Qualität

Das Überwachungsprogramm sorge dafür, dass das Trinkwasser qualitativ einwandfrei abgegeben werde. Die Sanierung des Tiefbrunnens sollte im Mai abgeschlossen sein. Aufgrund des Unfalls wird sich der Abschluss aber um etwa einen Monat verzögern, informierte Dr. Heidrun Gattenlöhner von Baurconsult. Die Bürgermeister der beteiligten Gemeinden zeigten sich sehr zufrieden, dass mit dem Problem offen umgegangen wird, und werden ihren Gemeinderat entsprechend informieren.

Die Kälte kroch den bei den Ortstermin Anwesenden unter die Jacken und in die Gummistiefel, die in dem Schneematsch bitter nötig waren. "Bleibt's g'sund", wünschte deshalb Peter König den Bauarbeitern, die hier noch lange im Einsatz sein werden.
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