Der "Geisterbräu" geht um

Die Dorfkomödie hat sich wieder einen Klassiker vorgenommen. Das Ensemble will mit dem "Geisterbräu" glänzen. Ein anspruchsvolles Ansinnen. Das Publikum kann sich auf etwas Besonderes freuen. Bild: gis
Lokales
Mehlmeisel
29.10.2015
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Kann der "Geisterbräu" den "Brandner Kasper" toppen? "Wir geben uns allergrößte Mühe", sagt Josef Wiche. Der versierte Heimatforscher und Chronist weiß, dass die Erwartungshaltung des Publikums an die Dorfkomödie nach der grandiosen Aufführung im Vorjahr heuer besonders groß ist.

Ihm selbst wurde beim "Geisterbräu" die Rolle des Totengräbers "aufgesetzet". "Eine undankbare Aufgabe" (die er aber mit Bravour meistert), sagt Wiche, "Höhenangst und Lampenfieber inklusive. Und singen muss ich auch noch." Denn das Volksstück von Josef Maria Lutz, das die Dorfkomödie ab kommender Woche aufführt, beinhaltet viele Gesangsstücke, was für die musikalischen Mehlmeiseler sicher kein Problem ist.

Beim Leichenschmaus

In der guten Stube treffen sich die Honoratioren zum Leichenschmaus: Der reiche und vor allem lebenslustige Brauereibesitzer vom "Unterbräu" ist nämlich unerwartet gestorben. Die ernsten Gesichter spiegeln Trauer wider - oder ist sie nur gespielt? Und, dass der Unterwirt ein Schürzenheld war, beweist der unerwartete Auftritt einer gewissen Lola aus München vor der versammelten Trauergemeinde.

Nun wollen sich vermeintliche Verehrer die schöne Witwe, die nichts vom losen Lebenswandel des Verblichenen ahnte, samt der Brauerei unter den Nagel reißen. Da sieht der Braumeister, schon lange ein stiller Verehrer der Witwe, seinen Augenblick gekommen. Um ihr zu zeigen, wer sie wirklich liebt und wer es nur auf ihr Geld abgesehen hat, heckt er zusammen mit dem Schäfer Sixtus einen gespenstischen Plan aus. Plötzlich hat die kleine, abergläubische Gemeinde keine Ruhe mehr, denn der rastlose Geist des verstorbenen Wirtes geht um. Bei der Generalprobe in der Turnhalle geben die 18 Darsteller ihr Bestes - mit viel Talent, noch mehr Spielfreude und in waschechtem "Miameislerisch", wobei jedem seine Rolle wie maßgeschneidert auf den Leib geschrieben ist.

Auch ein Verdienst von Petra Köstler, die nicht nur weiß, was zu wem passt, sondern die auch meisterlich Regie führt. Zum zweiten Mal ist Altbürgermeister Günter Pöllmann dabei. "Wou houst denn dein Zylinder?", schreit er den Veteranenvorsitzenden an. Der, total zerstreut und überfordert von der Beerdigungsrede für den Unterbräu, hat statt des Kranzes seine Kopfbedeckung in das Grab geworfen und nun den Kranz auf dem Kopf: "Möin denn immer die größten Deppm an Vorstand mach'n", wundert sich Pöllmann als Metzgermeister Maichlbeck.

Familie auf der Bühne

Erstmals spielt in der "Mehlmeiseler Dorfkomödie" eine komplette Familie mit: Die beiden Söhne Valentin und Julian sowie dessen Freundin Johanna waren schon im Vorjahr dabei. Die Eltern Christine und Franz-Josef Pscherer sowie Tochter Marie sind Theater-Neulinge. Franz-Josef, landauf, landab bekannt als Leiter der Original Fichtelgebirgsmusikanten gab zu, dass bei ihm schon ein wenig Überredungskunst notwendig war. Die Theatergruppe freut sich besonders, dass heuer wieder ein "Mann der ersten Stunde", Martin Schinner, mit dabei ist und dass viele zusammenhelfen, damit das Stück wieder ein Riesenerfolg wird: Der TSV hat für die Proben und die Spielzeit wieder die Turnhalle bereitgestellt. Die Stühle stammen vom Schützenverein. Party-Planet wird wieder für sensationelle Ton- und Lichteffekte sorgen. Also: Buch zu, Fernseher aus und ab in die Dorfkomödie.
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