KAB-Mehlmeisel wirbt mit engagierter Ausstellung um mehr soziale Gerechtigkeit - Warnung vor ...
"Frauen mit Kindern sind die Verlierer im System"

Über eine gelungene Ausstellung freuen sich Diözesansekretär Markus Nickl, KAB-Ortsvorsitzender Wolfgang Glaser, Bürgermeister Franz Tauber, sein Stellvertreter Franz Scharl (von links). Bild: gis
Lokales
Mehlmeisel
23.06.2015
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Mit dem 1. Mehlmeiseler Sozial-Dialog startet die KAB-Ortsgruppe eine neue Veranstaltungsreihe mit sozial- und regionalpolitischen Themen und Diskussionen und knüpft damit an die lange Tradition der Bewegung als wichtigen Sozialverband gerade auch in der Region an.

Ländlicher Raum

"Fragestellungen wie demografische Entwicklung, Zukunft des ländlichen Raums, Arbeits- und Sozialpolitik, Asylanten- und Flüchtlingsproblematik - um nur einige zu nennen, sollen hier mit entsprechenden Referenten erörtert und diskutiert werden" wie Ortsvorsitzender Wolfgang Glaser am Samstag bei der Eröffnung der Ausstellung "Alter! Jetzt geht's um die Rente", konzipiert vom Diözesanverband Regensburg, betonte. "Damit wurde", so Glaser, "ein Bereich aufgegriffen, der bei vielen Beschäftigten vernachlässigt wird und erst kurz vor dem Eintritt ins Rentenalter an Bedeutung gewinnt."Die KAB als Sozialverband habe sich schon immer Gedanken über Arbeit und soziale Sicherung gemacht. Rente für Mütter gäbe es ohne die KAB und ihre Aktionen in den 70er und 80er Jahren nicht, hatte Diözesansekretär Markus Nickl dazu informiert.

"Diese Ausstellung will nicht nur Sie persönlich mit der Nase auf ihre Alterssicherung stupsen", machte Nickl deutlich. Es gehe hier auch um die Gemeinde, um gelebte Gemeinschaft, die ausbaden müsse, was die hohe Politik beschließe.

Deshalb finden diese Veranstaltungen auch in öffentlichen Räumen statt, in Mehlmeisel im Leseraum des Rathauses, wofür sich Wolfgang Glaser bei Bürgermeister Franz Tauber bedankte. Die Ausstellung informiert auf großen, sehr übersichtlich gestalteten Schautafeln über die wichtigsten Reformen in der gesetzlichen Rente in den vergangenen 20 Jahren, über Ziele und Folgen dieser Alters-Sicherungs-Politik - und als Alternative über das KAB-Rentenmodell. "Bisher habe alles ja super funktioniert", erklärte Nickl: "Der Ehemann ist in der Arbeit, das Kind in der Schule, die Ehefrau im Nest. Doch die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen in Deutschland haben sich seit der Wiedervereinigung grundlegend geändert, die Geburtenzahl habe sich fast halbiert. Frauen mit Kindern sind die Verlierer dieses Rentensystems und werden die noch größeren Verlierer sein, umso mehr sich eine Privatisierung der Alterssicherung durchsetzt", ist der Diözesansekretär überzeugt.

Alternativen entwickeln

Das Rentenmodell der KAB und der kirchlichen Verbände aber zeige, dass es eine soziale und gerechte Alternative gebe, "die aber schnell angegangen werden muss". Deshalb Nickls Botschaft an alle: Engagieren Sie sich in Gesellschaft, Verbänden, Parteien und politischen Initiativen. Es geht um Ihr Leben." Der Eröffnung im Rathaus schloss sich eine rege Diskussion an. Die Ausstellung im Leseraum kann nur noch bis einschließlich Mittwoch, 24. Juni, besichtigt werden.
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