Solange die Luft reicht

Franz-Josef Pscherer (rechts) freute sich riesig, dass Gründungsmitglied Fritz Kuhbandner zum Jubiläumskonzert mit auf die Bühne kam.
Lokales
Mehlmeisel
01.09.2015
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Althergebrachter Brauch ist es in Mehlmeisel, dass Vereine ihre Jubiläen mit einem Dank- und Gedenkgottesdienst beginnen und sich unter den Schutz der Mutter Gottes stellen. So hielten es auch die Original Fichtelgebirgsmusikanten

Am Samstag feierte die Truppe in der Unterlinder Festhalle ihr 60-jähriges Bestehen mit vielen Ehemaligen, zahlreichen Gästen und noch mehr Musik. Heiter, besinnlich und ein wenig melancholisch moderierte Leiter Franz-Josef Pscherer die Veranstaltung.

Mit schmetternden Trompeten, dominierenden Klarinetten, Hörnern und Posaunen nahm der Jubilar die Zuhörer mit in sechs Jahrzehnte Musikgeschichte, gedachte ihres ehemaligen Leiters Franzl Pscherer, machte, wie es sich für eine Blaskapelle gehört, einen Ausflug ins Egerland, spielte eigene Polkas, bot, was man unter Volksmusik versteht. Dem Publikum ging das Herz auf. Da wurde geklatscht, geschunkelt und getanzt. Mit den Musikanten begaben sich auf Weltreis. Der Übergang von Bierzeltmusik zu Konzertantem gelang e spielend.

Natürlich fehlte es auch nicht an Lob- und Dankesworten. "Außer Ernst Mosch mit seinen Egerländern und der Blaskapelle Franzl Pscherer gab es für mich früher keine Musikkapelle", beglückwünschte Landtagsabgeordneter Martin Schöffel "die Botschafter des Fichtelgebirges". Für Bürgermeister Franz Tauber ist das Ensemble "Mehlmeisels weithin bereicherndes, kulturträchtiges, markantes Aushängeschild".

Ehrenmitglieder Marianne Specht und Alfred Traßl betonten stolz, "dass wir dazugehören" . Sigmund Geisler, Vorstand der Feuerwehr Unterlind, schwärmte, dass die OFM "seit unserer Fahnenweihe vor 60 Jahren jedes unserer Feste begleitet hat." Er ist glücklich darüber, dass der Erlös des Festes der Jugendwehr zugute kommt. Und mittendrin auch emotionelle Momente: Als Wolfgang Glaser - gefolgt von jedem einzelnen Musikanten - Franz-Josef Pscherer für 18 Jahre Dirigententätigkeit dankte und "für Arbeit, Unmengen an Zeit, Energie und Leidensfähigkeit". Der Höhepunkt aber kam nach der Pause, als sich ziemlich alle Ehemaligen auf der Bühne versammelten, um mit dem Jubilar zu musizieren:

Als einziges Gründungsmitglied war Fritz Kuhbandner auf der Bühne dabei. Jahrelang hatte er in der Kapelle mitgespielt, später aushilfsweise. Und noch heute, wenn "mir d'Luft langt" erfreut er Musikfans von seinem Balkon im Treuweg aus mit seinen Melodien auf der Trompete, die bis nach Hüttstadl zu hören sind. Der Sommerabend war bereits zur Nacht geworden, als die Besucher nach mehreren Zugaben die Halle verließen.
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