Der kleine Moritz ein Jahr nach der Krebsdiagnose
Schritt für Schritt zurück ins Leben

Der dicke Freund von Moritz, der blaue Elefant. Er spendet Trost und Schutz. Bilder: bkr (2)
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Mehlmeisel
03.01.2016
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Moritz fällt das Lachen schwer. Beim dreijährigen Sohn von Daniela und Jörg Hautmann stellten die Ärzte vor einem Jahr Lymphknotenkrebs fest. Viel Zeit in der Uniklinik Erlangen liegt hinter ihm. Wenn alles gut geht, werden die wöchentlichen Fahrten dorthin im Januar 2017 enden. Die Familie ist zuversichtlich.

Mehlmeisel. Während des sechswöchigen Klinikaufenthalts zu Beginn des vergangenen Jahres wurde Moritz rund um die Uhr von seinen Eltern betreut. Mama Daniela musste aus diesem Grund ihre Arbeit im Kindergarten Fichtelberg unterbrechen. Erst jetzt kehrt sie zurück an ihren Arbeitsplatz, in geringem Umfang. Papa Jörg kostete ein Bandscheibenvorfall den Arbeitsplatz. Die Familie ist heute noch dankbar für die Welle der Hilfsbereitschaft, die Martin Nickl von der Bergwacht damals auslöste. Er machte auf das Schicksal der Bergwachtmitglieder aufmerksam.

"Wir haben nie damit gerechnet, dass die Hilfsbereitschaft so stark ist", sagten die Eltern, als sie im März nach Mehlmeisel zurückkehrten. Die Koffer waren weiter für Notfälle griffbereit. Jedes Anzeichen von Fieber oder Schnupfen hätte bedeutet, sofort ins Auto und ab in die Uni-Klinik. Auf den Koffern sitzen die Eltern nicht mehr. "Gott sei Dank, die Zeit ist vorbei", sagten sie erleichtert beim Gespräch mit dem Neuen Tag.

Die wöchentlichen Fahrten nach Erlangen gibt es immer noch mindestens für ein Jahr. Infektionen muss Moritz meiden. Jeder Schnupfen, wie ihn Moritz zurzeit erlebt, bedeutet mit der Erhaltungstherapie, der Einnahme einer geringen Menge Chemosaft, zu pausieren. "Der Saft schmeckt grässlich, aber Moritz nimmt ihn tapfer ein und schüttelt sich danach", so die Mutti.

Ab und zu darf Moritz mit den Eltern ins Freie. Langsam muss er an den Kontakt mit der Außenwelt, mit anderen Menschen gewöhnt werden. Ziel ist es, dem kleinen Patienten den Besuch des Kindergartens ab Frühjahr zu ermöglichen. Ein positiver Schritt war die Entfernung des Katheders am 6. November. Eine Woche später durfte er erstmals baden. "Er wollte nicht mehr aus der Badewanne", schilderte Daniela die Freude ihres Sohns. Der heiße Sommer ohne Wasser war äußerst unangenehm. Nur mit dem Lappen durfte die Mutter ihren Sohn waschen.

Trotz aller Fortschritte, die Angst vor dem Rückfall bleibt. Moritz wurde nach der Entfernung des Katheders fröhlicher und aktiver. Aber der unruhige Schlaf, die Bewegungen und Rufe des Kindes in der Nacht lassen vermuten, Moritz lebt die schlimmen Tage immer wieder durch. Was Moritz tröstete, waren die Geschenke zu Weihnachten. Dabei auch zwei Überraschungspakete aus Immenreuth. Eines von der Freundin von Daniela Hautmann und das andere von den Ursprungsbikern. Noch heute sind Jörg und Daniela für die Unterstützung dankbar. "Sie gaben uns einen Rückhalt und haben super geholfen", sagen sie überwältigt.
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