Kunsthandwerkerin Birgit Schön:
"Das Leben ist bunt"

Kultur
Mitterteich
17.09.2016
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In ihrem Ausstellungsraum präsentiert Birgit Schön ihre zahlreichen Werke quasi als Dauerausstellung. Wer sie sehen will, kann sich telefonisch oder per E-Mail anmelden. Bilder: Grüner (5)

"Das Leben ist bunt", sagt Birgit Schön, "zumindest manchmal", schränkt sie ein. Der Nachsatz gilt fürs richtige Leben, der Hauptsatz für ihre künstlerische Arbeit. Die 46-Jährige ist begeisterte Kalligraphin und designt Porzellan.

Großensterz. Birgit Schön lebt mit Ehemann Markus und ihren beiden 11- und 14-jährigen Söhnen in einem großen Vierseithof. Landwirtschaft wird hier nicht mehr betrieben, dafür hat die Kunsthandwerkerin eine 70 Quadratmeter große, ehemalige Scheune die sie als Atelier und Ausstellungsplattform nutzt.

Designfachschule Selb


Birgit Schön stammt ursprünglich aus Volkach bei Würzburg. Mit sechs Jahren kam sie nach Tirschenreuth, in Großensterz lebt sie seit 20 Jahren, Sie absolvierte die Porzellanfachschule in Selb und schloss sie nach vierjähriger Ausbildung als staatlich geprüfte Formenentwerferin ab. In der Designschule, wie die Bildungseinrichtung heute heißt, lernte sie alle Produktionsschritte der Porzellanherstellung von der Pike auf. Mit 24 Jahren wagte sie erste Experimente mit der Herstellung von Schmuck und mit Kalligraphie. Ihre ganz speziellen Stilmittel, um sich auszudrücken.

Vor allem fasziniert sie dabei die Frakturschrift, wie sie oft in alten Bibeln für Initialzeichnungen verwendet worden ist. "Eigentlich liebe ich Schriften aller Art. Auch für mein Kunsthandwerk bevorzuge ich Feder und Tinte, gegenüber Schlicker und Abdreheisen", gesteht sie. Etwa zwei Drittel ihrer Werke sind Kalligraphien.

Das mit der Designschule sei mehr oder weniger ein Zufall gewesen. Eine Freundin ging dort hin und sagte, "bewirb dich doch mal. Ich bewarb mich, machte die Aufnahmeprüfung und bestand - Schicksal!" Seit 2014 arbeitet Birgit Schön völlig frei und unabhängig. Auf ausgesuchten Kunsthandwerkermärkten ist sie drei bis vier Mal im Jahr unterwegs.

"Stress bei der Arbeit mache ich mir selten, denn ich bin nicht unbedingt kommerziell ausgerichtet." Zu sehen sind ihre Werke in ihrem eigenen Ausstellungsraum zu Hause. Porzellanschmuck, wie Ohrringe, Fingerringe oder Anhänger, mit verschiedensten Materialien dekoriert, finden sich dort zuhauf. Jedes Stück ist frei geformt und alles sind Unikate. "Nichts ist bei meinen Arbeiten perfekt rund oder eckig. Für mich zählt das charakteristische eines Stückes und alles soll möglichst lebendig aussehen."

Eigener Brennofen


Birgit Schön betont, dass sie nicht mit Farben, sondern mit Farbkörpern arbeitet. Das bedeutet, dass zum Beispiel Schlicker mit Farbpigmenten eingefärbt wird. Sie kombiniert zahlreiche Techniken miteinander und hebt sich auch dadurch von industriell gefertigter Massenware ab.

"Ich arbeite völlig unkonventionell, probiere mich ständig aus, experimentiere viel. Mein bester Partner dabei ist der Zufall." Im eigenen Brennofen entstehen ihre Weichporzellan-Schöpfungen, zum Beispiel dünne Lichtschalen durch die die Flamme eines Teelichts durchscheint. Das bietet der Fantasie des Betrachters viel Raum. Es vergeht kaum ein Tag, wo Birgit Schön nicht in ihrem Atelier arbeitet, "außer in den Ferien, die gehören der Familie." Ihr Schaffensdrang geht soweit, dass wenn ihr mitten in der Nacht etwas Geniales einfällt, sie sofort aus den Federn springt und die neue Idee, zumindest auf Papier, fixieren muss. Inspiration holt sie sich im Alltag oder in der Natur. Und auch das Schauen, was die Konkurrenz mache, bringe den einen oder anderen Impuls. Im Bereich Schmuck ist die Kunsthandwerkerin gerade dabei ihre Kreationen um Swarovski-Kristalle zu erweitern. Ihr Porzellandeko geht immer mehr in die Richtung, "wo man nicht genau weiß, ist das jetzt nur schön oder kann man es auch noch für irgendwas gebrauchen."

Mit Hilfe der Kalligraphie veredelt sie viele ihrer Gedanken auf allen möglichen Materialien. "Man kann überall draufschreiben", erklärt sie. Denn nicht nur edles Papier sei geduldig sondern auch etwa Spanplatten, alte Stadelbretter, Leinwand, oder Glas.

Selbst ein Bild machen


Wer sich selbst ein Bild vom Schaffen der Kunsthandwerkerin machen will, kann sich unter Telefon: 0176-34 47 10 43 oder per E-Mail unter: schoenes_von_schoen@web.de, melden. Birgit Schön freut sich über jedes Feedback. Ihre neuesten Werke sind am 12. und 13. November beim Kunsthandwerkermarkt in der Stadthalle in Neustadt/WN zu sehen.

Mein bester Partner ist der Zufall.Birgit Schön
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