600 000 Tonnen Basalt pro Jahr

Die Besuchergruppe der Freien Wähler Mitterteich mit den Vertretern der Firma HBM, Dr. Bernd Weyer (Zweiter von Links) und Michael Hinz (Zweiter von rechts). Bild: hfz
Lokales
Mitterteich
05.08.2015
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Einen Ausflug weit zurück in die Erdgeschichte unternahmen die Freien Wähler Mitterteich bei einer Besichtigung des Steinbruchs Hirschentanz. Dabei erhielten sie auch detaillierte Einblicke in den Basaltabbauprozess.

In Steinmühle, wo die Hartsteinwerke Bayern-Mitteldeutschland (HBM) ihre kaufmännische Verwaltung mit 50 Mitarbeitern angesiedelt haben, hieß Diplom-Ingenieur Michael Hinz die Gäste willkommen. Die Firma gehört zur Basalt AG, die in ganz Europa agiert und allein in Deutschland 101 Steinbrüche und 223 Asphaltmischanlagen mit 3571 Mitarbeitern betreibt. Auf die HBM entfallen 20 Steinbrüche und 30 Asphaltmischanlagen mit 500 Mitarbeitern.

Der gewonnene Basalt wird als Zuschlagstoff bei der Asphaltherstellung eingesetzt, findet Verwendung in Beton und wird auch an Mineralwollhersteller geliefert, die daraus Dämmstoffe und ähnliches herstellen. Einen besonderen Basalt liefert das Werk in Pechbrunn. Am Teichelberg findet sich das einzige Basaltvorkommen in Bayern, aus dem Gleisschotter als Unterbau für Bahngleise hergestellt werden kann. Wie Michael Hinz weiter erläuterte, sind im Werk Hirschentanz 13 Mitarbeiter tätig, wobei 2016 zwei Azubis im Bereich Aufbereitungsmechaniker hinzukommen.

Vulkanische Bomben

Anschließend fuhr die Gruppe zum Steinbruch, wo der Geologe des Unternehmens, Dr. Bernd Weiher, auf den geologischen Aufbau des Berges einging. "Wo heute der Steinbruch liegt, befindet sich der Schlot eines vor über 26 Millionen Jahren erloschenen Vulkans. Ganz unten liegt das Urgestein Granit, darauf folgen feinkörnige Auswurfmassen des Vulkans. Dieses Material wurde bei der Explosion herausgeschleudert und besteht aus Granit und vulkanischem Glas. Dann folgen grobe Auswurfmassen mit sogenannten vulkanischen Bomben, das sind in der Luft zu Basalt erstarrte Lavafetzen. Zum Schluss folgte dann der feste Basalt. Beim Erkalten von Lava bildeten sich regelmäßige fünf- bis sechseckige Basaltsäulen." Vor Beginn des Abbaus sei der Gipfel des Hirschentanzes 645 Meter hoch gewesen, heute liege die Abbauebene bereits um 65 Meter tiefer. Laut Dr. Weiher könne der Steinbruch noch einige Jahre weiterbetrieben werden.

Michael Hinz informierte, dass im Steinbruch von März bis Dezember Basalt abgebaut werde, dazwischen würden Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten durchgeführt. Pro Jahr werden bis zu 600 000 Tonnen Basalt gewonnen. Das Sprengen habe man wegen immer weiter verschärfter Auflagen inzwischen an eine spezialisierte Fremdfirma übergeben. Pro Sprengung würden circa 40 000 Tonnen Basalt aus dem Berg gesprengt. 60-Tonnen-Lastwagen transportieren das Material zum Backenbrecher, der den Basalt in 10 bis 30 Zentimeter große Bruchstücke verwandelt. Ein Teil dieser Steine wird als Grundstoff für die Mineralwollherstellung abgezweigt, das übrige Material wandert über ein Förderband zum ersten Kegelbrecher, der den Basalt auf eine Größe von bis 6 Zentimeter zerkleinert. Durch einen zweiten Brecher und die Splittanlage wird der Basalt je nach Bedarf weiter verkleinert. Zu unterscheiden sind der längliche Normalsplitt und der Edelsplitt mit gedrungeneren Körnern. Die Tagesleistung liegt bei bis zu 5000 Tonnen.

"Ein Großteil des verarbeiteten Materials muss auf Halde gelegt werden, so dass man bei einem Großauftrag schnellstens die gewünschte Menge liefern kann", erklärte Hinz. "Logistisch ist der Basalttransport recht anspruchsvoll, denn es müssen häufig in kürzester Zeit große Mengen angeliefert werden."

Ortsvorsitzender Ernst Bayer bedankte sich bei Michael Hinz und Dr. Bernd Weiher für die Führung und die mit Engagement und Humor dargebrachten Erläuterungen.
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